Interessante Besichtigung im Sommerprogramm

CSU Bad Reichenhall zu Gast bei Rheinmetall in der Fronau

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Die Besuchergruppe der CSU Bad Reichenhall zeigte sich beeindruckt von den innovativen Lösungen, die Rheinmetall zur Abwehr von Gefahren entwickelt

Bad Reichenhall - Der Kreisverband Außen- und Sicherheitspolitik der CSU (ASP) besichtigte kürzlich gemeinsam mit dem CSU-Ortsverband Bad Reichenhall die Betriebsstätten von Rheinmetall in der Fronau. Dort erfuhren die Teilnehmer viele interessante Fakten über die Tätigkeit des Unternehmens in der Region und konnten sich selbst ein Bild davon machen, welche hochkomplexen technologischen Entwicklungen im Bereich der Verteidigung dort aktuell vorangetrieben werden. Dabei wurde deutlich, dass Rheinmetall Defence in der Region ein sehr attraktiver Arbeitgeber ist, der insbesondere auf stabile, langfristige Beschäftigungsverhältnisse setzt und daher in besonderer Weise die heimische Bevölkerung anspricht.

Das Interesse der Teilnahmewilligen war so groß, dass im Vorfeld der Besichtigung die Liste geschlossen werden und einige Interessenten vertröstet werden mussten. Doch auch so saßen die Teilnehmer im Vortragsraum der Firma Rheinmetall dicht gedrängt und verfolgten mit Spannung die Ausführungen der Referenten. Nach einer kurzen Begrüßung durch den CSU-Ortsvorsitzenden Christoph Lung, bei der er besonders die Reichenhaller Stadträte Martin Schoberth und Werner Mägerle sowie den Oberbürgermeister Dr. Herbert Lackner hervorhob, übernahm mit Diplom-Kaufmann Stefan Kruselburger der Leiter des Vertriebs im Geschäftsbereich „Protection Systems“: Er stellte die Struktur der Firma Rheinmetall vor, die als Konzern ihren Sitz in Düsseldorf hat. Die im M-Dax gelistete Rheinmetall AG beschäftigt weltweit rund 23.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Jahr 2016 einen Jahresumsatz von 5,6 Milliarden Euro. In der Fronau ist ein Teil von Rheinmetall Defence, also dem auf Verteidigung spezialisierten Unternehmensteil, angesiedelt: Genauer gesagt ist in der Fronau eine Niederlassung der Rheinmetall Waffe Munition GmbH.

Martin Fegg, Produktbereichsleiter Softkill Protection, erläuterte zunächst die Geschichte des Standortes im Gemeindegebiet von Schneizlreuth. Auf dem Gelände war ursprünglich ein Sitz von Radio Free Europe, der später von der Familie Buck übernommen und als Fertigungsstätte bei ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit eine wesentliche Rolle spielte. Noch heute ist die Firma Buck vielen Einheimischen ein Begriff und tatsächlich trägt der Standort auch nach der Übernahme durch Rheinmetall im Jahre 1999 den offiziellen Namen „Niederlassung Buck Fronau“. Doch was geschieht dort genau? Wie Fegg erläuterte, beschäftigen sich die Mitarbeiter in der Fronau insbesondere mit der Abwehr von Gefahren, die etwa durch Raketen oder Lenkflugkörper drohen. Dann bestehen die prinzipiellen Möglichkeiten, die Gefahr selbst unschädlich zu machen (Hardkill) oder aber durch „Tarnen und Täuschen“ die Gefahr abzulenken (Softkill). Wie so etwas geschehen kann, zeigte Fegg anschaulich durch Vergleiche mit der Tierwelt auf. So reagiert jedes Tier auf bestimmte Schlüsselreize, andere Merkmale interessieren hingegen weniger. Ebenso verhält es sich bei abgefeuerten Waffen, die selbsttätig ihr Ziel suchen: Auf manche Reize reagieren diese Systeme, auf andere hingegen nicht.

