Trotz Rentenerhöhung: gesetzliche Rente reicht besonders bei Frauen oft nicht zum Leben

Neuer Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt nahm bei erster Vorstandssitzung Stellung zur Situation im Landkreis

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Der neue Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt Berchtesgadener Land bei seinem ersten Treffen (von links nach rechts): Johann Schubert (Vorsitzender), Manfred Rau (Beisitzer), Susanne Aigner (Beisitzerin), Dr. Werner Vietze (Beisitzer), Anneliese Hinterbrandner (Beisitzerin), Roman Niederberger (stv. Vorsitzender)

Piding - Zu seinem ersten Treffen nach der Neuwahl ist vor kurzem der Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Berchtesgadener Land in der AWO-Begegnungsstätte im Pidinger Haus der Vereine zusammengekommen. Den inhaltlichen Schwerpunkt des Treffens bildete die aktuelle Situation der Rentnerinnen und Rentner im Landkreis.

„Es ist gut, dass jetzt wieder aus allen Teilen des Landkreises aktive AWO-Mitglieder im Kreisvorstand vertreten sind“, freute sich der Kreisvorsitzende Johann Schubert in seiner Begrüßung. Dies sei eine gute Grundlage, um der Doppelfunktion der AWO Berchtesgadener Land gerecht zu werden: die wichtigen Einrichtungen wie den Kinderhort in Freilassing und die Ganztags- und Mittagsbetreuungen in Bad Reichenhall auf hohem Niveau weiterzuführen und zugleich die Ortsvereine bei ihren Aktivitäten und der Gewinnung neuer Mitglieder zu unterstützen.

Gerade in den vergangenen Jahren habe sich auch im Landkreis gezeigt, wie viele Menschen jeden Alters bereit sind, sich für soziale Anliegen zu engagieren. „Die AWO kann hier mit ihren solidarischen Grundwerten und ihrer Organisationskraft die Basis für Projekte, Aktionen und Veranstaltungen bieten – wir freuen uns über neue Vorschläge und Ideen“, waren sich die Vorstandsmitglieder einig.

Im Anschluss beschäftigten sich die Vorstandsmitglieder mit der aktuellen Situation der Rentnerinnen und Rentner im Berchtesgadener Land. Die Durchschnittsrente in der gesetzlichen Rentenversicherung liegt im Landkreis bei 760,19 Euro und damit deutlich unter dem bayernweiten Wert. Besonders schwierig ist die Situation für die Rentnerinnen mit durchschnittlich 605,67 Euro. „So positiv die für dieses Jahr beschlossene Erhöhung von 3,22 Prozent für die bayerischen Rentner ist: für die Frauen, die im Berchtesgadener Land auf die gesetzliche Rente angewiesen sind, ist es nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, machte das neue Vorstandsmitglied Susanne Aigner aus Laufen deutlich.

Die Politik müsse handeln, damit Unterbrechungen im Erwerbsleben, längere Teilzeitbeschäftigungen und niedrige Löhne nicht in die Altersarmut führen, ergänzte der VdK-Kreisvorsitzende Manfred Rau, der ebenfalls neu im Vorstandsteam der AWO vertreten ist. Insbesondere bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen müsse für eine bessere Absicherung gesorgt werden, waren sich Anneliese Hinterbrandner und Dr. Werner Vietze von der AWO Bischofswiesen-Berchtesgaden einig. Als ersten wichtigen Schritt sprach sich der stellvertretende Vorsitzende Roman Niederberger für eine zügige Einführung der im Koalitionsvertrag zwischen Union uns SPD vereinbarten Grundrente aus.

„Eine solidarische Gesellschaft organisiert einen fairen Ausgleich zwischen jungen und älteren Menschen und achtet die Menschenwürde unabhängig vom Alter. Dafür gibt es auch weit über das Thema Rente hinaus bei uns im Landkreis noch einiges zu tun“, fasste Johann Schubert zum Abschluss des Treffens die Diskussion zusammen.

Arbeiterwohlfahrt Berchtesgadener Land, Roman Niederberger

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