Tittmoning hat ihn schon, Traunstein bekommt ihn jetzt

Titel "FairTrade-Stadt": Was bringt das überhaupt?

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Seit Sommer 2014 ist Tittmoning offiziell "FairTrade-Stadt". Was hat's gebracht?
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Tittmoning/Traunstein - Seit Dienstag ist Traunstein offiziell "FairTrade-Stadt" - nur ein weiteres Label, das man herzeigen kann? In Tittmoning hat man den Titel schon länger. Wir schauen, was sich dort getan hat. 

Es sind keine riesigen Schritte, die Norbert Köpferl und Gertraud Nachbichler mit der FairTrade-Kampagne in Tittmoning gemacht haben, aber zumindest auf das ein oder andere können sie nach über zwei Jahren zufrieden zurückblicken. Tittmoning war die erste Stadt im Landkreis, die den Titel "FairTrade-Stadt" erhielt. Was wurde in der Zwischenzeit geschafft?

Das wurde in Tittmoning schon erreicht

Vor allem fair gehandelte Lebensmittel stehen in Tittmoning im Vordergrund. Inzwischen gibt es beispielsweise die "Ortsteil-Kaffees" zu kaufen: "Törringer Genuss" oder "Kayer Harmonie" nennen sich die Marken, berichteten Köpferl und Nachbichler von der FairTrade-Steuerungsgruppe in der Stadtratssitzung am Dienstag. Noch heuer will man eine fair gehandelte "Tittmoninger Schokolade" kreieren.

Fair gehandelte Limonade gibt's im Tittmoninger Rathaus zu trinken.

Man steht in Kontakt mit Geschäften, Schulen und Vereinen, versucht auch dort, FairTrade-Produkte zu etablieren. Im Rathaus hat das ganze schon etwas bewirkt: Abgesehen vom heimischen Mineralwasser gibt es dort FairTrade-Limonaden- und -Kaffee zu trinken. Beim Bauernmarkt ist man sporadisch vertreten, am Valentinstag hat man in Tittmoning aufgefordert, fair gehandelte Rosen zu kaufen. 

Zwei Jahre Vorlaufzeit waren in Traunstein nötig

Seit Dienstag hat auch Traunstein den Titel "FairTrade-Stadt" offiziell verliehen bekommen. "Global denken - lokal handeln", soll der Leitgedanke sein. Fast zwei Jahre Vorlaufzeit brauchte es, um dorthin zu kommen: Auf Betreiben der Grünen-Fraktion fasst der Stadtrat im März 2015 einen dementsprechenden Beschluss, wie in Tittmoning wurde auch in Traunstein eine Steuerungsgruppe gegründet. 

Sieben Einzelhändler und zwei Gastronomiebetriebe hat man in Traunstein schon an der Hand, auch die Schulen, Kindergärten, Verwaltung, Stadtmarketing und die Kirchen beteiligen sich. Dass FairTrade mehr ist, also nur Lebensmittel, versuchte man am Dienstag bei der Titel-Verleihungsfeier im Rathaus zu beweisen: Eine Modenschau mit fair gehandelten Klamotten wurde im Rathaussaal dazu veranstaltet. 

Grüne wollen auch Traunreut zur "FairTrade-Stadt" machen

"FairTrade-Stadt zu sein heißt aber nicht einfach nur eine Auszeichnung zu bekommen, es ist auch ein Auftrag, den fairen Handel in Traunstein weiter zu fördern. Ziel ist es, mehr und mehr Menschen zum Umdenken und Mitmachen zu bewegen", so Oberbürgermeister Christian Kegel. 

Auch in Traunreut will die Grünen-Fraktion noch diese Woche den ersten Schritt wagen: Am Donnerstag stellt sie im Hauptausschuss den Antrag, dass sich die Stadt als "FairTrade-Town" bewerben soll.

Pro und Contra

Aber auch unter dem "FairTrade"-Logo tummeln sich schwarze Schafe. Die Stiftung Warentest entlarvte 2014 zum Beispiel einen "fairen" Orangensaft von Lidl, der keinesfalls unter als fair zu bezeichnenden Bedingungen hergestellt wurde. Auch Betriebe mit FairTrade-Label in Äthiopien und Uganda flogen schon auf, weil dort die Arbeitsbedingungen schlechter waren, als in "herkömmlichen" Betrieben. 

Trotzdem: Vor allem für Lateinamerika wurden positive Auswirkungen wiederholt nachgewiesen. Der Kaffeepreis, den die Produzenten erhielten, stieg, Produzenten schlossen sich in Genossenschaften zusammen und der Zugang zu Bildung von Arbeiter- und Bauernfamilien konnte zum Teil erleichtert werden. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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