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Täter greift mit Messer mehrere Menschen an - Mann flüchtig

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Was für Vorarlberg gut ist...

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Wollen gemeinsam 'laut und sichtbar' gegen den Fluglärm demonstrieren: Bettina Oestreich (l.) und Astrid Rössler.

Freilassing - Proteste gegen den Fluglärm in Freilassing und Salzburg sind so alt wie der Flughafen Salzburg selbst, jetzt sollen sie aber laut und sichtbar werden.

"Wenn bei uns ein Flugzeug fliegt, sind unsere Enkelkinder ganz begeistert", äußerte Anifs Bürgermeister, Hans Krüger, im Februar 2011 im BR-Magazin Quer. Ganz anders sieht die Situation in Freilassing aus. Da ist es eine Seltenheit, wenn mal kein Flugzeug über die Köpfe der Anwohner donnert. Für einen Österreicher, der sich ebenfalls in Quer äußerte, ist die Sache klar: "Anif ist das Reichenviertel Salzburgs, die haben sich die Ruhe erkauft." Von Flughafenseite heißt es allerdings, dass der Anflug über Süden nur bei maximalen zehn Flügen am Tag möglich wäre. Schuld seien die an den Flughafen angrenzenden Berge, die Witterung und die Lage des Flughafens, so der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Salzburger Flughafen GmbH, Othmar Raus im ORF.

"Das ist ein lächerliches Argument", polterte am Donnerstagabend der Vorsitzende des Fluglärmschutzverbandes Rupertiwinkel, Horst Clausen. "Jeder Experte kann das widerlegen." Bei einer Informationsveranstaltung der FWG/Heimatliste Freilassing versuchte er, gemeinsam mit seiner österreichischen Mitstreiterin Astrid Rössler, die Freilassinger zum Protest zu bewegen. Dabei mahnte die Obfrau des Österreichischen Anrainerschutzverbandes an: "Bedenken Sie auch, Sie treffen nicht die, die es sich leisten können." Sie versuchte klar zu machen, dass die Salzburger Anrainer genauso betroffen seien und es nicht seien könnte, dass die Politik mit Flugroutenverteilungen, die immer einen benachteiligen würden, die Gegener gegeneinander aufbringen würde.

Vorarlberg hat erreicht, dass die Flugbewegungen des angrenzenden Flughafen St. Gallen einzig über Schweizer Gebiet gehen. Eine Lösung, die Horst Clausen ideal für Freilassing und den Salzburger Flughafen erscheint.

"Es kann nur funktionieren, wenn es von Haus aus weniger Flugzeuge gibt. Ich schlage ein Lärmkorsett rund um den Flughafen vor - in jedem Gebiet." Außerdem müsse es möglich sein, dass wie in Innsbruck die maximale Fluganzahl gedeckelt werde. Die Forderungen des Fluglärmschutzverbandes Rupertiwinkel gehen sogar noch einen Schritt weiter: "Wir wollen eine Durchführungsverordnung, die die Kontrollzone und die Flugrouten regelt, ein Lärmkorsett bestimmt, Zeitvorgaben für Wochentage, Samstage, Sonn- und Feiertage sowie eine Deckelung der Flüge festlegt", so Clausen. "Außerdem fordern wir die Revision und Anpassung des bestehenden Staatsvertrages." Die DVO am St. Gallener und Züricher Flughafen seien beispielgebend.

Diese Forderungen soll jeder Freilassiner Bürger, der sich wehren will, in einem von der FWG vorgefertigten Brief an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer schicken. "Das ist eine erste Vorlage", betonte Bettina Oestreich. "Darin fordern wir auch, dass sich die BRD an dem laufenden Umweltverträglichkeitsverfahren zum Ausbau des Flughafens Salzburg beteiligen muss." Das könne aber auch jeder Bürger, so der Tenor.

Astrid Rössler schlug ein gemeinsames Positionspapier vor. Die Freilassinger konnten mit einem Punkt aber nicht leben. "Wir fordern kurzfristig lärmmindernde Maßnahmen für den Raum Freilassing und Salzburg-Nord (insbesondere Taxham, Maxglan, Liefering, Siezenheim) und halten ausdrücklich fest, dass diese Maßnahmen nicht zulasten anderer Siedlungsgebiete gehen dürfen."

"Wir haben die Schnauze voll", meldete sich Erich Prechtl vom Bund Naturschutz zu Wort. "Der Flugverkehr muss ganz weg." Die Freilassinger sind also nicht mehr bereit, den Fluglärm zu akzeptieren, auch wenn es zu Lasten der Österreicher geht. Zu einer gemeinsamen Protestaktion am 19. August am Flughafen Salzburg erklärten sich aber einige bereits spontan bereit. "Es ist sinnvoll, wenn Betroffene gemeinsam direkt am Flughafen protestieren", freute sich Rössler. "Es muss laut und sichtbar werden."

cz

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