Zum Schutz des Ortskerns

Darf man REWE/Rossmann vorschreiben, was sie verkaufen?

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So soll die Bebauung an der Ottinger Straße mit REWE und Rossmann künftig aussehen. 
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Waging - Könnten die Geschäfte im Ortskern durch Sortimentsauflagen für REWE und Rossmann geschützt werden - oder verbieten sich solche Verkaufs-Vorschriften für die Discounter? *Mit Voting*

"Es wäre eine Chance, die negativen Auswirkungen auf den Ortskern zu verringern", begründete Gemeinderat Georg Huber seinen Antrag im Bauausschuss am Mittwoch: Eine sogenannte Sortimentsliste, welche "zentrumsrelevanten Produkte" REWE und Rossmann künftig an der Ottinger Straße nicht verkaufen dürfen. Vorneweg: Hubers Antrag wurde im Bauausschuss mit 6:2 Stimmen abgelehnt. Endgültig entscheiden wird der Gemeinderat am 23. November.

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Brillen, Bücher, Spielzeug, Elektroartikel, Bürobedarf, Lederwaren, Schuhe oder Schmuck: Traunreut hat es vorgemacht und vor Jahren eine solche Sortimentsliste beschlossen, für Dinge, die nicht außerhalb des Zentrums verkauft werden dürfen. "Auch unsere Beratungsfirma CIMA hat so eine Einschränkung vorgeschlagen - und man braucht ja nur mal einen Prospekt vom Rossmann durchblättern, das wird Auswirkungen auf den Ort haben", so Christine Rehrl.

"Jeder soll doch verkaufen was er will. So eine Liste würde die Märkte doch nur beschneiden", widersprach Uli Heigermoser. Auch bei Lidl oder Edeka Böhr hätte man ja keine Vorschriften gemacht: "Und der Böhr hat den kleinen Läden doch am meisten weh getan. Fünf mussten danach zusperren. Entweder wir wollen jetzt einen Drogeriemarkt oder nicht", so Andreas Barmbichler. 

"Gewisse Überschneidungen wird es geben"

Kein Wunder: Auch die Planer sprachen sich gegen Angebotseinschränkungen aus. Es werde eh nur ein "kleiner Anteil aus dem Randbereich" verkauft. Bei REWE geht Bürgermeister Häusl von einem Non-Food-Anteil von fünf bis sieben Prozent aus. Trotzdem: "Ja, gewissen Überschneidungen wird es geben", so Häusl. 

Zum Nachlesen: Reaktionen und Zahlen zum Bürgerentscheid vom Juli

Ein weiterer Antrag von Georg Huber wurde abgelehnt: Eine Begrenzung der maximal zulässigen Grundfläche für die Discounter - möglichst wenig Fläche solle verbraucht werden. Auch hier stimmte der Bauausschuss mit 6:2 dagegen. 1885 Quadratmeter Grundfläche soll REWE bekommen (davon 1450 Quadratmeter für den Verkauf), bei Rossmann sind es 1040 Quadratmeter (davon 800 für den Verkauf).

Entscheidung über LEP im Landtag steht noch aus

Eine wichtige Entscheidung steht aber noch immer aus: Das Landesentwicklungsprogrammes (LEP) im Bayerischen Landtag. Im derzeitigen Entwurf würden größere Einzelhandelsprojekte am Rand von kleinen Orten wie Waging nicht mehr zugelassen. Doch der Landtag brütet längst über Veränderungen an der Version, Bürgermeister Häusl rechnet damit, dass das LEP keine Gefahr für die Discounter an der Ottinger Straße wird. Die Abstimmung im Landtag darüber steht für Januar auf dem Plan.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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