Ideen bei Podiumsdiskussion vorgestellt

Das haben die drei Bürgermeister-Kandidaten mit Waging vor

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Die drei Waginger Bürgermeisterkandidaten bei der Podiumsdiskussion am Montag im Tettenhauser Badwirt: Hias Baderhuber, Walter Wimmer und Beppo Hofmann.
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Waging - Nur noch wenige Tage und Waging wählt einen neuen Bürgermeister: Am Montag stellten die drei Kandidaten in Tettenhausen nochmal ihre Ideen vor. 

Wer macht am Sonntag das Rennen - Matthias Baderhuber (CSU), Walter Wimmer (Grüne) oder Beppo Hofmann (UGW)? Die drei Kandidaten präsentierten nun beim Badwirt in Tettenhausen ihre Ideen und stellten sich den Fragen der vielen Zuschauer. Das Wirtshaus war - genau wie eine Woche zuvor in Otting - gesteckt voll, das Interesse an den Kandidaten scheint enorm zu sein. Zu drei Themenblöcken mussten sich die Kandidaten äußern: 

  • Einerseits regionales Einkaufen in der Ökomodellregion, andererseits überregionale Discounter - ein Widerspruch?
  • Wie soll die Zukunft des Waginger Ortskerns aussehen?
  • Wie sollen sich Verkehr, Kinderbetreuung und Wohnen in Tettenhausen entwickeln?
In die Wirtsstube mussten noch zusätzliche Tische und Stühle gebracht werden, genau wie eine Woche zuvor bei der Veranstaltung in Otting - das Interesse an den Kandidaten ist sehr groß. 


Ökomodellregion und Discounter - ein Widerspruch?

Appelle, regional und biologisch einzukaufen auf der einen Seite und auf der anderen Seite wollen Rewe und Rossmann noch heuer ihre umstrittenen Discounter an der Ottinger Straße eröffnen. "Da gibt es keinen Konflikt", meinte Beppo Hofmann und Matthias Baderhuber stimmte zu: "Wer heute am Bauernmarkt einkauft, macht das auch nach der Eröffnung von Rewe", ist sich Hofmann sicher. Baderhuber sah es auch als Aufgabe der Ökomodellregion, sich für heimische Produkte in den Rewe-Regalen starkzumachen. 

Walter Wimmer sah es erwartungsgemäß anders: Jeder wisse, wie bequem die Leute sein können - dann werde beim Rewe einfach alles eingekauft und der Bauernmarkt links liegen gelassen. Überhaupt machte sich Wimmer von den drei Kandidaten am emotionalsten für die Ökomodellregion stark: "Das ist unsere größte Chance, eine billige Wirtschaftsförderung und gleichzeitig die beste Voraussetzung um Nebenerwerbslandwirte am Leben zu halten. Bio ist Trend und die Ökomodellregion passt einfach super zu uns."

Die Zukunft des Waginger Ortskerns

"Viele Geschäfte, wenig Leerstand, ein Biergarten, Parkplätze, ein Eiscafé - man hält sich einfach gerne auf. Das ist meine Vision vom Ortskern", so Hias Baderhuber. Die Auslastung sei gut, fehlen würden aber Bänke und auch die Parkhaus-Idee will der CSU-Kandidat weiterverfolgen. Wimmer forderte, Neues zu probieren: Eine Überdachung des Platzes vor der Tourist-Info für Veranstaltungen, eine App fürs Parkleitsystem oder eine autofreie Straße

Beppo Hofmann von der "Unabhängigen Gruppierung" machte sich für 65 neue Parkplätze an der Schule stark und außerdem für eine engere Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Geschäftsinhabern. Auch neue Veranstaltungen sollten nach Waging gezogen werden: "Zeltln, unsere Märkte, die Bergader-Sportarena - das sind unsere Marken."

Wie soll sich Tettenhausen entwickeln?

Ziemlich unterschiedliche Vorschläge hatten die drei Kandidaten zu den Themen Verkehr, Kinderbetreuung und Wohnen in Tettenhausen. Beim Verkehr will sich Baderhuber für ein Überholverbot in Richtung Lampoding starkmachen, Hofmann schlug dagegen einen Kreisverkehr an der Abzweigung nach Tettenhausen zwischen Taching und Waging vor. Grünen-Kandidat Walter Wimmer will sich für eine Querungshilfe beim Dorfladen einsetzen. 

"Jedes Kind soll im eigenen Ortsteil in die Kinderbetreuung gebracht werden können", forderte Matthias Baderhuber eine Kita in Tettenhausen - allgemein werde der Bedarf hier immer größer. Wimmer und Hofmann sahen es anders und waren gegen eine Krippe in Tettenhausen. "Kleine Verbesserungen reichen", meint Wimmer und Hofmann meinte, dass der Montessori-Kindergarten seine Aufgabe bestens erfülle.

Der stellvertretende Rathauschef Baderhuber stellte in Aussicht, dass noch heuer der Bebauungsplan für das Baugebiet Tettenhausen-Ost aufgestellt werden könnte. Hofmann war skeptischer und fürchtet, dass es noch gut drei Jahre bis zur Baureife dauern könnte - und er merkte an: "Es ist schon ein Problem, dass im Landschaftsschutzgebiet gebaut wird." Walter Wimmer sprach sich gänzlich gegen die Siedlung aus: "Wir können nicht einfach 13 Einfamilienhäuser hinstellen wie in den 1970er-Jahren, sondern müssen an generationenübergreifendes Wohnen oder Wohnhöfe denken und den Dorfcharakter erhalten." 

Wie kann sich Waging für den Klimaschutz einsetzen?

Interessante Antworten gab es auch noch auf die Frage einer Zuhörerin nach dem Klimaschutz in Waging. Wie kann die Gemeinde hier einen positiven Beitrag leisten? "Energieautarkheit", antwortete Beppo Hofmann und griff eine alte Idee von Sepp Daxenberger auf. Zumindest beim Strom wolle er dieses Ziel durch Sonnen- und Windkraft erreichen. Aktuell wird etwa ein Drittel des verbrauchten Stroms in Waging selbst produziert.

"Einfach wachsen lassen und nicht mähen", schlug dagegen Walter Wimmer auch in Anspielung auf das Volksbegehren vor - die Energieautarkie umzusetzen sei seiner Meinung nach eher schwierig. Außerdem sollten Radl, Bus und Bahn besser vernetzt werden. Und Baderhubers Ideen? Regenerativer Strom der Gemeindewerke, eine E-Auto-Ladestelle und weniger Mähen auf Gemeindeflächen.

Der öffentliche Wahlkampf ist für Hias Baderhuber und Walter Wimmer damit im Grunde schon vorbei: Die beiden haben keine Termine mehr. Beppo Hofmann hat am Mittwoch noch einen Auftritt im Unterwirt und am Freitag im Ottinger Oberwirt, Beginn jeweils um 19 Uhr.

Am Wahlsonntag wird chiemgau24.de aktuell aus dem Waginger Rathaus zu den Ergebnissen und Reaktionen berichten.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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