Auch in St. Leonhard nun Thema

Welche Zukunft hat die Ökomodellregion Waginger See?

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Wonneberg - Für viele ist die "Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel" ein Erfolgsmodell - und trotzdem werden sich einige Gemeinden verabschieden. Jetzt stand die Zukunft auch in St. Leonhard zur Debatte.

Die Debatte um eine weitere Mitgliedschaft war lang, die Entscheidung fiel dann aber deutlich aus. Mit 10:2 stimmte der Gemeinderat am Dienstagabend dafür, dass Wonneberg drei weitere Jahre Teil der "Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel" bleibt. Der Projektzeitraum läuft also bis April 2022 weiter. 10.000 Euro wird die Gemeinde Wonneberg bis dahin beisteuern. Ökomodellregion-Managerin Marlene Berger-Stöckl war eigens zur Gemeinderatssitzung gekommen, um für das Projekt zu werben.

Anteil an Öko-Bauern am Waginger See deutlich gesteigert

Ziel der Ökomodellregionen - zwölf gibt es in ganz Bayern - ist es, die ökologische Landwirtschaft in der Region zu stärken und sie den Verbrauchern näher zu bringen. In verschiedenen Projekten konnte die Ökomodellregion der Gemeinden um den Waginger See in den vergangenen Jahren unter anderem einen Biokäse auf den Markt bringen, Landweizen und Biogerste anbauen, ein Wirtenetzwerk etablieren oder die Zusammenarbeit von Direktvermarktern verstärken

"Rund um den Waginger See konnte der Anteil der ökologischen Betriebe in der Landwirtschaft von sieben Prozent im Jahr 2013 auf inzwischen 11,6 Prozent gesteigert werden. Die Ökomodellregion trägt da ihren Teil dazu bei", so Bürgermeister Martin Fenninger. "In der Ökomodellregion wurde mit wenig Mitteln so viel auf die Füße gestellt, das ist beeindruckend", so auch 2. Bürgermeister Peter Wolff - die Ökomodellregion sei inzwischen ein richtiges Markenzeichen.

Ökomodellregion bröckelt: Laufen und Teisendorf wollen raus

Die heimische Ökomodellregion musste aber jüngst einige Rückschläge verkraften. Teisendorf und Laufen hatten beschlossen im Jahr 2022 aus der Ökomodellregion auszusteigen. Der Hintergrund: Das bayerische Landwirtschaftsministerium wird ihre Fördergelder in den kommenden Jahren senken und ab 2022 nichts mehr finanzieren. Die Gemeinden müssten dann also umso mehr zahlen. Die weiteren Mitglieder sind Waging, Tittmoning, Taching, Kirchanschöring, Fridolfing, Saaldorf-Surheim, Petting und Wonneberg. 

Außerdem gibt es im Berchtesgadener Land ein weiteres Projekt, die "Biosphärenregion" - im Gegensatz zur Ökomodellregion soll diese auch künftig vom Freistaat finanziert. Teisendorf und Laufen tendieren also zu jenem Projekt - auch weil es mit sieben Mitarbeitern stärker aufgestellt ist als die Ökomodellregion mit 1,15 Personalstellen. Andererseits hat sich die "Biosphärenregion" bisher nicht mit dem zentralen Thema Ökolandbau beschäftigt. 

Gegen eine weitere Mitgliedschaft von St. Leonhard sprachen sich Josef Helminger und Martina Poller aus. Helminger befürchtete, dass durch die Ökomodellregion die Auflagen für konventionell arbeitende Bauern immer höher würden und existenzgefährdend für kleine Betriebe werden könnten. 

Werden Öko-Bauern zulasten von konventionell arbeitenden Landwirten allgemein bevorzugt und trägt auch die Ökomodellregion ihren Teil dazu bei? Die hitzige Debatte dazu lesen Sie in einem weiteren Artikel am Donnerstag. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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