Die Lücken in der Barrierefreiheit schließen

SPD Berchtesgadener Land informierte sich über Umbau am Holzkirchener Flügelbahnhof

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Besuch auf der Baustelle am Holzkirchener Flügelbahnhof (von links nach rechts): Roman Niederberger (SPD-Kreisvorsitzender, SPD-Kreisrat), Elli Reischl (SPD Bad Reichenhall), Dr. Wolf Guglhör (Sprecher SPD-Stadtratsfraktion Bad Reichenhall)

sonstiger Ort - Die Lücken in der Barrierefreiheit für die Bahnreisenden aus dem und in das Berchtesgadener Land schließen: dieses Ziel beschäftigt die heimische SPD seit langem. Bei einem Besuch am Holzkirchener Flügelbahnhof informierte sich jetzt eine Gruppe von Sozialdemokraten aus dem Landkreis über den Umbau des Münchner Hauptbahnhofs und die Auswirkungen für Reisende Richtung Freilassing / Salzburg.

Wer als Berufspendler, Urlauber oder anderer Bahnreisender aus dem Berchtesgadener Land nach München kommt, kennt ihn gut und auch den damit verbundenen Fußweg: den Holzkirchener Flügelbahnhof. Auf den Gleisen 5 bis 10 kommen am Münchner Hauptbahnhof sowohl die Regionalzüge auf der Strecke Freilassing - Rosenheim - München als auch die Züge der Südostbayernbahn aus Mühldorf an. Seit Mai wird nun der Flügelbahnhof barrierefrei umgebaut. Bei einer Exkursion nach München haben sich jetzt Vertreter der SPD Berchtesgadener Land über die Maßnahmen informiert und dabei erneut eine schnelle Lösung für den Bahnhof Freilassing gefordert.

Alle drei Bahnsteige am Holzkirchener Flügelbahnhof werden von 38 auf 76 Zentimeter erhöht, womit zukünftig ein stufenfreier Einstieg in die meisten Züge möglich sein wird. Außerdem erhalten alle Bahnsteige Dächer mit 140 Metern Länge und ein Blindenleitsystem. Der Umbau kommt allerdings nicht nur Menschen zugute, die sich beim Einsteigen schwertun, berichtete der SPD-Kreisvorsitzende und Kreisrat Roman Niederberger: im Rahmen der Umbauten wird auch an dem in die Haupthalle führenden Gleis 11 ein 218 Meter langes Bahnsteigdach gebaut, damit die Fahrgäste unabhängig vom Wetter trocken in die Haupthalle kommen.

Insgesamt 14 Millionen Euro investiert die Deutsche Bahn in die Maßnahmen, die bis Mai 2018 abgeschlossen sein sollen. Der Sprecher der SPD-Stadtratsfraktion in Bad Reichenhall Dr. Wolf Guglhör begrüßte die Investitionen als weiteren Schritt für einen barrierefreien Weg in das Berchtesgadener Land. „Der größte Stolperstein bleibt allerdings weiterhin der Umstieg am Bahnhof Freilassing, der nach wie vor für ältere Reisende, Menschen mit Behinderung und natürlich auch für Radfahrer und Personen mit schwerem Gepäck eine Zumutung ist“, kritisierte er und war sich mit den anderen Besuchsteilnehmern einig in der Forderung nach schnellen Verbesserungen. „Barrierefrei in München einsteigen, barrierefrei in Bad Reichen-hall aussteigen - jetzt muss die Lücke in Freilassing unbedingt geschlossen werden“, zeigten sich die heimischen Sozialdemokraten überzeugt und erinnerten an entsprechende Forderungen der Sozialverbände im Landkreis.

Der Pressesprecher der SPD Berchtesgadener Land Ullo Scheuerl kam auf eine Forderung des Mühldorfer Landtagsabgeordneten Günther Knoblauch zu sprechen, der sich beim großen Umbau des Münchner Hauptbahnhofs für eine Auflösung der Flügelbahnhöfe ausgesprochen hatte. Ob dies Aussicht auf Erfolg hat, sei zwar ungewiss. Auf alle Fälle sehen die derzeitigen Pläne aber eine Querverbindung zwischen Starnberger und Holzkirchener Flügel-bahnhof vor, über die alle anderen Gleisen zu erreichen sind. „Damit bringt das Mammutprojekt Münchner Hauptbahnhof, dass über eine Milliarde Euro kosten wird, für die Fahrgäste aus unserer Region zumindest beim Umsteigen einen Vorteil“, berichtete er. Wolf Guglhör wunderte sich, dass sich die Flügelbahnhöfe in München überhaupt so lange halten können; weite Fußwege und Transporte von Gepäck seien für viele ein Argument, weiter beim Auto zu bleiben.

„Wer beim Klimaschutz und der Senkung der Feinstaubbelastung vorankommen will, braucht attraktive und barrierefreie öffentliche Verkehrsmittel nicht nur in den Großstädten, sondern auch im ländlichen Bereich. Die Angebote müssen ineinandergreifen und gut aufeinander abgestimmt sein“, fasste zum Schluss des Besuchs Roman Niederberger die Haltung der SPD Berchtesgadener Land zusammen.

SPD Berchtesgadener Land, Roman Niederberger

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