CSU-Sommerstammtisch in Laufen

Kreisverkehr am Marienplatz

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Im Gasthaus Greimel herrschte rege Diskussion beim öffentlichen Sommerstammtisch des CSU Ortsverbandes Laufen. Links der Hauptreferent Bürgermeister Hans Feil und rechts Ortsvorsitzender Bernhard Salomon

Laufen (Salzach) - Gut besucht von interessierten Gästen war der „Öffentliche Sommerstammtisch zum Thema Altstadt “ im Gasthaus Greimel, zu dem der CSU-Ortsverband Laufen geladen hatte. Ortsvorsitzender Bernhard Salomon, seit kurzem Stadtrat, zeigte sich erfreut über die gute Resonanz und ermunterte die Besucher: „Jetzt könnt Ihr mal richtig schimpfen!“ „Das bin ich gewohnt“ meinte Bürgermeister Hans Feil. Er informierte die Gäste umfassend und notierte sich Anregungen der Anlieger. Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Kreisverkehr nahm bereiten Raum ein. Er soll – ursprünglich für diese Woche vorgesehen- nun nächste Woche kommen. Der fließende Verkehr ebenso wie der ruhende waren Diskussionspunkte. Nicht alles ist machbar, was wünschenswert ist, erklärte der Referent. Und manchmal ist es wie beim Sprichwort: „Was dem einen sin Uhl ist dem anderen sin Nachtigall“. Die Interessen der einzelnen Bürger oder Gruppen stehen mitunter diametral gegenüber.

Eingangs zitierte der Bürgermeister übrigens einen Zeitungsartikel, in dem behauptet wurde, dass für eine Brücke über die Salzach Baurecht bestehe. Er stellte klar, dass sich dies auf eine Brücke bei Fridolfing beziehe und außerdem nicht stimme. „Ein Baurecht für eine Brücke bei Laufen gibt es nicht!“ stellte er klar, nachdem diesbezügliche Fragen im Rathaus eingetrudelt waren. Im Bundesverkehrswegeplan sei lediglich ein Planungsrecht eingeräumt- ein kleiner Schritt nach vorne. Dann stellte der Bürgermeister den Kreisverkehr dar. Er betonte mehrfach, dass es sich dabei um einen Versuch handelt, die Situation für Fußgänger zu erleichtern und den Verkehr etwas zu beruhigen, Die immer wieder angeregten Zebrastreifen könnten nicht angebracht werden weil links und rechts davon einfach nicht genügend Abstand sei, erklärte Feil. Er erinnerte auch daran, dass in der Schlossstraße ungünstig wenig Luftaustausch stattfindet durch die enge Bebauung. „Wir bei der Stadt, die Polizei das Straßenbauamt und das Landratsamt haben wirklich alles angedacht, was irgend möglich ist. Nun wollten wir was probieren“ erklärte Feil. Heraus kam der geplante Kreisverkehr. „Wir brauchen keinen Umbau, kein Baum muss gefällt werden“ stellte er klar. Hier kann der Wind von Osten und Westen durchblasen. In der Mitte wird ein Gummipoller installiert- den man bei Bedarf überfahren kann. Darum herum führt die Straße im Kreis und wenn man im Kreis fährt man langsamer, so die Annahme. Es gelte zwar jetzt schon Tempo 30- aber niemand halte sich daran. Nun soll im Radius von 13 Metern der Kreisel Abhilfe schaffen. In Freilassing gibt es schon ein Beispiel dafür, das, so der Referent, gut funktioniert. Kummer bereitet nach wie vor der Marienplatz, genauer sein Belag aus Flußbummerl. Auch die Bordsteine auf dieser Seite sind sehr hoch. immer wieder von vielen bemängelt. Nun rückt eine Besserung in weitere Ferne- nachdem das Ergebnis des provisorischen Kreisels erst abgewartet werden soll. „Wir wollen nicht was bauen, was dann später wieder weg muss“ meinte der Bürgermeister – nicht zur Freude vieler Besucher wie sich bei der Diskussion zeigte. Geplant ist aber auf jeden Fall später eine Umgestaltung mit Gehbahnen „und einem Belag, auf dem auch Damen mit hohen Schuhen laufen können“ betonte der Bürgermeister. Er sprach auch eine Überlegung an bezüglich einer Tiefgarage dort. Auf Anregung der Fraktion der Grünen wurde ein Elektro-Bürger-Auto angeschafft, das von Mitarbeitern der Stadtverwaltung schon für 3.000 Kilometer als Dienstfahrzeug genutzt wurde. Das Fahrzeug kann von jedem ausgeliehen werden, der/die sich anmeldet. Es steht gegenüber dem Rathaus an einem eigens dafür vorgesehenen Parkplatz mit Ladestelle - der leider, so die Erfahrung, sofort von anderen Besuchern blockiert wird. „Jetzt werden wir ein Taferl aufstellen müssen“ meinte das Stadtoberhaupt. Anhand einer Skizze erläuterte Hans Feil dann das Konzept für den ruhenden Verkehr. Das Thema berührte viele Besucher direkt und sie meldeten ihre Anregungen und Bedenken an, besonders die Firmen als Anlieger am Marienplatz. Grundsätzlich erklärte Hans Feil allerdings: „Wir können leider nicht jedem Bewohner der Altstadt einen Stellplatz garantieren. Es wird immer Kompromisse brauchen.“ Dabei sprach er auch ein Parkdeck in der Unteren Stadt an, das schon seit vielen Jahren immer wieder angeregt wird. Eine moderne Gestaltung mit 50 Stellplätzen auf zwei Etagen, wie sie von einer Städtebauplanungsfirma angeregt wurde, fand wenig Gegenliebe. Andererseits wurde darauf hingewiesen, dass es früher dort unten eine geschlossene Bebauung gab, die so in etwas wieder errichtet werden könnte. Ob aber die Besitzer der Häuser dahinter glücklich wären, wenn sie keine Aussicht mehr hätten, bezweifelte der Bürgermeister. Und wenn es eine Wohnbebauung gibt, werden wieder mehr Stellplätze gebraucht- es scheint ein gordischer Knoten zu sein. Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass die 17 Stellplätze unten an der Salzach entlang tagsüber zu einem Drittel und am Abend zu zwei Dritteln frei sind. Die könnten- im "Windhundverfahren"- also wer zuerst kommt, mahlt zuerst- vergeben werden. Akzeptiert worden sind Abstellplätze für E-bikes und Fahrräder. Diskutiert wurden die Gebühren für die Tiefgarage. Die ist bekanntlich für zwölf Stunden frei. Erst dann fallen minimale Kosten von 50Cent pro halbe Stunde an. „Wer also einen ganzen Tag im Kapuzinerhof zu tun hat zahlt bei 14 Stunden maximal vier Euro “ rechnete Feil vor. Das leidige Thema Dauerparker scheint sich in der Praxis mitunter als sehr verzwickt herauszustellen. Was macht man, wenn der Abschleppwagen gar nicht rangieren kann um das Fahrzeug rauszubekommen? Soll man es zerlegen? Das Ordnungsamt hat da oft mit rechtlichen Problemen zu kämpfen. Wer einen Parkplatz in der Tiefgarage mieten will zahlt dafür lediglich 30 Euro pro Monat- auf jeden Fall ein günstiges Angebot, das spontan Interessenten fand.

