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Informationsveranstaltung

Geplanter Mobilfunkmast bei Tettenhausen:
Diese Fragen brennen den Bürgern auf den Nägeln

Damit diese Mobilteile für den digitalen Behördenfunk funktionieren, braucht es eine entsprechende Netzabdeckung.
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Damit diese Mobilteile für den digitalen Behördenfunk funktionieren, braucht es eine entsprechende Netzabdeckung.

In Tettenhausen will der Freistaat einen neuen Funkmast für den digitalen Behördenfunk errichten. Um die Bürger über das Vorhaben zu informieren, gab es jüngst eine Infoveranstaltung. In dieser galt es, viele Fragen zu beantworten.

Von Hubert Hobmaier

Waging/Tettenhausen - An einer Infoveranstaltung für die Anwohner in Tettenhausen beteiligen sich rund 80 Anwohner und diskutierten mit den verantwortlichen Behördenvertretern. Hintergrund war der beabsichtigte Bau eines Funkmastes für den Behörden-Digitalfunk, den Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen zur Kommunikation benötigen.

Dabei diskutierten die Beteiligten unzählige, fachliche, sachliche, aber auch emotionale Fragestellungen. Moderiert wurde der Abend von Wagings Bürgermeister Matthias Baderhuber. Mehrere Behördenvertreter standen den vielen Fragen der Besucher Rede und Antwort.

Digitalfunk seit zehn Jahren flächendeckend

Der Digitalfunk für die Behörden läuft seit rund zehn Jahren flächendeckend. Aufgrund einer Störungsmeldung durch die Feuerwehr Tengling seien für den Bereich am Tachinger See Messungen vorgenommen worden, die den Bedarf eines weiteren Masten bestätigt haben. Umfangreiche Planungen haben als optimalen Standort den Bereich bei Gessenhausen im Gemeindebereich Taching ergeben.

Mitnutzung durch Mobilfunkanbieter?

Am Expertentisch nahmen Stefan Klein und Markus Huber von der Autorisierten Stelle Bayerns Platz. Diese ist dem Landeskriminalamt zugeordnet und zeigt sich verantwortlich für das sogenannte „BOS“ Digitalfunknetz, also das Funknetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Für die technischen Belange war Bauleiter Thomas Nunner vor Ort. Für die Polizei Laufen sprach Enrico Weinreich und Traunsteins Kreisbrandrat Christof Grundner stand für die Fragen der Feuerwehren Rede und Antwort.

Den Diskussionsteil eröffnete Lisa Obermayer mit ihrer Frage, ob neben dem Behördenfunk auch andere Funkanlagen gekoppelt werden. Darauf antwortete Stefan Klein, „dass es keine Schutzgründe gegen den Mobilfunk gibt“. Weiter führte er aus, dass die Mobilfunkfirma Telefónica Deutschland Interesse an der Mitnutzung bekundet habe.

Martin Goedicke wollte hingegen wissen, was der Bau eines Mastens etwa kostet, wie viele Masten bayernweit stehen und wie viel Strom ein einzelner Mast verbraucht. „Rund 500.000 Euro kostet die Errichtung des geplanten Mastens“, so Klein und führte weiter an, dass rund 900 Masten bayernweit aufgestellt wurden. Ein konkreter Wert zum Stromverbrauch konnte vor Ort nicht genannt werden.

Keine Versorgung durch Solarzellen

„Kann man zur Stromversorgung auch Fotovoltaikzellen am Masten anbringen“, fragte anschließend Lisa Obermayer und erhielt als Antwort, dass sich der geplante Mast ja überwiegend im Wald befinde und somit wenig Sonneneinstrahlung habe. Darüber hinaus sei dieser für die erhöhte Traglast insbesondere bei Wind nicht ausgelegt, zudem müsse der Mast für den Behördenfunk eine hohe Ausfallsicherheit vorweisen und benötige daher eine zuführende Stromleitung.

