Informationsveranstaltung des CSU-Ortsverbands Bad Reichenhall:

Für jedes Kind ein Kindergartenplatz

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Hier soll der neue Kindergarten Froschham entstehen: Das Spieldienergrundstück in der Salzburger Straße

Bad Reichenhall - Das Thema Kinderbetreuung hat in Bad Reichenhall die Wogen in den letzten Wochen höher schlagen lassen und so war das Interesse von Eltern und Bürgern an der Informations- und Diskussionsveranstaltung der Reichenhaller CSU auch entsprechend groß: Der Veranstaltungsraum war bis auf den letzten Platz besetzt und rund 50 Teilnehmer nutzten die Chance, sich zu informieren und sich zu beteiligen. Der CSU-Ortsvorsitzende Christoph Lung wies in seinen einleitenden Begrüßungsworten darauf hin, dass Kinderbetreuung ein vielgestaltiges, aber auch komplexes Thema für die Kommunen sei. In Bad Reichenhall genießt es derzeit Priorität, der Stadtrat habe in den vergangenen Wochen mehrfach überobligatorische Leistungen erbracht, um die Verwaltung zu unterstützen.

In Form eines Interviews stellte Christoph Lung dem Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner die drängendsten Fragen, die den Eltern derzeit auf den Nägeln brennen. Immerhin war in den vergangenen Wochen bekannt geworden, dass ab September bis zu 100 Kindergartenplätze fehlen würden. Kann man nicht an den Geburtenzahlen oder den Daten des Einwohnermeldeamtes den Bedarf ziemlich genau ermitteln? Nach einem kurzen Überblick über die bestehenden Kinderbetreuungseinrichtungen im Stadtgebiet kam Lackner zur Sache: Auf die Frage, wie es sein könne, dass sich der beachtliche Mehrbedarf an Kindergartenkindern so plötzlich herausgestellt habe bzw. warum das dem Stadtrat erst so spät mitgeteilt wurde, antwortete Lackner, Grund hierfür sei ein Ursachenbündel: Tatsächlich sei die Dynamik der Entwicklung nicht absehbar gewesen, der gesellschaftliche Wandel bzw. die geänderten Wünsche der Elternschaft führen derzeit zu einer massiven Mehr-Nachfrage als kalkuliert. Ein Mitarbeiterwechsel in der Verwaltung zur maßgeblichen Zeit komme hinzu zu den Ursachen der geburtenstarken Jahrgänge, die durch Zuzug von jungen Familien und Asylbewerbern mit Kindern noch verstärkt worden sei. Auch die Inklusionsthematik führe zu einem höheren Aufwand der Stadt, da hier ein höherer Betreuungsschlüssel anzusetzen sei.

Stadtrat und Verwaltung haben aber nach Bekanntwerden der Zahlen rasch reagiert und den Neubau eines viergruppigen Kindergartens an der Salzburger Straße am Spieldienergrundstück beschlossen. Im Laufe der Planungen habe sich erwiesen, dass es möglich und sinnvoll ist, im selben Gebäude auch zwei Krippengruppen unterzubringen. Der Stadtrat habe daher zu Gunsten dieser besseren Lösung entschieden. Auf Grund dessen sei man aber über den maßgeblichen Schwellenwert im VgV-Verfahren gerutscht. Somit sei vergaberechtlich eine Neuausschreibung des Projektes erforderlich geworden; man habe aber auf die bis dahin gelaufenen Planungen aufsetzen können, sodass das bis dahin verauslagte Geld nicht umsonst ausgegeben worden war. Fertigstellung des Kindergartens Froschham sei nun für Ende 2018 geplant.

