Vier-Punkte-Programm für Bahnhofsareal

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Freilassing - Das Bahnhofsareal in Freilassing besitzt viel Potential. Um dieses besser auszuschöpfen, hat der Stadtrat jetzt ein Vier-Punkte-Programm beschlossen:

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Drittes Gleis in greifbarer Nähe

Erst wird´s laut, dann leiser

Der Bahnhof Freilassing ist ein wichtiger Knotenpunkt im Fern- und Regionalverkehr. Die Strecke Freilassing-Salzburg ist Teil der europäischen Magistrale Paris-München-Bratislava und demnächst wird der Bahnhof Freilassing in das Salzburger S-Bahn-Netz (mit 15-Minuten-Takt) eingebunden. Sobald die S2 und die S3 bis Freilassing reichen, hat Freilassing eine schnelle Anbindung an den Hauptbahnhof Salzburg, an die innerstädtischen Verkehrsknotenpunkte Taxham, Mülln, Aiglhof, an die Universitätskliniken, zahlreiche Schulen, das EM-Stadion, an die regionalen Groß-Einkaufszentren sowie an die südlichen Vororte Salzburgs.

Drittes Gleis erfordert einige Umbauten

Möglich wird die gute Anbindung durch den dreigleisigen Ausbau. Neben einer erweiterten Saalachbrücke, dem Ausbau der Reichenhaller Straße mit neuer Eisenbahnunterführung und neuen Stütz- und Lärmschutzwänden (voraussichtlich drei bis sechs Meter hoch) soll ein neuer Bahnsteig östlich der Fußgängerunterführung entstehen. Die Entfernungen vom Kopf des neuen Bahnsteigs betragen zur Bahnhofshalle 120 Meter, zum Bike+Ride Platz 170 Meter. Durch die Erweiterung der Bahntrassen in südlicher Richtung wird die bestehende P+R Anlage um 13 Parkplätze verkleinert. Für Ersatz wird auf der westlichen Seite gesorgt.

Barrierefreier Ausbau ist geplant

Im "2013-18 Programm" der DB soll die barrierefreie Erschließung der Bahnsteige durchgeführt werden. Hierzu gehören Bahnsteigerhöhung, -überdachung, Aufzüge sowie eine zweite Unterführung. Von der DB wurde angeregt, eine mögliche Verlängerung der zweiten Unterführung westlich der bestehenden Bahnhofshalle durch die Stadt in Richtung Sonnenfeld zu prüfen.

"Bahnhof ist wertvolles Entwicklungsgebiet"

Das Bahnhofsareal ist derzeit gering genutzt und weist ein erhebliches Veränderungspotential auf. Aufgrund seiner bevorzugten Anbindung an das bayerische Umfeld und an das unmittelbar benachbarte Salzburg ist das Bahnhofsareal als wertvolles Entwicklungsgebiet einzustufen.

Lenkungsgruppe definiert Ziele

Von diesem aktuellen Stand ausgehend, traf sich die Lenkungsgruppe von gemeinsam.gestalten Stadtentwicklung Freilassing, Wirtschaftsvertreter/innen und Vertreter/innen des Stadtrates zu einer Arbeitssitzung, um verschiedene Szenarien für eine Rahmenplanung rund um den Bahnhof zu diskutieren.

Als Diskussionsgrundlage stellte Dr. Robert Leiner, Fachplaner für den Bereich Wirtschaft und Wohnen, dar, welche Wirkungsmechanismen im Einzelhandel zum Tragen kommen. Die gesamte Präsentation findet sich auf der Stadthomepage im Bereich gemeinsam.gestalten.

Die Diskussionen über mögliche weitere Entwicklungen waren geprägt von der Einschätzung, dass der Bahnhof eine Visitenkarte der Stadt ist, er als neues urbanes Zentrum gestaltet sein soll und eine wichtige Mobilitätsdrehscheibe (Umsteigequalität Bahn/Bus/PKW, sowie Verknüpfung Rad und Bahn) darstellen soll.

Ernsthaft setzte man sich, sowohl bei der Arbeitssitzung im Gestaltungsspielraum als auch im Bauausschuss und im Stadtrat mit den Vorstellungen der Eigentümer dieses Areals auseinander.

Lenkungsgruppe empfiehlt - Stadtrat beschließt

Die Abwägung der Auswirkungen verschiedener Entwicklungsszenarien führte zu folgender gemeinsamen Empfehlung:

1. Der Innenstadtbereich – Fußgängerzone Hauptstrasse und Umfeld – soll revitalisiert werden. Eine handelsbezogene Innenstadtentwicklung schließt eine dazu konkurrierende Handelsentwicklung mit innenstadtrelevanten Sortimenten außerhalb der Innenstadt, z.B. am Bahnhofsareal, aus.

2. Die Anbindung der Innenstadt an den Bahnhof soll verbessert werden, z.B. durch eine barrierearme Erschließung, bessere Sichtbeziehungen, begleitende publikumsbezogene Nutzungen an der Rupertusstrasse etc.

3. Eine Erneuerung des Bahnhofs und der seitlichen Bebauung wird positiv beurteilt. Hier könnten beispielsweise ein Ärztezentrum mit einer untergeordneten, innenstadtergänzenden Handelsentwicklung und eine quartiersbezogene Nahversorgung entstehen.

4. Im Umfeld des Bahnhofs soll ein urbanes Zentrum aus Wohnen, Bildungseinrichtungen, Dienstleistung und lediglich der Versorgung des Gebietes dienenden Läden entstehen.

Der Bauausschuss folgte dieser Empfehlung mit einer Gegenstimme und der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung am 13.02.12 einstimmig die vier Punkte.

mw / Pressemitteilung der Stadt Freilassing

Rubriklistenbild: © dpa

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