Diese Erkenntnisse hat man sich bei der Konstruktion des automatischen Täuschkörpersystems MASS zu Nutze gemacht, des Multi Ammunition Softkill System. Dieses bietet Schutz gegen moderne, sensorgelenkte Flugkörper. Wie die interessierten Besucher erfuhren, wird MASS insbesondere auf See eingesetzt, indem vor das eigentliche Ziel in sicherer Entfernung eine Art Vernebelungsmunition ausgebracht wird. Diese soll die anfliegenden Geschosse irritieren und rechtzeitig vor dem Aufschlag zum Absturz bringen. Dem herannahenden Lenkflugkörper wird also durch Vorspiegelung von Schlüsselreizen ein Ziel vor dem Ziel simuliert. Wie dies in der Praxis funktioniert, erläuterte Fegg anhand mehrerer Videos von aufgezeichneten Tests. Mit der Entwicklung von MASS hat Rheinmetall eine Schutzeinrichtung kreiert, die insbesondere in den maritimen Krisenregionen der Welt für die militärische und zivile Nutzung attraktiv ist. Es geht hierbei ausschließlich um die Abwehr von Gefahren, bei deren Realisierung eine Vielzahl an Menschenleben auf dem Spiel stehen würden. Rheinmetall findet sich dabei freilich im Wettbewerb mit anderen hochspezialisierten Unternehmen wieder, die ihrerseits versuchen, den Markt mit ihren Produkten zu versorgen. Die Käufer sind ganz überwiegend Staaten, die Rüstungsaufträge ausschreiben und dementsprechend potent sind, um sich die hochpräzisen und automatischen Abwehrsysteme leisten zu können.

Rheinmetall stellt sich demgemäß auf die internationale Käuferschicht ein, wie Sascha Diezmann in seinen Ausführungen hervorhob. Anschließend durfte die Besuchergruppe einen Blick auf ein „echtes“ MASS-Gerät werfen, das zu Testzwecken verwendet wird. Dabei wurde erklärt, dass der Aufbau und die Funktionsweise des Geräts darauf ausgelegt sind, dem Nutzer eine möglichst einfache Bedienung zu ermöglichen. Die Anwender müssten lediglich entscheiden, ob das MASS-System zum Einsatz kommen soll, und die Freigabe erteilen. Im Einsatzfall berechnet das System aus den Daten des Schiffes, der Umgebung und des herannahenden Flugkörpers alle notwendigen Parameter selbst und sorgt binnen Sekundenbruchteilen für einen optimierten Abschuss der Ablenk-Munition. Nach deren Ausbringen ist das Nachladen der Vorrichtung durch zwei Mann in weniger als einer Minute möglich.

Bei dem anschließenden gemütlichen Teil diskutierten die Teilnehmer der Besichtigung über die vorgestellten Fakten. Insbesondere dass das Unternehmen rund 60 sichere Arbeitsplätze in der Region bietet, stieß auf positive Resonanz. Davon sind zahlreiche Beschäftigungsverhältnisse im hochqualifizieren Bereich einzuordnen. Ingenieure, Physiker und Informatiker sind stets gesucht und Rheinmetall wirbt zunehmend um interessierte und gut ausgebildete junge Leute aus der Region. CSU-Ortsvorsitzender Christoph Lung bedankte sich abschließend bei allen Beteiligten für die informative Führung und hob hervor, dass vielen der Teilnehmer zuvor nicht klar gewesen sei, welche High-Tech-Lösungen für den Einsatz auf See in der unmittelbaren Nachbarschaft der bayerischen Berge ausgetüftelt werden: „Auch hier zeigt sich die einzigartige Verbindung von Laptop und Lederhosen. Rheinmetall kann sich glücklich schätzen, so hochkompetente und engagierte Mitarbeiter vor Ort zu haben.“

CSU-Ortsverband Bad Reichenhall

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