Wie aber wird die Zeit bis dahin überbrückt? Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner konnte auf diese Frage eine mehr als zufriedenstellende Antwort geben: Der Stadrat hat entschieden, zwei Übergangskindergärten einzurichten und darüber hinaus einen dauerhaften Waldkindergarten in Marzoll am Sportplatz zu schaffen. Der Waldkindergarten sei ein innovatives Konzept, das Spielen ausschließlich im Freien vorsieht und anders geartet sei als die Konzeption herkömmlicher Kindergärten. Dementsprechend sei das Angebot freiwillig, keiner werde gegen seinen Willen gezwungen, sein Kind dorthin zu schicken. Dennoch rechne man mit sehr hoher Nachfrage, da schon jetzt etliche Eltern ihr Interesse bekundet hätten. Die Übergangskindergärten wiederum befinden sich zum einen im evangelischen Gemeindehaus in der Adolf-Schmidt-Straße (rund 30 Plätze), zum anderen soll auf dem städtischen Gelände der ehemaligen Pension Eva-Maria an der Zenostraße nun mit Containern der restliche Bedarf an Plätzen aufgefangen werden. Damit entstehe übergangsweise ein eigenständiger Kindergarten mit Freispielfläche, der aber auch Synergieeffekte mit den umliegenden Kinderbetreuungseinrichtungen bringen könne. Auf Nachfrage, ob auch genügend Personal zu Verfügung stehe, antwortete Lackner, der Stadtrat habe der Verwaltung den Auftrag erteilt, für alle drei dieser Kindergärten das nötige Personal anzuwerben. Die Bewerberlage zeichne sich schon jetzt als gut ab. Somit konnte Dr. Herbert Lackner die Zusage machen, dass alle Reichenhaller Kinder, die dies benötigen, ab September einen Kindergartenplatz erhalten. Die entsprechenden Mitteilungen werden ab nächster Woche verschickt.

Christoph Lung wollte weiter wissen, was der Oberbürgermeister plane, um ähnliche Situationen für die Zukunft zu verhindern. Er wies darauf hin, dass es schon vor einiger Zeit einen Antrag der CSU-Fraktion im Stadtrat gegeben habe, ein Gesamtkonzept für Kinderbetreuung zu erstellen; dieser Antrag sei einstimmig befürwortet worden, die Umsetzung lasse aber immer noch auf sich warten. Ferner sei gefordert worden, das Anmeldeverfahren endlich zu vereinheitlichen. Dr. Lackner sagte zu, dass dies genau jetzt geschehen solle. Zunächst müsse eine stärkere Vernetzung mit der Katholischen Kirche erfolgen, die die Kindergärten St. Zeno und St. Nikolaus betreibt. Er habe bereits Kontakt mit Stadtpfarrer Straßer-Langenfeld aufgenommen und sein Ansinnen vorgetragen; der Stadtpfarrer habe durchaus aufgeschlossen reagiert und Näheres werde man mit den zuständigen Stellen demnächst besprechen. Der Oberbürgermeister möchte hierfür zunächst aber auch das Anmeldeverfahren in der Stadtverwaltung selbst modernisieren und verwies hierbei auf seine eigenen Erfahrungen, die er als Familienvater gesammelt habe.

Stefan Kantsperger, der städtische Referent für Kindertagesstätten und Kinderbetreuung, wies darauf hin, dass in den kommenden Jahren etliche Kindergärten saniert bzw. renoviert werden: Die Planungen für den Kindergarten Marzoll laufen bereits. Sodann stehe der Kindergarten Leiterer Weg zur Sanierung an. Auch die Kindergärten an der Hubertusstraße und in Karlstein seien in den nächsten Jahren anzugehen. Die Stadt Bad Reichenhall sei daher gut beraten, die Übergangskindergärten so zu planen, dass sie auch während dieser Umbauphasen zur Verfügung stehen. Ins gleiche Horn blies Christoph Lung: Er regte, die Stadtverwaltung solle auf einen mittelfristigen Zeitraum von fünf Jahren planen und sich so organisiseren, dass nicht wieder kurzfristige und teure Ersatzlösungen gefunden werden müssten. Dr. Herbert Lackner stimmte dem zu: Er versprach, in den kommenden Wochen einen derartigen Plan ausarbeiten zu lassen, warb aber um Verständnis, dass jetzt erst einmal wichtig gewesen sei, die akute Mangelsituation zu beheben. Dies sei mehr als erfolgreich gelungen. Damit leitete Ortsvorsitzender Christoph Lung in die Diskussion über, die eine bunte Themenpalette rund um die Kinderbetreuung in Bad Reichenhall behandelte und zwar viele Fragen beantwortete, aber durchaus auch neue aufwarf (gesonderter Bericht folgt).

CSU-Ortsverband Bad Reichenhall

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