Investition in Betriebliches Gesundheitsmanagement zahlt sich aus

Gesunde Mitarbeiter sind das wichtigste Gut

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Die Referentinnen der Veranstaltung (von links): Marion Glantschnig, EurimPharm, Antje Schwamberger-Perschl, AOK, und Dr. Gabriele Lüke, IHK München und Oberbayern.

Berchtesgadener Land - Die Zahlen sind gewaltig: Rund 20 Milliarden Euro kosten kranke Mitarbeiter die deutschen Unternehmer jährlich alleine in der Produktion.

Die Ausfallkosten durch psychische Krankheiten beliefen sich 2014 auf 13,1 Milliarden Euro. Betriebliche Gesundheitsförderung zahlt sich nicht nur aus, weil Kosten deutlich gesenkt werden. Sie fördert den Zusammenhalt der Mitarbeiter und ist ein entscheidendes Auswahlkriterium bei der Jobentscheidung dringend benötigter Fachkräfte. 

„Das Berchtesgadener Land steht als Wirtschaftsraum in den Alpen für Gesundheit.

Unser Ziel ist: Hier wirtschaften Unternehmer erfolgreich und Mitarbeiter können sich beruflich entfalten. Grundvoraussetzung für beides ist, dass sie psychisch und körperlich gesund sind“, so der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Berchtesgadener Land (WFG BGL), Dr. Thomas Birner. Die Wirtschaftsförderung setze sich gemeinsam mit Partnern wie der Industrie- und Handelskammer und der Gesundheitsregion Plus des Landkreises dafür ein, dass Betriebliches Gesundheitsmanagement ein zentrales Thema bei heimischen Unternehmen wird.

Gesundheitsförderung als Unternehmensphilosophie

Ein Unternehmen, das Betriebliche Gesundheitsförderung bereits lebt, ist die EurimPharm- Gruppe in Surheim. Bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer und der WFG BGL zeigte die Beauftragte für Betriebliche Gesundheitsförderung bei EurimPharm, Marion Glantschnig, den Weg dorthin auf. Bevor diese starten konnte, mussten zwei Dinge erfüllt sein. Die Beauftragte legte sie jedem Unternehmer, der das Thema zum Erfolg führen will, ans Herz. 

Erstens: Die Geschäftsführer von EurimPharm Andreas Mohringer und Frau Dr. Friederike Hrubesch-Mohringer fällten im Juli 2015 die strategische Entscheidung, die betriebliche Gesundheitsförderung in der Unternehmensphilosophie zu verankern. 

Gesunde Mitarbeiter sind das wichtigste Gut eines Unternehmens.

Die zweite Grundvoraussetzung: Sie bestimmten Marion Glantschnig als Projektkoordinatorin. Seither ist viel passiert. Von Sportkursen und Mitarbeiterläufen über Arbeitsplatzverbesserungen, Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement für kranke Mitarbeiter, Beratungstage Venenmessung und Stresstest bis hin zu Seminaren für Auszubildende: EurimPharm setzt seine zuvor in einem Jahresplan vereinbarten Maßnahmen konsequent um. Sogenannte Multiplikatoren - zu Gesundheitsbotschaftern ausgebildete Mitarbeiter - helfen der Beauftragten, regelmäßige Bewegungspausen am Arbeitsplatz in den Abteilungen durchzuführen, die Teams zu begeistern und bei der Stange zu halten. „Wichtig ist dass wir dranbleiben." Wir haben zum Beispiel bisher keinen Erfolg mit einem Kurs zur Rauchentwöhnung. Doch wir werden ihn wieder anbieten“, betonte Marion Glantschnig.

Psyche niemals außer Acht lassen

In der EurimPharm-Tochter Alphamed in Salzburg ging sie das Betriebliche Gesundheitsmanagement strategisch an. Es gab gemeinsam mit einem Projektkoordinator der Betrieblichen Gesundheitsförderung der Salzburger Gebietskrankenkasse und einem externen Berater eine Kick-Off- Veranstaltung und eine Umfrage bei den Mitarbeitern zu gesundheitsfördernden und belastenden Faktoren am Arbeitsplatz. 

„Da kommen auch Dinge zutage, die mit der Optimierung von Prozessen, der internen Kommunikation sowie Mitarbeiterführung zu tun haben. Dabei ist es wichtig, die Führungskräfte mit ins Boot zu holen und auf deren Unterstützung bei der Umsetzung der Maßnahmen zu bauen“, so Glantschnig, die auch eine Ausbildung als Coach hat. Ein umfassendes Betriebliches Gesundheitsmanagement gelinge jedoch nur dann, wenn psychische Belastungen ernst genommen werden, egal ob beruflicher oder privater Natur. So wurden beispielsweise Einzelgespräche mit allen Mitarbeitern und Führungskräften geführt, welche unter anderem positive Ergebnisse hinsichtlich Verbesserung der internen Kommunikation und der Arbeitsabläufe brachten.

Unternehmer hat gesetzliche Pflicht

Der Arbeitgeber hat eine gesetzliche Fürsorgepflicht. Das machte Dr. Gabriele Lüke von der IHK München und Oberbayern deutlich. „Das ist auch Ausdruck des ehrbaren Kaufmanns.“ Und er bekommt Unterstützung. 500 Euro pro Mitarbeiter im Jahr sind für Maßnahmen zur Gesundheitsförderung absetzbar. 

Im Präventionsgesetz von 2015 wurden außerdem die Sozialversicherungsträger wie die Krankenkassen verpflichtet, in die betriebliche Gesundheitsförderung zu investieren. Ein wichtiger Partner ist für EurimPharm daher die AOK-Krankenkasse. Antje Schwamberger-Perschl zeigte auf, wie ihr Unternehmen Betriebe unterstützt. Die kostenfreien Maßnahmen reichen von der Beratung über Vorträge bis hin zu Seminaren. 

Pressemitteilung Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land mbH

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