Weihnachtskonzert der Surheimer Musikkapelle

Surheim - Das alljährliche Weihnachtskonzert der Surheimer Musikkapelle begeisterte auch heuer wieder das Publikum. Bernhard Rehrl übergibt den Dirigentenstab an Felix Hagenauer jun.

„Lieber Bernhard, wir danken dir für die vielen Jahre, in denen du die Surheimer Musik geleitet und zusammengehalten hast“, so Fördervereins-Vorsitzender Felix Hagenauer sen. in seiner Laudatio auf den nach neun Jahren scheidenden Kapellmeister Bernhard Rehrl. Im Rahmen des traditionellen Weihnachtskonzertes wurde der Dirigentenstab offiziell an Felix Hagenauer jun. weitergereicht. Die Besucher in der bis auf den letzten Platz besetzten Surheimer Turnhalle durften sich auch diesmal wieder über ein hochklassiges Konzert quer durch die Welt der Musik freuen. Bravourös bestanden hat Neu-Bürgermeister Bernhard Kern sein Debüt als Dirigent der Surheimer Musikanten. 

Neu war auch der „Konzertsaal“ eingerichtet, hatte man doch diesmal die Halle teilweise bestuhlt und so noch mehr Besuchern Platz geboten. Schon gewohnt dafür die weihnachtliche Dekoration, liebevoll drapiert von den Musikerfrauen und natürlich die Weihnachtsplatzerl, leicht erreichbar leider nur für die „Tischsitzer“. Nachdem auch für den letzten Besucher ein Stuhl herbeigeschafft war, die Musikanten, 43 an der Zahl, auf der Bühne Platz genommen hatten und Felix Hagenauer sen. seine Gruß- und Dankesworte gesprochen hatte, legte die Kapelle mit dem opulenten Konzertmarsch „Abel Tasman“ komponiert von Alexander Pfluger, schneidig los. 

Die Zuhörer wurden mitgenommen auf die große Reise des holländischen Seefahrers Abel Tasman, angefangen vom quirligen Treiben im holländischen Hafen, bis zum Sturm auf hoher See und hin zur Entdeckung Tasmaniens. Für Bernhard Rehrl war dieses Stück gleichzeitig die letzte Reise als „Kapitän“ der Musikkapelle Surheim. Nach neun Jahren gab er das Ruder, respektive den Dirigentenstab ab. Sein Nachfolger Felix Hagenauer jun., Fördervereins-Vorsitzender Felix Hagenauer sen. und Bürgermeister Bernhard Kern würdigten die Verdienste des scheidenden Dirigenten. „A boarische Musik beim boarischen Papst, des is was Einmaliges“, erinnerte Hagenauer sen. an die Romreise von 2007, bei der Bernhard Rehrl anlässlich des 80sten Geburtstages von Papst Benedikt XVI. das Ständchen am Petersplatz dirigierte. 

Weihnachtskonzert der Surheimer Musikkapelle

Eine Nummer kleiner die Surheimer Halle, aber ein nicht weniger begeistertes Publikum fand der neue Kapellmeister vor. „Für Mimi“, mit dieser von Maxi Rehrl arrangierten Polka der österreichischen Truppe MaChlast, gab Felix Hagenauer jun. seinen offiziellen Kapellmeister-Einstand. „Doppeltbrennt“ heißt das Album, aus dem diese Nummer stammt – ein gutes Omen vielleicht für Felix jun.? „Ihr wisst’s es ja eh selber, wia schee dass bei uns in de Berg is“, kündigte Vroni Reiter-Hiebl, die zusammen mit Bernhard Rehrl durch den Abend führte, das Konzertstück „Klang der Alpen“ von Kurt Gäble an. Ja, man konnte die Schönheit unserer Heimat bei diesem Werk nicht nur akustisch auf sich wirken lassen, sondern auch in Form eines untermalenden Bilderreigens genießen. „Impressionen der Alpenwunderwelt, Traditionen, die Land und Leute verbinden und Visionen, die Hergebrachtes mit Neuem zusammenbringen“, eine Symphonie , die von den Surheimer Musikern mit vollem Klangspektrum in Szene gesetzt wurde. 

Dass die Nachwuchsarbeit bei den Surheimern groß geschrieben wird, ist kein Geheimnis. Da gibt es nicht nur die von Maxi Rehrl geleitete Jugendkapelle, sondern auch eine „kleine Jungmusi“, betreut von Johanna Maier. Und die Kleinsten wagten sich dann auch gleich an ganz Große heran, nämlich an die Beach Boys und ihren Hit „Surfin’ U.S.A“. Anhaltender Beifall war den Kleinen ebenso gewiss, wie der Jugendkapelle für den Marsch „Textilaku“ von Karol Pádivý. Ehe man in die Pause ging, wurde von beiden Jugendkapellen noch das Stille-Nacht-Lied intoniert. 

„Schade, dass die Bigband diesmal nicht dabei ist“, hörte man es auf den Gängen vom einen oder anderen grummeln. „Stimmt“, möchte man dem zustimmen, hatte doch die Truppe um Wolfgang Nobis das musikalisches Spektrum um eine interessante Variante bereichert.“ „Die Volksmusik hält sich, weil sie am besten geeignet ist, im kleinen Kreis, in der Dorfgemeinschaft zu wirken“, so die treffende Einschätzung des Tiroler Musikers und Komponisten Franz Posch, mit dessen Aeronauten-Marsch der zweite Teil des Weihnachtskonzerts seinen Auftakt nahm. Weiter ging es mit dem wunderschönen Moll-Dur Walzer „Herzenswünsche“, einem Juwel aus der Schaffenskraft des Blasmusik-Urgesteins Franz Gerstbrein. „Wo da Igel soacht“, so kündigte Bernhard Rehrl despektierlich frei übersetzt das Konzertstück „Where the eagles soar“ des amerikanischen Komponisten Steven Reineke an. „Wo der Adler steigt“, dem Surheimer Musikensemble gelang es eindrucksvoll, die im Stück beschriebene Schönheit des US-Bundesstaates Maine in Szene zu setzen. „Bond … James Bond“, war zum Abschluss dieses fulminanten Konzertabends angesagt. Über fünf Jahrzehnte haben die Themen und Songs aus James-Bond-Filmen die Musikkultur geprägt und bereichert. Goldfinger, Nobody Does It Better, Skyfall und Live and Let Die – die James-Bond-Fans unter den Besuhcern waren natürlich in dem von Stephen Bulla arrangierten und Maxi Rehrl bearbeiteten Konzertstück sofort daheim. 

Der lang anhaltende Applaus für einen hochklassigen Konzertabend forderte, logisch, eine Zugabe. Und als die kam, bei den ersten Tönen, wurde es sehr leise im Saal. „Merci Cherie“. Ein stilles Gedenken, eine Hommage an den erst vor wenigen Tagen verstorbenen Weltstar Udo Jürgens. Vielleicht auch eine Erinnerung an alles Vergängliche. Der Musikkapelle Surheim gereicht es zur hohen Ehre, dass sie es in der Kürze der Zeit geschafft hatte, mit ihrem Medley dieses berühmten musikalischen Wegbegleiters zu gedenken. Und auch ganz zum Schluss wurde den Besuchern bewusst, dass die Zeit nicht stehen bleibt: Nicht mehr „die alten Kameraden“ waren es, die Bürgermeister Bernhard Kern dirigierte, sondern der flotte und Aufbruch signalisierende „Andulka-Marsch“ von Frantisek Kmoch.

 Norbert Höhn

Rubriklistenbild: © Höhn

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