Interaktive Karte zur Verkehrsschau 2017

Was sich jetzt für Autofahrer in Tittmoning ändert

  • schließen

Tittmoning - Hier ein Halteverbot, dort eine Geschwindigkeitsbeschränkung - die Anregungen bei der Verkehrsschau waren breit gefächert, doch Behörden und Polizei stimmten meistens nicht zu.

Eine Geschwindigkeitsbegrenzung über den Tittmoninger Stadtplatz? Eines der Anliegen, dem letztlich nicht zugestimmt wurde. Zusammen mit Polizei, Landratsamt und Straßenbauamt führte die Stadtverwaltung Anfang Mai in Tittmoning die jährliche Verkehrsschau durch. 19 Punkte standen zur Diskussion, auch auf Wunsch von Bürgern hin. Welche Vorschläge umgesetzt werden, welche nicht und wo es Kompromisse gibt: Zusammengefasst in der Karte, ausführlich mit Begründung unten im Text:

Diesen Maßnahmen wurde zugestimmt

  • Beseitigung der Sichtbehinderung durch die wegweisende Beschilderung an der Einmündung der „Abtenhamer Straße“ in die TS16 bei Abtenham: Die Beschilderung wird von der Kreisstraßenverwaltung im Rahmen des geplanten Ausbaus der Kreisstraße TS16 entsprechend geändert und verbessert. 
  • Ausweisung eines Stellplatzes für Behinderte in der Stiftsgasse in Tittmoning.
  • Ausweisung von Feuerwehraufstell-, Bewegungs- und Zufahrtsflächen im Bereich der Augustinerstraße und dem Distler Gäßchen, für den Braugasthof Tittmoning.
  • Anbringung von Blockmarkierungen an der Abzweigung des Geh- und Radwegs von der Waginger Straße südlich von Kay 
  • Verhinderung der Durchfahrt von LKW am Wäscherberg: Zusätzlich zu der bereits bestehenden Verbotsbeschilderung für LKW soll außerdem eine Beschränkung der Durchfahrtsbreite auf zwei Meter angeordnet werden. 

Kompromisse bei folgenden Anliegen

  • Verbesserung der Sichtverhältnisse (in Richtung Süden) an der Einmündung der Rupertistraße in die B20: Es wurde festgestellt, dass die Sichtverhältnisse in diesem Bereich ausreichend sind, eventuell sollte aber das Storchenschild versetzt werden.
  • Beschränkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der B20 in Ranharting wegen gefährlicher Einmündungen: Es wurde festgestellt, dass die Sichtverhältnisse deutlich eingeschränkt sind. Es soll daher ein Geschwindigkeitstestmessung durch die Verkehrspolizei veranlasst und eventuell eine Beschränkung auf 70 km/h angeordnet werden.
  • Verbesserung der Sicherheit für Schulkinder im Bereich der Schulbushaltestelle an der St2106 in Lanzing: Ein Unfallschwerpunkt liegt hier nicht vor. Nach den Ergebnissen einer Geschwindigkeitsmessung liegt auch keine Notwendigkeit für eine Tempobegrenzung vor, da dies zu keiner Verbesserung der Situation führen würde. Auch Gefahrenzeichen seien nicht zielführend, da sie erfahrungsgemäß nur sehr wenig Auswirkung auf das Fahrverhalten der Kraftfahrer haben. Das Sichtdreieck im Bereich der Bahnbrücke ist jedoch vom städtischen Bauhof frei zu schneiden. An der Einmündung der Murschaller Straße in die Staatsstraße St 2105 ist außerdem von der Straßenmeisterei ein zusätzliches Schild "Vorfahrt gewähren" aufzustellen. 
  • Halteverbote in der Watzmannstraße und zusätzliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung: Die Straßenbreite erfordert grundsätzlich keine Anordnung eines Halteverbots. Parkende Fahrzeuge tragen zudem zu einer gewissen Verkehrsberuhigung bei. Nach der Einmündung der Untersbergstraße (Richtung B20) soll jedoch eine Sperrfläche auf der Fahrbahn markiert werden. 

