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Gemeindewerke treiben kostspielige Innen- und Außensanierung voran

Wann ist die Frischekur für den Wasser-Hochbehälter in Gepping fertig?

Wasserkammer Decke Gepping
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Auch die Decke der Behälterkammer wird vor dem Bedecken mit Erde isoliert.

Aktuell laufen die Innen- und Außensanierungsarbeiten für die Frischekur des Wasser-Hochbehälters in Gepping auf Hochtouren. Doch wann ist mit dem Ende des kostspieligen Vorhabens zu rechnen?

Waging am See – Der 1972 bis 1975 errichtete Hochbehälter in Gepping versorgt den kompletten Markt Waging am See mit Trinkwasser. 3.000 Kubikmeter Wasser fassen die zwei rechteckigen, aus Beton bestehenden Behälter- oder Wasserkammern, jede mit einem Fassungsvermögen von rund 1.500 Kubikmeter. Während der Nacht wird Wasser aus den Gemeindebrunnen im Hägfeld durch das Leitungsnetz der Marktgemeinde gepumpt, was dabei nicht verbraucht wird, fließt in die Wasserkammern des Hochbehälters und füllt diesen. Am Tag fließt das lebensspendende Nass nur aufgrund des Gefälles wieder in das Wasserleitungsnetz der Gemeinde. 

Nach 50 Jahren: Sanierung dringend notwendig

Nach gut fünfzig Jahren ist eine Sanierung der Anlage von außen und innen dringend notwendig geworden, erläutert die Leiterin der Gemeindewerke Patricia Hund gegenüber der Heimatzeitung. Derzeit laufen die Arbeiten zur Außensanierung. Dazu müssen die zwei Kammern komplett freigelegt werden. Denn das, was als „Hochbehälter“ bezeichnet wird, liegt eigentlich größtenteils unter der Erde und war bisher von einer etwa 1,2 bis 1,5 Meter dicken Erdschicht bedeckt, sodass sich dem Laien nur ein großer, grasbewachsener Hügel darstellte.  

Die erste Behälterkammer ist bereits freigelegt, die Betonwände sind gut sichtbar. Jetzt beginnt die Isolierung mit dem Dämmstoff FOAMGLAS. Hierbei handelt es sich um ein hochwertiges Recyclingglas aus natürlichen Rohstoffen, wie Sand, Dolomit und Kalk. „Zum FOAMGLAS gibt es für diesen Zweck keine Alternative, da dieses Isoliermaterial konstant wärmedämmend, wasser- und dampfdicht, Schädlings-sicher, druckfest sowie beständig gegen Säure- und Chemikalien ist. Zudem weist es Radonschutz vor. Auch die Preise des Isolierstoffes sind vertretbar“, so Patricia Hund. 

Wegen steigender Preise: Kosten nicht kalkulierbar

Dennoch hat es hohe Preissteigerungen bei anderen Materialien gegeben, sodass die Angebotspreise deutlich über den ursprünglich geschätzten Kosten des Planungsbüros Dippold & Gerold aus Prien lagen. Bei den Isolierungsarbeiten, die an die Firma Hartmann Bautenschutz aus Riedering vergeben wurden, lag der Angebotspreis bei rund 340.000 Euro. Dazu kommen noch rund 232.000 Euro brutto für Erdarbeiten und Pflasterbau, mit denen die Firma Schneckenpointner aus Waging beauftragt wurde. Eine verlässliche Preisschätzung sei, so Hund, aufgrund der ständig steigenden Preise aber kaum möglich. Nach Abschluss der Isolierungsarbeiten werden die Behälter wieder mit einer circa 50 Zentimeter dicken Erdschicht bedeckt und begrast.

Die zweite Behälterkammer ruht derzeit noch unter einem mit Gras überwachsenen Erdwall. Erst wenn die erste Kammer komplett fertig ist, wird die zweite in Angriff genommen. Im Zuge der Sanierungsarbeiten wird auch eine neue Zufahrt zu dem Hochbehälter gebaut. Bis auf die Asphaltdeckschicht sind die Arbeiten dazu bereits abgeschlossen. Gleichzeitig wurde ein Entwässerungssystem mit 100 Kubikmeter Rückstauvolumen durch unterirdische Zisternen für Regen- und Oberflächenwasser eingebaut. Auch das Gelände vor dem Hochbehälter wurde neu geformt, sodass es jetzt landwirtschaftlich genutzt werden kann. „Das wird uns viel Arbeit sparen“, so Hund, „Denn die Pflege des Geländes war bislang aufgrund der schroff abfallenden Form sehr kostenintensiv“. 

Ersten Außen- dann Innensanierung

Nach Abschluss der Außensanierung soll die Innensanierung angegangen werden, ebenfalls im Wechsel für die zwei Wasserkammern. Denn zur Sanierung muss die Kammer komplett leer sein. Mit einem Hochdruckstrahler wird die Deckschicht vom Rohbeton getrennt, das losgelöste Material aus der Kammer entfernt und entsorgt. Danach wird eine neue mineralische Beschichtung aufgetragen, kein Kunststoff, wie die Leiterin der Gemeindewerke betont. Das ist wichtig für die Beibehaltung einer hohen Wasserqualität. Im Rohrkeller sollen die alten Stahlrohre mit Edelstahlrohren ersetzt werden. Dies alles wird sehr arbeitsintensiv sein, allein wenn man an die Entfernung der losgelösten Beschichtung aus den Kammern denkt, so die Werkleiterin. 

Wann ist die Frischekur fertig?

Dementsprechend werden auch die Kosten erwartet. Die Gewerke für die Innensanierung werden erst im Herbst ausgeschrieben. Man hofft dann im Frühjahr mit den Arbeiten beginnen zu können. Diese müssen so geplant werden, dass sie nicht in die warme Sommerzeit fallen, wenn der Wasserverbrauch sehr hoch ist.  Wenn alles gut geht und nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, hoffen die Verantwortlichen der Gemeindewerke mit einem Abschluss der Arbeiten in 2024. Der komplett sanierte Hochbehälter dürfte dann für mindestens zwanzig Jahre ohne weitere Eingriffe in Funktion sein.

kon

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