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Nach „extremen Ereignissen“ im vorigen Sommer

Starkregen, Hochwasser, drohender Dammbruch: Jetzt ergreift Tittmoning Sofortmaßnahmen

Stillbach bei Tittmoning bei Hochwasser
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Der Stillbach in Kirchheim ist bei Hochwasser kaum wiederzuerkennen.

Der vorige Sommer hat sich ins Gedächtnis vieler Tittmoninger eingegraben: Starkregen verwandelte Bäche zu reißenden Fluten, ein Damm drohte zu brechen. Auch im Stadtrat kochte das Thema zuletzt wieder hoch - jetzt werden erste Sofortmaßnahmen ergriffen.

Tittmoning - „Das, was letzten Sommer herunterkam, war schon ein extremes Ereignis“, befand der Hochwasser-Experte Bernhard Unterreitmeier am Dienstag (18. Januar) im Tittmoninger Stadtrat. Er führt das Ingenieurbüro „Aquasoli“, das der Stadt jetzt bei den Maßnahmen zur Seite steht, denn: „Der Hochwasserschutz wird uns auch in den nächsten Jahren noch begleiten“, so Bürgermeister Andreas Bratzdrum (CSU). Vor allem die kleineren Bäche wurden während der Starkregenereignisse im Juli und August 2021 zur Gefahr. Erst vor gut einem Monat kam es im Tittmoninger Stadtrat zur großen Aussprache wegen Hochwasserproblemen bei den Bächen.

Sofortmaßnahmen zum Hochwasserschutz in Tittmoning

Bratzdrum und Unterreitmeier kündigten jetzt Sofortmaßnahmen an: Die Stauanlage beim Kraftwerk Großmühltal wird ab Ende Januar umgebaut, so dass sie größere Wassermassen bewältigen kann. Innerhalb eines Monats soll die Stauabsenkung dann verwirklicht sein. „Das schafft vor allem für Kirchheim eine erhebliche Verbesserung der Hochwassersituation“, so Unterreitmeier. Ende August vorigen Jahres drohte ein Damm am Kraftwerk zu brechen. „Dann hätte sich der ganze Weiher in 15 Minuten entleert und eine Art Flutwellensituation ausgelöst.“

Sandsäcke sicherten im August 2021 das Großmühltal.

Die zweite Sofortmaßnahme betrifft vor allem den Stillbach durch Kirchheim und seine Zuflüsse - „dort gab es schon mehrfach brenzlige Situationen“, so Bürgermeister Bratzdrum. Anfang Dezember kamen Behördenvertreter und Ingenieure mit den Anwohnern zusammen, um sich die Problemstellen anzuschauen. Am 25. Januar ist ein weiterer Termin geplant. Dann soll geprüft werden, wo Gehölzzuschnitte am Ufer nötig sind, um Verklausungen zu verhindern und wo es einen weiteren Uferschutz braucht. Bis zum Frühjahr sollen laut Bratzdrum auch diese Maßnahmen abgeschlossen sein.

Wann gibt Regierung Fördergelder für großes Hochwasserschutzkonzept?

Zu guter Letzt arbeitet die Stadt auch noch an einer „großen Lösung“ für den Stillbach. Ein Ingenieurbüro soll die Gewässer genau untersuchen und langfristige Maßnahmen daraus ableiten. „Das wird insgesamt einige Jahre dauern“, schätzte Bernhard Unterreitmeier. Das Gutachten für ein Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept wird rund 50.000 Euro kosten. Deshalb wird es erst in Auftrag gegeben, wenn die Regierung von Oberbayern Fördermittel dafür freigibt. Beantragt wurden die Gelder schon, doch bisher war der Stillbach auf der Dringlichkeitsliste der Regierung zu weit unten. „Bis all die Maßnahmen greifen müssen sich die Anwohner aber auch selbst schützen“, erinnerte Bernhard Unterreitmeier von „Aquasoli“ an die Sorgfaltspflicht der Anlieger.

Der Stillbach in Kirchheim (Tittmoning) im direkten Vorher-Nachher-Vergleich einmal bei Hochwasser und bei normalem Wasserstand. Im Bild zu sehen sind rechts die Gebäude der Werkstatt der Familie Huber, die bereits vorsorglich mit Sandsäcken gesichert sind.

Rund um Tittmoning wurde es 2021 vor allem am 30. August brenzlig mit den Wassermassen. Rund 130 Einsatzkräfte konnten verhindern, dass das Wasser beim Elektrizitätswerk Großmühltal bei Kay über die Ufer trat. Der nachfolgende Bach hätte eine Wohnsiedlung überflutet. In Wiesmühl lief Wasser durch die Ortschaft und in Kirchheim trat der Stillbach über die Ufer. „Das Wasser stand bei uns knöcheltief in der Werkstatthalle“, so Landmaschinenhändler Georg Huber aus Kirchheim bei einem Besuch von chiemgau24.de.

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