Kulinarischer Streifzug durch die Biosphärenregion

Immer im Blick: Gesundheit, Nachhaltigkeit und Regionalität

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Abendveranstaltung „Unsere Ernährung: regional, ge- sund, nachhaltig“ v.l.n.r.: Dr. Lucia Jochner-Freitag (Biosphä-renregion BGL), Rosmarie Hainz (3. Bgm. Stadt Laufen), Dr. Jörg Weiland (Chefarzt Kreisklinik Bad Reichenhall, InnereMedizin), Agnes Streber (Nachhaltigkeitsexpertin), Lena Gru- ber (Gesundheitsregionplus BGL), Dr. Peter Loreth (Biosphären- region BGL)

Berchtesgadener Land - Wir schauen zurück auf eine spannende Veranstaltungsreihe der Biosphärenregion Berchtesgadener Land und der Gesundheitsregionplus Berchtesgadener Land: „Genuss zwischen Wiesen und Bergen.“

Nachhaltig, enkelgerecht, zukunftssichernd, vorausschauend,... es gibt viele Möglichkeiten, das Verhalten zu beschreiben, welches es nachfolgenden Gene- rationen ermöglichen soll, mit denselben Lebensgrundlagen und Ressourcen ihr Leben zu bestreiten, wie wir es momentan dürfen. Und es betrifft viele, wenn nicht sogar alle unsere Lebensbereiche. Unter anderem natürlich auch die Ernährung und somit die Gesundheit des Menschen. Aus verschiedenen Blickwinkeln wollten wir in unserer Veranstaltungsreihe daher der Frage nachgehen:„Wie können wir uns heute gesund und in Verantwortung für unsere natürlichen Lebensgrundlagen ernähren?“

Dies geschah einerseits ganz praktisch inunterschiedlichen Kochkursen und andererseits bei einer Abendveranstaltung mit Kurzvorträgen,Diskussion und Infoständen

Vegetarischer Kochkurs und Outdoor-Kochkurs

„Vegetarisch kochen – mit regionalen Lebensmitteln“ – mit Karin Deinbeck im Café und Bioladen Zallis

Mit einem vegetarischen Kochkurs im Bioladen Zallis mit Karin Deinbeck startete die Veranstaltungsreihe im Juni diesen Jahres. Gekocht wurde ausschließlich mit regionalen und biologischen Zutaten, die bei einer gesunden und klimaverträglichen Ernährungsweise immer im Mittelpunkt stehen sollten. Dass der Genuss nicht zu kurz kommt, zeigte sich beim Verzehr der selbstgemachten Gerichte: Dinkelvollkornpizza, Karotten-Tomaten Aufstrich, Schokocreme bis zum „Alles- was-da-ist-Salat“ – um nur einige von ihnen zu nennen.

„Outdoor Gourmetküche – Kochen in der freien Natur“ mit Renate Schertle

Das Gute liegt so nah – wieso nicht einfach selbst Wildpflanzen, wie z.B. Brennnessel, Giersch oder Schafgarbe sammeln und zu einem köstlichen Essen bereiten? Unter der fachkundigen Anleitung von Renate Schertle von der Kräuterwerkstatt konnten sich die Teilnehmenden bei der zweiten Veranstaltung, einemOutdoor-Kochkurs, von demGenuss der „wilden Küche“ überzeugen. Salate, Suppen, Chutneys oder Limonade und Küchlein – bestimmte heimische Wildpflanzen schmecken nicht nur lecker, deren Verzehr ist auch besonders klimafreundlich und versorgt unseren Körper mit Inhaltsstoffen, die in vielen gezüchteten Sorten nicht mehr enthalten sind. Da es unter unseren heimischen Wildpflanzen auch äußerst giftige Arten gibt, nur bekannte Arten sammeln und diese vor dem Verzehr blanchieren! 

„Kochen auf der Alm“ mit Gertraud Gafus auf der Fürmann Alm: Auf dem Speiseplan standen u.a. Rinderrouladen.

Auf die Fürmann Alm ging es beim dritten Kochkurs der Veranstaltungsreihe. Die Teilnehmenden verarbeiteten gemeinsam mit Gertraud Gafus gesundes Biofleisch vom Pinzgauer Rind und saisonale Gemüsesorten mit viel Gefühl und Erfahrung. Woher das Fleisch kommt, ist den Verbrauchern oft unbekannt. Gertraud Gafus wünscht sich ein Umdenken: lieber seltener und weniger Fleisch essen und dafür von Tieren, die aus ökologischer Landwirtschaft stammen. Am Ende des Abends genossen die Teilnehmenden begeistert ihre selbst zubereiteten Werke: Rouladen mit Kartoffelpüree und Gemüse sowie Tafelspitz mit Kartoffelecken und Bayerischer Creme. 

