100 Jahre Frauenwahlrecht: überall selbstverständlich?

Filmabend der SPD Berchtesgadener Land bei Freilassinger Demokratiewoche

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Feierten gemeinsam mit den Besuchern im „Laden“ 100 Jahre Frauenwahlrecht (von links nach rechts): Bezirkstagskandidat Markus Aicher, Dr. Bärbel Kofler, MdB und Landtagskandidatin Susanne Aigner

Freilassing - Gegen Ende der „Woche der Demokratie“ in Freilassing zeigte die SPD Berchtesgadener Land im „Laden“ in der Hauptstraße einem berührenden Film zum Frauenwahlrecht. Als Gäste waren die heimische Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler und die Landtagskandidatin Susanne Aigner dabei, die mit den Besuchern auch über die aktuelle Situation der Frauenrecht diskutierten.

In Deutschland ist es Frauen seit 100 Jahren möglich, zu wählen. Das musste hart erkämpft werden – von den Frauen. In einem von der SPD BGL gezeigten Filmbeitrag wurde deutlich, wie schwer das unter den gegebenen Voraussetzungen in der Schweiz war. Der Film "Die göttliche Ordnung" zeigte auf, wie sehr es dort noch 1971 den Männern gelegen war, am starren Rollenbild festzuhalten. Chauvinistische Vorurteile und echte Frauensolidarität trafen aufeinander, als die Frauen in einem kleinen Dorf in der Schweiz für sich feststellten, dass sie Gleichberechtigung einfordern wollen. Die Frauen mussten ihre eigenen Männer davon überzeugen, für ihre Rechte zu stimmen.

Der Film geht gut aus, letztlich haben alle Kantone der Schweiz das Frauenwahlrecht eingeführt, wenn auch mit unterschiedlichem Tempo und Mehrheitsverhältnissen. In dem Film schilderte die sympathische Hauptdarstellerin Marie Leuenberger: "Wir sind 1,8 Mio. Frauen und werden von 1,6 Mio. Männern regiert. Das wollen wir nicht mehr." In einer echten Demokratie zählt jede Stimme und die Frauen haben erkannt, dass sie sich nicht mehr nur von Männern regieren lassen wollen.

Die SPD BGL zeigte genau diesen humorvollen Film in der Freilassinger Woche der Demokratie mit Dr. Bärbel Kofler (MdB und Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung), um auf wesentliche Menschenrechte in einer Demokratie hinzuweisen. "Frauenrechte sind Menschenrechte" war der Slogan einer Demonstration in Zürich zu der damaligen Zeit und dafür setzt sich Bärbel Kofler auch heute als Politikerin auf Bundesebene ein.

Mit der Landtagskandidatin Susanne Aigner und dem Bezirkstagskandidaten Markus Aicher war im Anschluss noch bei einem Glas Sekt und Snacks Zeit für den Austausch über den Film. Über eigene Erfahrungen mit den Rollenzuschreibungen wurde berichtet. Für echte Gleichberechtigung ist noch Luft nach oben, waren sich die Besucher einig. So seien auch in den heimischen Gemeinde- und Stadträten noch lange nicht Frauen zur Hälfte vertreten.

Die Koordinatorin von "Demokratie Leben - Freilassing" Britta Schätzel gab zu bedenken, dass Frauen eher in Ehrenämtern und im Hintergrund arbeiten und weniger sichtbar sind. Eine echte eigene Vertretung könne es nur geben, wenn Frauen sich selbst und andere Frauen wichtige Aufgaben zutrauen und für diese auch wählen Auf alle Fälle seien 100 Jahre Frauenwahlrecht in Bayern auch in Freilassing ein echter Grund zum Feiern, waren sich alle Besucher des Filmabends zu dessen Abschluss einig.

SPD Berchtesgadener Land, Roman Niederberger

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