Pläne vorgestellt

Hier könnte die nächste Geothermie-Anlage entstehen

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Die mögliche Geothermie-Anlage südlich von Kay wäre vergleichbar mit der in Traunreut oder jener auf dem Bild im elsässischen Sulz unterm Wald.
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Tittmoning - Tief unter der Erde, zwischen Kay und Wiesmühl, wurde heißes Wasser aufgespürt - jetzt gibt es konkrete Pläne, die Quellen zur Energiegewinnung anzuzapfen.

Eine Geothermie-Anlage mit einem Energieertrag von fünf Megawatt könnte zwischen Kay und Wiesmühl gebaut werden. Bernhard Gubo vom Investor "Geoenergie Bayern" stellte die Pläne am Dienstag dem Stadtrat vor. Seit April wird die Region nördlich des Waginger Sees untersucht, das Gebiet zwischen Kay und Wiesmühl hätte die besten Voraussetzungen für Geothermie: Wassertemperaturen von rund 120 Grad. Auch bei Taching wurden ähnlich gute Quellen gefunden.

Zwei Hektar Fläche müssen noch gefunden werden

Der rote Kreis markiert das für die Geothermie interessante Gebiet zwischen Kay und Wiesmühl.

Momentan laufen naturschutzfachliche Untersuchungen, bis 2019 will die "Geoenergie Bayern" alle notwendigen Gutachten und Genehmigungen einholen. Das Projekt könnte im Jahr 2020 starten. Für den Bohrplatz würden letztlich rund zwei Hektar Fläche gebraucht. Noch wurde mit den Grundeigentümern nicht gesprochen, aber klar ist, dass über deren Köpfe hinweg nichts entschieden werden kann: "Wenn die Nein sagen, wäre das ein Killer-Kriterium", so Bernhard Gubo.

Die gewonnenen Energie aus 4000 Metern Tiefe könnte für die Fernwärme und zur Verstromung hergenommen werden. "Wir haben in Tittmoning keine öffentlichen Fernwärmenetze. Wer müsste das erschließen?", fragte Stadtrat Robert Lex - diese Aufgabe würde wohl, auch mithilfe öffentlicher Fördergelder, an der Stadt hängenbleiben. "Hier besteht aber keine Eile, die Bohrung wäre auf über 50 Jahre nutzbar", so Gubo. Auch die Frage nach der Haftung bei möglichen Schäden konnte er schnell beantworten: hier wäre ebenfalls der Investor in der Verantwortung.

Geothermie-Projekte gibt es bereits mehrere in der Region, zum Beispiel in Traunreut oder Kirchweidach. Am Entstehen ist außerdem gerade eine Anlage in Garching an der Alz: Der Bohrplatz ist dort schon errichtet. Sind die ersten Probebohrungen erfolgreich, wird im kommenden Jahr mit dem Bau eines Kraftwerks begonnen. Das gemeinsame Geothermie-Projekt von Kirchanschöring und Laufen scheiterte dagegen.

xe

Quelle: chiemgau24.de

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