Demografischer Wandel braucht neue Lösungen „Es gibt im Moment mehrere Leerstände am Marienplatz. Sollten wir eine Managementstelle einrichten?“ fragte Hans Feil in die Runde- und als keinerlei Gegenstimmen erfolgten notierte er dies als Anregung. Dr. Josef Heringer meinte, es gebe anderorts bereits gute Lösungen, wo die Attraktion der Altstadt zugenommen habe. Die Krux in Laufen sei, erklärte Feil darauf, dass es ich bei den Gebäuden um Privateigentum handelt, über das man nicht bestimmen könne. Auch sei der Denkmalschutz immer mit einzubinden. „Da müssen wir weiterkommen“ meinte Heringer hoffnungsfroh. Der Bürgermeister hatte so seine Erfahrungen. Es sollte nie mehr so sein, dass aufgrund von egoistischen Einsprüchen von Nachbarn Bauvorhaben verzögert oder gar vereitelt werden, wie das leider schon vorgekommen ist! Auch zur Zeit steht das einiges an. Etwas überrascht waren die Besucher über die Information des Bürgermeisters, dass es rund um den Marienplatz nur 47 Bewohner gibt. „Wir brauchen nicht nur große Wohnungen, die sich nicht jeder leisten kann. Gerade ältere Personen, die derzeit oft in großen Wohnungen leben wären froh, wenn sie sich verändern könnten. Und nicht zu vergessen: Es gibt immer mehr allein erziehende Mütter mit Kindern, die ebenfalls bezahlbaren Wohnraum brauchen“! Diesen demografischen Wandelt sollte man auf jeden Fall nicht außer Acht lassen. Und: Viele junge Mütter bringen ihre Kinder schon in ganz klein in Krippe oder Hort. Hier muss Vorsorge getroffen werden, denn eines stellte der Bürgermeister auch fest: „Wir brauchen für unsere Zukunft junge Leute in unserer Stadt!“ Eine Idee zur bessern Darstellung der zurzeit nicht genutzten Gebäude: Die Fenster sollten –wie beim „Adventsfenster" ansprechend gestaltet oder als Informationsstelle genutzt werden. Zur Anregung, man sollte kleine Geschäfte in der Altstadt ansiedeln meinte der Ortsvorsitzende Salomon, selbst Inhaber eines Geschäftes ernüchternd:“ In zehn Jahren wird es uns kleine Händler nicht mehr geben. Die Internetgeneration ist nicht mehr daran interessiert." Hans Feil plädierte im Verlauf des Gesprächs dafür bereits bestehenden Firmen Erweiterungen zu ermöglichen und ihnen so weit als möglich entgegen zu kommen. Das sei besser als eine weitere Versiegelung der Landschaft. Als erfreulich bezeichnete er, dass nun doch ein Hotel in Laufen entstehen werde- nach Abbruch des Traunsteiner Hofs. Andere Gebäude in der Innenstadt waren noch Themen in der Runde. Angesprochen wurden auch die „Stolpersteine“, die in der Schlossstraße eingelegt werden sollten. Die Erinnerung an die Familie Friedmann, deren Tochter Raffaela Toledo, einer Malerin, der in späteren Jahren die Bürgermedaille verliehen worden war, soll erhalten bleiben. Freilich, manche sehen das kritisch und meinen man würde die mit Füßen treten. Jetzt wurde erst mal ein Antrag beim ausführenden Künstler gestellt. der die Steine deutschlandweit herstellt und vergibt.