Abendveranstaltung "Regionale Küche - Gut für mich. Gut für unsere Umwelt"

Den Abschluss bildete die Abendveranstaltung „Regionale Küche – Gut für mich. Gut für unsere Umwelt“ im Alten Rathaus der Stadt Laufen im Oktober. Zu Beginn konnten sich die Besucherinnen und Besucher an Ständen von regionalen und nachhaltig wirtschaftenden Betrieben über Bioanbau, Bioprodukte und gesunde Lebensmittel informieren. Vertreten waren die Solidargemeinschaft Berchtesgadener Land e.V., der Weltladen Laufen, der Biohof Lecker, die Bio- Bäckerei Wolfsgruber, die Kräuterwerkstatt von Renate Schertle und die Fürmann Alm. Das Bio- Buffet zauberte Karin Deinbeck vom Café und Bioladen Zallis im Anschluss an die Vorträge und die rege Diskussion, bei der unter anderem Steinschaf „Jockl“, eine Marionette der Kesslfligga, die tierische Sichtweise ins Gespräch brachte. Herzlichen Dank für den kostenfreien Ausflug von Jockl an Bettina und Jochen Nistler!

Auswirkung der Ernährung auf unsere Gesundheit

Die Chancen für die nachfolgenden Generationen erhalten – wie wir das durch unser Einkaufs- und Ernährungsverhalten beeinflussen können und wie sich unsere Ernährung ganz konkret auf unsere Gesundheit und auch auf den Klimawandel auswirkt, waren Themen der Vorträge von Humanmediziner Dr. Jörg Weiland und Nachhaltigkeitsexpertin Agnes Streber und der anschließenden, von Dr. Lucia Jochner-Freitag und Lena Gruber moderierten Diskussion. Bereits bei der Begrüßung der Gäste wies Dr. Peter Loreth, Leiter der Biosphärenregion, darauf hin, dass die regionalen Aufgaben der Biosphärenregion wie beispielsweise der Klimaschutz als wesentlicher Auftrag der UNESCO sowie die Ziele der Gesundheitsregionplus als größere und teilweise weltumspannende Ziele ganz klar mit der persönlichen Verantwortung des Menschen im Zusammenhang stehen. Dies sichtbar zu machen und den Menschen ein Gefühl dafür zu geben, was jeder einzelne durch seine Ernährung für seine eigene Gesundheit und auch für den Klimaschutz tun kann, war eines der Ziele der Veranstaltung und der ganzen Veranstaltungsreihe.Elf Tonnen CO2-Äquivalent beträgt die durchschnittliche Pro-Kopf-Emission in Deutschland. Nach Angaben des Umweltbundesamtes wäre eine Tonne pro Kopf nachhaltig

Regionalität, Bio, Fairness

Wie kann also der Weg zu einer Tonne aussehen? Agnes Streber betonte, dass das derzeitige System, in dem wir leben, klima- und ressourcenschädigend ist und auf Dauer nicht funktionieren wird. Doch sie zeigte sich auch optimistisch: Die Wünsche der Verbraucher und auch die Einstellung der Akteure entlang der Wertschöpfungskette ändern sich derzeit. Der Trend geht zu mehr Regionalität, mehr Bio und mehr Fairness. Die großen Unsicherheiten sind global (Klimawandel, Spekulationen, Dürren, Kriege u.a.). Trotzdem rät die Nachhaltigkeitsexpertin dazu, den Fokus bei Veränderungen auf die Region und die Kommune zu legen, denn auf diesem Weg ist am leichtesten etwas zu bewegen. Die Kreisläufe der Region zu stärken und regional ein Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Ernährung, Gesundheit und Klimawandel zu schaffen, ist ein wichtiger Grundstein

"Mit jedem Einkauf gestalten wir unsere Zukunft mit!“

Die Message lautet also: „Mit jedem Einkauf gestalten wir unsere Zukunft mit!“ Dr. Jörg Weiland betonte bei seinem Vortrag besonders den offensichtlichen Zusammenhang zwischen gesunder Ernährung und Wohlbefinden. Gesundes Essen soll Genuss bereiten und Freude machen, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit garantieren und bedarfsgerechte Energie zuführen. Auch Rosmarie Hainz, 3. Bürgermeisterin der Stadt Laufen, griff in ihrem Grußwort das Zitat von Winston Churchill„Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen“ auf, was den Zusammenhang zwischen Ernährung und seelischen Wohlbefinden nochmals deutlich macht. Weiland erläutert, dass die Befindlichkeit des Darms in direktem Zusammenhang mit der Ernährung steht. Gerade wenn es um die Ursache vieler Krankheiten geht, tritt der Darm immer mehr in den Fokus. Da eine ausgewogene Ernährung zu einem ganzheitlichen Wohlbefinden beiträgt und der Entstehung von Krankheiten vorbeugt, sieht Dr. Weiland die Aufklärung und Sensibilisierung für gesunde Ernährung als wichtigen Bestandteil in allen Berei- chen des Gesundheitswesens. Das Berchtesgadener Land empfindet er als eine Region, in der es viele Menschen gibt, die schätzen, was sie haben und sich dafür einsetzen, um es zu erhalten. 

Wir bedanken uns herzlich bei allen an der Veranstaltungsreihe Mitwirkenden für die konstruktive und gute Zusammenarbeit!

Pressebericht: Regierung von OberbayernBiosphärenregion Berchtesgadener Land

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