Offener Austausch über ein komplexes Thema

SPD organisierte Fachgespräch Inklusion im Heilpädagogischen Zentrum Piding

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Pädagoginnen, Kommunalpolitiker und die Landtagsabgeordnete diskutierten beim „Fachgespräch Inklusion“ (im Vordergrund von links nach rechts): Dieter Schaefer (Vorsitzender SPD Piding), Hans Metzenleitner (Sprecher SPD-Kreistagsfraktion), stehend Ilona Deckwerth, MdL

Piding - Bewährte Einrichtungen erhalten und die damit erreichten Erfolge sichern und trotzdem immer weiter die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen der Gesellschaft verbessern - vor diesen Ansprüchen steht die Politik, wenn es um das komplexe Thema Inklusion geht. Bei einem von der SPD Berchtesgadener Land und dem Ortsverein Piding oganisierten Fachgespräch im Heilpädagogischen Zentrum Piding tauschten sich vor kurzem Teilnehmer aus vielen verschiedenen Bereichen mit der SPD-Landtagsabgeordneten Ilona Deckwerth aus Füssen über dieses Thema aus.

Die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des öffentlichen Lebens – dieses hohe Ziel beschreibt der Begriff Inklusion, der auch im Berchtesgadener Land seit einigen Jahren die Arbeit von vielen Organisationen, Einrichtungen und Institutionen prägt. Nunmehr hat die SPD Piding gemeinsam mit dem SPD-Kreisverband zu einem Fachgespräch Inklusion in das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) in Piding eingeladen. Für einen Impuls aus der Landespolitik sorgte die vor kurzem in den Bayerischen Landtag nachgerückte Abgeordnete Ilona Deckwerth aus Füssen, die selbst Sonderpädagogik studierte hatte und bis vor kurzem als Lehrerin in einem Sonderpädagogischen Förderzentrum arbeitete.

Statt wie üblich nur zu einem Referat mit anschließender Diskussion einzuladen, hatten der Vorsitzende der SPD Piding Dieter Schaefer gemeinsam mit seinem Landkreiskollegen Roman Niederberger zuerst zu einem formlosen Kennenlernen bei Getränken und einem kleinen Imbiss im HPZ eingeladen. Beide bedankten sich zu Beginn der Veranstaltung herzlich bei dem Gastgeber und Leiter des HPZ Gerhard Spannring. Dieser wies in einem kurzen Grußwort darauf hin, dass das Buffet von der Schülerfirma des HPZ vorbereitet wurde und gab somit den Dank gleich weiter an die Schülerinnen und Schüler seiner Einrichtung. In den Gesprächen wurde deutlich, dass das Thema Inklusion die gesamte Gesellschaft betrifft; entsprechend vielfältig war der Hintergrund der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung. Von Erzieherinnen aus einer Kindertagesstätte in Schönau am Königssee, vielen Beschäftigen aus Einrichtungen für Menschen mit Behinderung über deren Beauftragte des Landkreises Hannelore Bohm bis zu interessierten Kommunalpolitikern reichte der Kreis.

In ihrem Impulsreferat machte Ilona Deckwerth deutlich, dass für sie Inklusion Anspruch und Verpflichtung zugleich sei. Das hohe Ziel, gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereich zu ermöglichen, werde aber teilweise wegen fehlender Mittel und nicht zu Ende gedachten Konzepten verfehlt. „Vor allem der Freistaat Bayern hat es in der Hand, dafür zu sorgen, dass Inklusion zu einem Markenzeichen von Gerechtigkeit und nicht zu einem Sparprogramm mit schlechten Ruf wird“, zeigte sie sich überzeugt. Nicht nur in bayerischen Städten und Gemeinden gebe es gelungene Beispiele für das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung in Schulen und Kindergärten. Insbesondere in Österreich gebe es in der kleinen Ortschaft Reutte im Bezirk Außerfern und auch im Bundesland Salzburg neue Konzepte und erfolgreiche Modelle.

In der Diskussion warnten Teilnehmer davor, bewährte und erfolgreiche Einrichtungen wie das HPZ für den ungewissen Mehrwert eines inklusiven Bildungs- und Betreuungssystems zu opfern. „Unser Ziel ist selbstverständlich auch eine inklusive Gesellschaft. Manchmal lässt sich dies aber besser mit eigenen Einrichtungen erreichen“, so Gerhard Spannring. Während der Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Hans Metzenleitner eine deutliche Erhöhung der Mittel und damit des Personals als Hauptvoraussetzung für ein Gelingen von Inklusion darstellte, sah eine Erzieherin aus Schönau am Königssee vor allem bürokratische Hindernisse, die dem Miteinander im Wege stehen. Hannelore Bohm sprach sich für ein breites Verständnis von Inklusion aus und wies auf eine aktuelle Kampagne für mehr barrierefreie Toiletten hin.

In der weiteren Diskussion machte Ilona Deckwerth deutlich, dass es ihr auf keinen Fall um den Abbau von bestehenden Einrichtungen und Unterstützungsangeboten geht. „Inklusion braucht im Gegenteil deutlich mehr Fachleute und ein ausgebautes, dezentrales Angebot“, stellte die Landtagsabgeordnete zum Abschluss der Veranstaltung fest. Mit einem kleinen Geschenk bedankte sich der SPD-Kreisvorsitzende bei ihr und beim Gastgeber Gerhard Spannring für die gelungene Veranstaltung und kündigte an, dass die SPD vor Ort bei dem Thema Inklusion weiterhin am Ball bleiben will.

SPD Berchtesgadener Land, Roman Niederberger

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