Kultur, Landweizen und Schiffsmühle Der „Laufener Landweizen" steht heuer schon auf mehreren Feldern und eine Brauerei braucht daraus Bier. Das sollte man besser herausstellen und für die Stadt vermarkten, war die Anregung. Mit einer Schiffsmühle könnte der Weizen gemahlen werden- übrigens eine Anregung, die schon vor Jahren vom Historischen Verein kam. Mit der Darstellung der Stadt Laufen in den neuen Medien hapert es sehr, meinte Chrisstian Sichert. Die Stadt stelle sich viel zu wenig positiv dar. In den Sozialen Medien sei Laufen kaum vertreten. Keine Befürworter fand die Anregung, die Festspiele in Triebenbach ausfallen zu lassen beziehungsweise in die Innenstadt zu verlegen. Das war aber ganz zu Anfang schon der Fall, erinnerte Feil. Da hatten sich Nachbarn über den „Lärm“ beschwert. Zum kulturellen Angebot gab es dann einige vehemente Befürworterinnen. Nachbargemeinden wären froh, wenn sie da so viel zu bieten hätten. Zur Meinung, die Stadt müsste mehr Veranstaltungen anbieten, die Leute anziehen äußerte sich der Bürgermeister kritisch. Anderwärts würden die vom Gewerbeverband initiiiert. Die Stadt helfe zwar gerne mit, aber die Anregung müsste von den Interessenten selbst kommen. Zum Beispiel vom Gewerbeverband. Schließlich ging es auch noch um die Postfiliale. Da sei die Stadt überrumpelt und vor vollendete Tatsachen gestellt worden, erfuhren die Besucher. Niemand sei glücklich über die Lage, aber man habe darauf reagiert und eine Stadtbushaltestelle dorthin verlegt. Nach weiteren Diskussionspunkten, einem Rückblick „wie´s früher war“ von Stadtrat Christian Schmidbauer und engagierten Beiträgen der Besucherinnen und Besucher gab es dann noch Lobesworte: Die Blumenkübel im Stadtgebiet seien immer sehr schön bepflanzt und die Bauhofmitarbeiter fahren mit ihrem Kehrfahrzeug mehrmals im Jahr durch die Straßen und reinigen sie- was nicht selbtverständlich sei. Ein Anliegen hatte Hannelore Bohm die Vorsitzende des Museumsvereins natürlich wie schon fast erwartet: Ein Museum sei für eine alte Stadt wie Laufen einfach ein Muss. Der Bürgermeister vertröstete auf eine eventuelle Lösung außerhalb der Stadtmauern. Das Problem wäre nicht die Installierung sondern der Betrieb eines Museums. Antwort Bohm: „Wir schaffen das!“ Mit Dank an den Referenten und für die engagierten Beiträge schloss der Vorsitzende Bernhard Salomon die Versammlung und versprach, wieder einzuladen. Nur gemeinsam könne man Lösungen finden.

Hannelore Bohm

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