Freilassing und Bad Reichenhall als Vorbild für unsere Gesellschaft

Regierung von Oberbayern ehrt die Max Aicher-Unterrichtsprojekte!

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Freilassing/Bad Reichenhall - Bereits zum neunten Mal hat die Regierungspräsidentin Brigitta Brunner heuer den Integrationspreis der Regierung von Oberbayern vergeben. Diesmal ging die Ehrung an die Max Aicher-Unterrichtsprojekte.

ImOktober 2017 wurden demnach folgende ausgezeichnet und mit einer Urkunde geehrt:

  • Deutschunterricht in Asylbewerberunterkünften und für alle Flüchtlinge einer ganzen Stadt (Bad Reichenhall/Umgebung) sowie 
  • (qualifizierter) Mittelschulabschluss im Lernzentrum BGL (Mittelschule für Flüchtlinge)

Die Regierung zollt dem ehrenamtlichen Engagement für Integration und friedliches Zusammenleben höchsten Respekt und Anerkennung. Der enorme Einsatz ist ein Vorbild für unsere Gesellschaft. Seit September 2015 hat sich die Max Aicher Stiftung um den „Deutschunterricht vom ersten Tage an“ verdient gemacht: Bis dato erlernten so mehr als 300 Asylbewerber in den Max Aicher Unterkünften – davon jeder zweite Asylbewerber in Bad Reichenhall - und dem Lernzentrum BGL (Mittelschule für Flüchtlinge) die deutsche Sprache. Mit dem Erwerb von Schreiben, Lesen, Sprechen, Verstehen und das Kennenlernen der deutschen Lebensweise wurde ihnen damit diewichtigste Grundlage für ihr Leben in der neuen Heimat gelegt.

„Die Bildung als unser höchstes Gut soll weiterhin vor allem auch denen offen stehen, die unsere Hilfe brauchen“, so Max Aicher zu seinem Engagement fürDeutschkurse für ALLE Asylbewerber. In den Unterkünften schafft der Unterricht einen geregelten Tagesablauf, Struktur und Motivation: Männer wie Frauen, unabhängig von Status, Nation oder Religion „büffeln“ täglich stundenlang zusammen im Sprachunterricht und bei den Hausaufgaben und Tests. Praxisstunden und -tage fördern und vertiefen das soziale Zusammenleben: Mülltrennung, Hausordnung, Gleichberechtigung, Busfahren, Gewässer und Schwimmen in Bayern und Betriebsbesichtigungen sind Beispiele aus dem Max Aicher-Unterricht.

Das Lernzentrum in Freilassing ist ein nächster Qualifizierungsschritt für die Schüler aus den Unterkünften und Asylbewerbern aus der Region: diese einzigartige Privatklasse für den (qualifizierten) Mittelschulabschluss für Zuwanderer. Das Lernzentrum BGL startete im September 2015 als von der Max Aicher Stiftung finanziertes Pilotprojekt, abgestimmt mit dem Schulamt, der örtlichen Mittelschule sowie der Berufsschule BGL. Ihren Ursprung hatte diese Idee aus dem landkreisweiten Projekt „Bildungsregion Berchtesgadener Land“.

Ausgangssituation

  • Asylbewerber dürfen die staatlichen Schulen nur bis zum 21. Lebensjahr besuchen.
  • Viele der Zuwanderer sind oftmals älter und haben nur dann, wenn Sie anerkannt sind, die Möglichkeit eines Integrationskurses: mehr nicht!

Zielsetzung der Max Aicher Stiftung

  • Der Schlüssel für eine berufliche und soziale Einbindung bzw. langfristige finanzielle Unabhängigkeit der Asylbewerber sind der Zugang zu unserem Bildungssystem und eine abgeschlossene Ausbildung.
  • Das Lernzentrum BGL bietet den Asylbewerbern die Möglichkeit, den (qualifizierten) Mittelschulabschluss zu erwerben.

Wie? 

Das Lernzentrum bietet neben vertieften Deutschkenntnissen Unterricht an 20 PC-Arbeitsplätzen in Mathematik, Englisch, Geschichte, EDV und auch Sport an fünf Wochentagen jeweils sieben Stunden. Die Abschlussprüfung erfolgt an einer staatlichen Mittelschule. Einige der Teilnehmer haben durch die Ausbildung eine höherwertige Ausbildung beginnen können z.B. als Elektrotechniker im Stahlwerk Annahütte. Max Aicher betont: „Die Max Aicher Stiftung wird weiterhin der Deutschunterricht in der Region fördern und unterstützen“.

Pressemeldung der Max Aicher Stiftung

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