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Kraftwerke an drei Standorten

Salzach-Ausbau: Mit oder ohne Wasserkraftwerk?

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Die Salzach im Tittmoninger Becken - Blickrichtung von der Tittmoninger Brücke Richtung Süden.
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Tittmoning/Fridolfing - Zwei Varianten gibt es, wie die Salzach im Tittmoninger Becken ausgebaut werden kann. Der springende Punkt: Mit oder ohne Wasserkraft? Die Pläne kommen nur langsam voran.

Schon im 19. Jahrhundert wurde die Salzach begradigt und verengt - seitdem gräbt sie sich immer tiefer ein. Die Flusssohle wird abgetragen, das Wasserwirtschaftsamt befürchtet, es könnte ein "Sohldurchschlag" drohen, wenn auch die darunterliegende feinkörnige Schicht des Flussbettes freigelegt wird. Brücken und Hochwasserschutzeinrichtungen könnten dann gefährdet werden, auch die Au könnte austrocknen. 

Die beiden Varianten

Um dem zuvorzukommen plant das Wasserwirtschaftsamt seit Jahren an einer sogenannten Aufweitung der Salzach nördlich von Laufen bis kurz hinter Tittmoning. An zwei Varianten wird weiterhin getüftelt, sie sollen jetzt konkret ausgearbeitet werden um die Vorplanung bis Ende 2018 abzuschließen. Dann können die beiden Varianten einer Umweltverträglichkeitsprüfungen gegenübergestellt werden - eine mit und eine ohne Wasserkraftnutzung.

  • Variante 1 ohne Wasserkraft: Das Flussbett wird von momentan 100 Metern auf 180 bis 200 Metern verbreitet - dort soll die Salzach dann "eigendynamisch" ihren Weg selbst finden. Dazu sollen vier flachgeneigte Rampen mit Höhen von anderthalb Metern und Umgehungsgerinnen gebaut werden. 
  • Variante 2 mit Wasserkraft: Das Flussbett soll hier nur auf rund 140 Meter verbreitert werden. Zur Sohlstabilisierung sind drei Kraftwerke mit Fallhöhen von etwa 3,30 Metern und eine Sohlrampe mit Umgehungsgerinnen vorgesehen. Auf einer Länge von 18 Kilometern soll ein Nebengewässersystem entstehen. 
Hier wären die drei Wasserkraftwerke vorgesehen.

"Hohes Ausbaupotenzial" an Salzach

Bei beiden Varianten plant das Wasserwirtschaftsamt mit einer Umsetzungszeit von neun Jahren. Wenn es um die Stromerzeugung aus Wasserkraft geht, steht die Salzach in Südbayern besonders im Blick: "Fast die Hälfte des Ausbaupotenzials liegt an der Salzach, diese nimmt eine Sonderrolle in der Wasserkraft ein", so auch kürzlich der Planungsverband Südostbayern. Doch man merkte an: "Aus naturschutzrechtlichen Gründen wird jedoch nur ein Teilausbau möglich sein, damit weiterhin frei fließende Streckenabschnitte verbleiben."

Auch im Wasserwirtschaftsamt weiß man: "Die politische Einigung zwischen den Nachbarstaaten Bayern und Österreich, ob die Salzachsanierung im Tittmoninger Becken rein wasserbaulich oder kombiniert mit Wasserkraftnutzung erfolgen soll, steht bisher noch aus". Denn weiter südlich, im Freilassinger Becken, wurde in den vergangenen Jahren klar, wie es aussehen kann, wenn sich politisch nicht geeinigt wird. 

Schon einmal Naturschutzkonflikte mit Salzburg

Bis vor einigen Jahren war zwischen Freilassing und Laufen von bayerischer Seite ebenfalls ein Wasserkraftwerk vorgesehen - doch der Fokus für eine mögliche Wasserkraftnutzung liegt nun auch deshalb mehr auf dem Tittmoninger Becken, weil diebayerischen Wasserkraftpläne mit den Salzburger Naturschutzplänen unvereinbar waren.

Rund zehn Millionen Euro investiert die Salzburger Landesregierung in ihr Projekt "Salzachauen". Vor allem rund um Oberndorf bei Laufen sollen Amphibientümpel für die Gelbbauchunke und natürliche, artenreiche Auwälder entstehen, die nicht mehr von der Forstwirtschaft genutzt werden und "in Ruhe gelassen" werden sollen, wie die Salzburger Landesregierung betont: "Der Umsetzung steht nichts mehr im Wege."

xe

Quelle: chiemgau24.de

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