Pressemitteilung FFW Waging am See

Feuerwehr Waging besichtigt Waginger Pfarrkirche

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Die Fotos wurden im Rahmen einer abgehalten Drehleiterübung erstellt.

Waging am See - Der 29. September 1611. In der Untergasse in Waging, der heutigen Seestraße, bricht ein Brand aus, der in seinem Verlauf fast ganz Waging einschließlich der Pfarrkirche und den Pfarrhof einäschert.

Löschversuche und deren Erfolg dürften in der damaligen Zeit mit den erforderlichen Mitteln und einer nicht organisiert vorhanden Löschmannschaft bzw. unkoordinierten Löschversuchen relativ erfolglos gewesen sein. Ein weiterer Ortsbrand verwüstete Waging im Jahre 1763. Vermutlich ab dem frühen 19. Jahrhundert gab es ein gemeindliches Löschinstitut in Waging und die Gründung der Waginger Feuerwehr wurde erst im Jahr 1872 vom Bayerischen Landesfeuerwehrverband bestätigt. Ein organisierter Brandschutz lag also im Jahre 1611 noch in weiter Ferne.

Die Waginger Pfarrkirche St. Martin wurde im 17. Jahrhundert an der Stelle von verschiedenen Vorgängerbauten errichtet und gehört zu den geschützten Baudenkmälern in Bayern.

Die Entstehung der Kirche wird bereits im 8. bzw. 9. Jahrhundert vermutet. In der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde ein Neubau im Stil der Spätgotik errichtet, aus dem die ältesten Teile der heutigen Kirche, das Untergeschoss des Turmes sowie Teile des Chors und der Umfassungsmauern, stammen.

Sicher hat man sich nach den großen Bränden dieser Jahre Gedanken über einen entsprechenden Brandschutz gemacht und Maßnahmen ergriffen. Bekannt ist außerdem, dass vom Erzbischof von Salzburg Ende des 17. Jahrhunderts der Erlass erging, keine Holzbauten mehr in Waging zu errichten. Mit beitragen zum Brandschutz sollte ebenfalls die bekannte Inn-Salzach-Bauweise im historischen Waginger Ortskern.

Um eine weitere solche Katastrophe zu verhindern bzw. im Ernstfall einsatztaktisch bestmöglichst vorgehen zu können, verfügt die Waginger Feuerwehr über sogenannte Feuerwehreinsatzpläne und auch Objektinformationen von bedeutsamen Gebäuden. Bereits in den 1980er Jahren wurden solche Pläne unter anderem über die Pfarrkirche und den Pfarrhof erstellt. Auch Objektbegehungen der Feuerwehr fanden statt, um sich ein Bild über ein mögliches Vorgehen im Ernstfall zu machen.

Um sich über den neusten Stand zu informieren, besuchten die beiden Feuerwehrkommandanten Michael Schramke und Sebastian Kamml mit der Führungsmannschaft Michael Baumgart, Anton Groschack, Marco Haberstetter, Klaus Haslberger, Heinz Huber, Maximilian Huber, Janis Perschl, Thomas Pfeffer und Erich Wieland kürzlich erneut die Waginger Pfarrkirche.

Pfarrer Andreas Ager, Mesner Martin Hartl, sowie Michael Roider und Martin Scholz von der Kirchenverwaltung informierten die Feuerwehrmitglieder über die Kirchenräume, den Chor mit dem Altar im klassizistischen und neubarocken Stil, die beiden Seitenaltäre im Rokoko- und Neurokoko-Stil, den Heizungskeller sowie die Sakristei. Auch eine Besichtung des Dachgeschosses und des Kirchturmes standen unter anderem auf der Tagesordnung. Wichtig für die Einsatzkräfte sind Informationen, um in einem Ernstfall richtig vorgehen zu können, da die Pfarrkirche mitten im Waginger Ortszentrum eine große einsatztaktische Herausforderung darstellen würde. Aufstellflächen für die Einsatzfahrzeuge, gegebenenfalls Verletztensammelplätze, sowie eine Wasserversorgung zur Brandbekämpfung wären zu koordinieren. Wichtig für die Einsatzleitung ist hierbei, sich frühzeitig einen Überblick des Einsatzgeschehens verschaffen zu können. Im Vordergrund steht immer die Personenrettung, aber auch kunsthistorisch wertvolle Gegenstände sind zu sichern und zu bergen.

Pressemitteilung FFW Waging am See

Quelle: chiemgau24.de

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