Stadtplatz ein "Schandfleck"

"Es war beschämend!": Hat der Silvestermüll Konsequenzen?

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Tittmoning - Von einem "Wahnsinn" spricht ein Stadtrat, wenn er an die vermüllte Innenstadt an Neujahr denkt - und bekommt nur Zuspruch: Könnte der Silvestermüll Konsequenzen haben?

Zerrissene Böller, kaputte Sektflaschen und vor allem leergeschossene Raketenbatterien: Der Jahreswechsel hinterließ am Tittmoninger Stadtplatz deutliche Spuren."Es war der Wahnsinn! Ich habe mich geschämt für unseren schönen Stadtplatz", so Albert Schauer in der Stadtratssitzung am Dienstag. Umso schlimmer, dass auch die Teilnehmer der "Kripperlroas" an Neujahr all das noch vor Augen geführt bekamen. 

"Ich habe mir auch gedacht, dass es so nicht mehr weitergehen kann", gab ihm Bürgermeister Konrad Schupfner recht - auch für ihn war der Anblick der Innenstadt "beschämend". Unabhängig von Stadtrat Schauer wollte auch Ute Sesselmann eine offizielle Anfrage wegen des Silvestermülls stellen. Das Thema brennt unter den Nägeln.

Wie will die Stadt reagieren?

Einen offiziellen Hinweis der Stadt, dass die Feiernden beim nächsten Jahreswechsel ihren Müll wieder mitnehmen sollen, fordert Albert Schauer nun - auch hier stimmte der Bürgermeister mit ein: "Wir werden uns was überlegen." Schupfner erwähnte auch weitgehendere Konsequenzen, die theoretisch möglich wären: "Das schärfste wäre ein Schießverbot am Stadtplatz. Hinsichtlich der Brandgefahr gäbe es dafür auch gute Gründe." 

Beschlossen hat der Stadtrat noch nichts, aber einen solchen "Schandfleck", wie es Albert Schauer nannte, wollen viele im kommenden Jahr nicht mehr sehen. 

Auch im benachbarten Burghausen sorgten die Feiern an Silvester für ein Nachspiel im Rathaus - hier war aber weniger der Müll das Problem: Die Grenzwerte an Feinstaub in der Luft wurden dort durch Raketen, Böller und Co. um mehr als das Doppelte überschritten. Gemessen wurde ein Anstieg auf 132 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft, der Grenzwert liegt bei 50. Hintergrund war aber auch eine Inversionswetterlage, heißt: Es fand kein Austausch zwischen den Luftschichten statt. Es dauerte bis weit in den Neujahrstag, bis sich die Belastung wieder normalisierte. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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