Vierbeiner findet Verletzten im Moor

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Die empfindliche Spürnase ist immer aktiv: Die schwarzhaarige Loona, ein Mitglied der BRK-Rettungshundestaffel, fand während einer Spazierfahrt  einen Verletzten.

Teisendorf - Bei einem Spaziergang von Claudia Schaffner mit Hündin Loona wurde klar: Die Rettungshunde-Ausbildung für den Vierbeiner hat sich gelohnt.

Plötzlich fing ihre Mischlingshündin, mit der sie seit knapp einem Jahr zur Rettungshundestaffel des Traunsteiner Kreisverbandes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) gehört, wie wild zu bellen an und zog beharrlich an der Leine in Richtung einer Wiese am Waldrand.

„Ich schimpfte mit Loona, weil ich dachte, sie riecht irgendwo eine Katze und will sie jagen. Normalerweise ist sie dann auch ruhig, aber Loona reagierte überhaupt nicht auf mich“, berichtet Claudia Schaffner. Schließlich folgte sie ihrer aufgeregten Hündin durch die moorige Wiese und entdeckte plötzlich einen schwarzen Fleck im Gras. Als sie näher kam erkannte sie den Kopf eines Mannes, der mit seinem Unterkörper in einem Graben lag. Als sie ihn ansprach antwortete er auf Englisch und bat um Hilfe. „Ausgerechnet heute hatte ich kein Handy bei mir“, bedauerte die Hundeführerin. Nur mühsam konnte sie den Verletzten davon überzeugen, dass sie ihn kurz allein lassen müsse, um beim nächsten Haus um Hilfe zu bitten.

Hier alarmierte sie den Notruf, eilte zurück und betreute den Verletzten, bis der BRK- Rettungsdienst eintraf. Der Mann streichelte die schwarzhaarige Loona, die sich brav neben ihn gesetzt hatte und beruhigte sich. Claudia Schaffner informierte die Sanitäter von ihrem Verdacht auf einen Unterschenkelbruch, den sie bei einer ersten Untersuchung festgestellt hatte und so wurde zusätzlich der Notarzt alarmiert. Nachdem Loona zur Belohnung einige Leckerlis bekommen hatte, radelte Claudia Schaffner wieder nach Hause. „Erst hier wurde mir richtig bewusst, was eigentlich passiert war.“

Für sie und Loona ist es jetzt noch mehr Ansporn, die Ausbildung zum geprüften Rettungshund, die drei Jahre dauert, zu machen. Die Hundeführerin selbst hat in wenigen Wochen ihre erste Sanitätsprüfung vor sich.

Viele Einsätze für die Hundestaffel

„Für uns ist dieser „zufällige“ Einsatz ein großer Erfolg und spricht für unsere Ausbildung,“ so Martin Grassler, Leiter der BRK- Rettungshundestaffel. Seine Mitglieder waren in den letzten Wochen sehr gefragt: Zu mehr als zehn Einsätzen wurden die Vierbeiner mit ihren Hundeführern gerufen. Meist versuchten die Spürnasen ältere und verwirrte Personen zu finden, die als vermisst gemeldet wurden. Außerdem suchten die Vierbeiner nach zwei Jugendlichen und einem Unfallfahrer.

Damit war das Team der BRK-Rettungshundestaffel in diesem Jahr bereits mehr als 500 Stunden im Einsatz. Die Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes arbeitet eng mit der Polizei zusammen, die das Team zur Unterstützung alarmiert. Inzwischen zählen 20 Mitglieder zum Team der Rettungshunde.

Pressemitteilung BRK

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