"Jedes Kind ist wichtig"

Trostberg/Freilassing - 41 Schulen waren in diesem Schuljahr in Bayern als Schulen mit Inklusion gestartet, mit dabei die Heinrich-Braun-Grundschule, Trostberg, und die Grundschule Freilassing.

Unterstützt werden die Schulen durch die Sonderpädagogischen Förderzentren. Ihr Netz spannt sich über ganz Bayern. Das Ziel ist es, beispielhaft Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung miteinander zu unterrichten.

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Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle händigte am Donnerstag in München den Schulleitungen dieser 41 Schulen die Urkunde "Schule mit dem Schulprofil Inklusion" aus - in deutlicher Wertschätzung für die große Bereitschaft und das hohe Engagement der Lehrkräfte. Sie bilden durch ihre Ausrichtung als Schule im Ganzen mit dem Profil Inklusion Leuchttürme auf dem Weg, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. "Ich danke Ihnen, dass Sie sich als ganze Schulen auf den Weg gemacht haben, gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf anzubieten", so Minister Spaenle. Die 41 Schulen sind es allerdings nicht allein, die gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf anbieten. An vielen Schulen in Bayern wird dieser seit Jahren praktiziert - neu ist allerdings der Gesamtansatz.

"Jedes Kind ist wichtig"

"Jedes Kind ist wichtig, kein´s zu klein und nichtig. Ich gehöre dazu und natürlich du", diesen Refrain eines Liedes, das der Chor der Grundschule an der Boschetsriederstraße München und des Sonderpädagogischen Förderzentrums München Süd vortrug, griff Minister Spaenle bei der Feierstunde auf. "Eigentlich ist damit alles gesagt". Er ergänzte jedoch die klare Zielsetzung des Prozesses zur inklusiven Schule in Bayern: "Wir wollen die Quote der Kinder mit besonderem Förderbedarf an den Regelschulen deutlich erhöhen." Er machte aber klar, dass dies nicht ohne die Sonderpädagogischen Förderzentren gehen werde. "Wir brauchen diese als Kompetenzzentren", so der Minister, "und wir wissen, dass sehr viele Eltern ihre Kinder an diesen Schulen gut unterrichtet und begleitet wissen."

Minister Spaenle dankte den Schulleitungen der 41 Schulen, dass sie sich auf diesen neuen Weg des gemeinsamen Unterrichts gemacht haben. Die Lehrerkollegien leisteten hier Großartiges, lobte der Minister das Engagement und wurde dabei von den Professoren Dr. Joachim Kahlert von der Ludwig-Maximilians-Universität München und Dr. Erhard Fischer von der Universität Würzburg unterstützt. Die beiden Hochschullehrer, die dem wissenschaftlichen Beirat für die Inklusion angehören, betonten, dass der Erfolg der Arbeit eng mit dem außergewöhnlichen Engagement der Lehrerinnen und Lehrer verknüpft sei.

Der Freistaat unterstützt in einer gemeinsamen Initiative aller fünf Fraktionen des Landtags die Zielsetzung und den Weg der Schulen. Im Haushalt für das Jahr 2011 waren dafür 100 zusätzliche Planstellen für Inklusion bereit gestellt worden, 100 weitere stehen ab dem neuen Schuljahr 2012/2013 zur Verfügung. Mit den zusätzlichen Stellen kann das Netz inklusiver Schulen, das Schulen aller Schulart umfassen kann, im kommenden Schuljahr ausgebaut werden.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

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