Herbert Vordermayer wollte wissen, „wer zahlt, wenn ein Baum Schaden an der Stromleitung macht?“. Klein antwortete: „Mit dieser Frage muss man an den zuständigen Stromversorger herantreten. Ich gehe aber davon aus, dass zum Masten keine Oberleitungen verlegt werden, sondern das Kabel unter die Erde kommt.“

Alarmierung vorerst noch analog

Herbert Stief interessierte sich für die maximale Anzahl der Nutzer des Mastes und fragte, „wie viele Betreiber sind auf so einem Masten möglich?“. Eine pauschale Antwort könne man hier nicht geben, hieß es „Es hängt davon ab, welche Antennenart angebracht werden soll, der Mast bietet rund 25 Quadratmeter Fläche zur Belegung.“

Auf die Frage von Elisabeth Straube, warum die Feuerwehr zwar digital funke, aber die Alarmierung immer noch analog laufe antwortete Kreisbrandrat Christof Grundner. „Zur Alarmierung braucht es eine sichere Netzabdeckung. Es ist niemanden geholfen, wenn die Alarmpager der Feuerwehr Tengling mangels Funknetzes nicht auslösen, wenn sie zu einem Einsatz gerufen werden. Erst wenn dies sichergestellt ist, wird auch die Alarmierung digital“.

„Ist das dann der Grund, warum am Strandbad in Tengling vorübergehend ein mobiler Mast aufgestellt wird?“, wollte Stefan Kühnhauser wissen und erhielt die Antwort: „Ja, die digitale Alarmierung wird im Frühjahr des kommenden Jahres eingeführt und deshalb braucht es diese vorübergehende Lösung.“

Eine weitere Frage zielte darauf ab, ob man den Standort des Mastens nicht noch etwas weiter von der Wohnbebauung entfernt errichten könnte. Hierauf sagte Klein, dass hierfür mehrere Gutachten erstellt worden seien. In diesem habe man Dinge wie den geringstmögliche Eingriff in die Natur beziehungsweise in den Baumbestand berücksichtigt. Beim jetzigen Planungsstand würde dies jedoch hohe Kosten nach sich ziehen würde.

Angela Bork kritisierte indes die ihrer Meinung nach schlechte Öffentlichkeitsbeteiligung an dem Vorhaben. Diesem Vorwurf entgegnete Stefan Klein damit, dass ab der ersten Gemeinderatssitzung 2021 alles öffentlich gelaufen sei und dies sowohl über die Veröffentlichungen der Gemeinde Taching als auch in den lokalen Zeitungen ausführlich dargestellt wurde.

Untersuchung der Strahlenbelastung

Weiter wollte Bork wissen, ob man Mobilfunkbetreiber am Masten ausschließen kann. „Dieses Recht würde zwar grundsätzlich bestehen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass man dann nur Nachteile hat, denn wenn ein Mobilfunkbetreiber eine Antenne bauen will, dann wird die gebaut. Es gibt Fälle, an denen dann statt einem Masten zwei Masten aufgestellt werden“, so die Antwort seitens Stefan Klein.

Auf die Frage von Herbert Stief welche Sendeleistung die Mobilfunkantennen der Telefongesellschaften haben, wurde angeregt, sich zu einer Informationsstunde mit dem Mobilfunkbetreiber zusammen zu setzen. Stefan Kühnhauser wollte dann noch wissen wie es derzeit mit der Studienlage bezüglich der Strahlenbelastung aussieht.

Markus Huber vom LKA antwortete dazu, „Dies sei eines der bestuntersuchten Themen überhaupt. Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit dem Thema Mobilfunk und kommen immer wieder zum gleichen Ergebnis. Darüber hinaus gibt sogar die WHO alle zwei Jahre eine Empfehlung bezüglich des Mobilfunks ab.“

Gegen Ende des Abends bezogen dann noch Feuerwehr und Polizei Stellung zum Thema Digitalfunk. Enrico Weinreich, stellvertretender Dienststellenleiter der Polizei Laufen sagte, „Wir sind zufrieden, der Digitalfunk hat uns deutliche Verbesserungen gebracht und läuft stabil“. Kreisbrandrat Christof Grundner „Der Digitalfunk ist gegenüber dem analogen Funk schon eine andere Liga.

Er hat sich auch bereits bei mehreren Großschadenlagen wie dem Unwetter beim Chiemsee Raggae Summer, der Schneelage 2019 oder dem Starkregenjahr 2021 bewährt. Für uns ist es elementar wichtig, dass wir eine flächendeckende Versorgung haben“. „Das letzte Wort“ des Abends hatte dann noch Bürgermeister Matthias Baderhuber. „Ich danke euch für die rege und disziplinierte Beteiligung und hoffe, dass mit der Infoveranstaltung nun mehr Klarheit herrscht“, so der Waginger Rathauschef.

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