Bau des Tettenhausener Heizwerks voll im Plan, aber:

"Blindwütiger" Nachbar: "Müssen brutal vorsichtig sein"

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Waging - Noch im November soll das neue Biomasseheizwerk in Tettenhausen fertig sein, auch bei den Kosten liegt man im Plan - nur wegen einem Nachbarn müsse man nun "brutal vorsichtig" sein.

Seit die ersten Schritte für das Biomasseheizwerk in Tettenhausen getan wurden, gibt es laute, kritische Begleitmusik eines Nachbarn. Mit Leserbriefen wandte dieser sich immer wieder an die Öffentlichkeit. Er befürchtet rauchende Schlote und eine "unangemessene, rechtswidrige Beeinträchtigung" des Lebensumfeldes seiner Familie. Das Grundstück des Anwohners und das Kraftwerk wird nur von der Straße nach Fridolfing getrennt.

Nachbar hat Bundeskartellamt eingeschaltet

"Er führt die Menschheit an der Nase herum", entfuhr es auf der Waginger Bauausschusssitzung am Mittwoch dem Chef der Gemeindewerke Heinrich Thaler - von "blindwütigen Aktionen" war die Rede. Der betroffene Nachbar teilte laut Thaler mit, dass in Sachen Biomasseheizwerk nun angeblich die Kartellbehörden ermitteln würden, wegen den Preisen, die die Gemeinde für die Hackschnitzel bei den Landwirten zahlt.

Thaler versicherte, dass man umgehend beim Kartellamt nachgefragt habe: "Die bestätigten mir, dass die Beschwerde zwar eingegangen ist und natürlich geprüft wird, aber kein Verfahren eingeleitet wurde." Wie dem auch sei: "Wir müssen wegen dieser Person jetzt brutal vorsichtig sein", so Heinrich Thaler.

Der Ablaufplan bis Ende November

Bis zur Grenze von 30.000 Euro darf die Gemeinde die Hackschnitzel frei einkaufen - darüber wird eine Ausschreibung notwendig: "Wenn es blöd hergeht, können die Tettenhausener Bauern dann künftig die Hackschnitzel nicht mehr liefern", so Thaler. Auch Bürgermeister Häusl merkte an, dass wegen der unterschiedlichen Qualität der Hackschnitzel bisher natürlich unterschiedliche Preise gezahlt wurden.

Ansonsten ist man mit dem Voranschreiten der Baustelle hoch zufrieden: Der Rohbau steht, die Maurer werden in der kommenden Woche fertig. Anfang Oktober wird ein 30.000-Liter-Pufferspeicher installiert. Danach folgen Heizungs- und Kesseleinbau, auch die Wärmeleitungen werden noch im Oktober verlegt - bis Ende November soll das Biomasseheizwerk fertig sein. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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