Keine Zustimmung für folgende Maßnahmen

  • Anordnung eines Halteverbots in der Röstelstraße wegen Verkehrsbehinderungen durch Dauerparker: Das Dauerparken im Siedlungsbereich ist grundsätzlich zulässig. Die Straßenbreite erfordert keine Anordnung eines Halteverbots. Parkende Autos tragen zudem zu einer gewissen Verkehrsberuhigung bei. 
  • Tempobeschränkung auf 60 km/h auf der St2106 bei Grassach 1 und zusätzliche Warnschilder: Die Tempobeschränkung würde "zu keiner Verbesserung der Situation führen". Nach der Straßenverkehrsordnung dürfen Verkehrszeichen nur dort aufgestellt werden, wo es wegen der Sicherheit zwingend erforderlich ist. Ein Gefahrenzeichen sei auch nicht zielführend, weil sie erfahrungsgemäß nur sehr wenig Auswirkung auf das Fahrverhalten der Kraftfahrer haben. Die vernünftigste Lösung wäre hier eine Verlegung der Zufahrt durch den Antragsteller auf dem eigenem Grundstück. Alternativ könnte auch der Aufstellung eines Verkehrsspiegels durch den Antragsteller, auf eigene Kosten, zugestimmt werden. Ein Verkehrsspiegel stelle aber auch keine optimale Lösung dar. 
  • Tempobeschränkung von 30 km/h auf der Dorfstraße/TS10 in Asten: Durch die Linienführung der Kreisstraße sei es kaum zu erwarten, dass schneller als 50 Stundenkilometer gefahren werde. Kindergartenkinder müssen außerdem generell bis zum Kindergarten begleitet werden. Es besteht hier auch kein direkter Zugang von der Kreisstraße zum Kindergarten. Eine Tempobeschränkung sei gesetzlich derzeit nicht möglich. Bei Vorliegen der neuen Verwaltungsvorschrift zur StVO soll der Antrag aber nochmals geprüft werden.
  • Versetzen der Astener Ortstafel an der südwestlichen Ortseinfahrt der Kreisstraße TS10 an den Beginn der geplanten neuen Bebauung und Durchführung weiterer Verkehrsberuhigungsmaßnahmen: Es wurde festgestellt, dass die Ortstafel grundsätzlich am Beginn der beidseitig geschlossenen Bebauung aufzustellen ist. Ein Versetzten der Ortstafel weiter in Richtung Westen ist daher rechtlich nicht möglich. 
  • Sperrung der Siedlungsstraßen "Anna-Paumann-Straße" und "Badstraße" in Asten während der Nachtstunden für den landwirtschaftlichen Verkehr: Der beantragten Sperrung der Siedlungsstraßen wird nicht zugestimmt, da sich der Verkehr in diesem Fall vollständig auf die Waldstraße verlagern würde. Der Ausschluss einzelner Verkehrsarten wäre darüber hinaus rechtlich nicht ohne Weiteres zulässig. 
  • Maßnahmen zur Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit im auf der Fridolfinger Straße/TS28 in Törring: Es wurde festgestellt, dass in diesem Bereich nur eine einseitige Bebauung vorhanden ist und ein Unfallschwerpunkt nicht vorliegt. Es sind daher von Seiten der Verkehrsbehörde und des Straßenbaulastträgeres keine weiteren Maßnahmen zu veranlassen. Es soll hier jedoch in regelmäßigen Abständen die mobile Geschwindigkeitsanzeigetafel der Stadt Tittmoning aufgestellt werden. 
  • Schaffung einer Radwegeverbindung zwischen Kirchheim und Abtenham: Vorrangig ist hier eine Radweganbindung von Kirchheim, entlang der alten Bundesstraße (Abtenhamer Straße) anzustreben. Aufgrund der Grundstückssituation dürfte dies jedoch nur sehr schwer zu verwirklichen sein. Alternativ wäre eventuell auch eine Anbindung über den bestehenden Begleitweg entlang der B20 denkbar. Eine Querung der Kreisstraße TS16 durch Radfahrer erscheint aus Sicht der Kreisstraßenverwaltung, im Hinblick auf das Gesamtverkehrsaufkommen, unproblematisch.
  • Aufhebung der Einbahnstraßenbeschilderung auf Höhe der Gaisbergstraße 7 und 8: Die bestehende Regelung wird als sinnvoll erachtet und soll unverändert beibehalten werden.
  • Verbesserung der Überquerungsmöglichkeit für Fußgänger an der Laufener Straße/B20 zu den Einkaufsmärkten: Es wurde festgestellt, dass eine vorschriftsmäßige Querungshilfe mit einer Breite von 2 bis 2,5 Meter im Bereich der Negativfläche der Linksabbiegespur wegen der erforderlichen Einfahrtsradien der Grundstückszufahrten und der zur Verfügung stehenden Flächen nicht möglich ist. Eine Verbesserung der Sichtverhältnisse ist wegen der Bebauung auch nicht möglich.
  • Tempobeschränkung am Tittmoninger Stadtplatz und Verhinderung der Nutzung der Fußgängerdurchlässe an den Stadttoren durch Radfahrer: Der Gesetzgeber sieht innerorts grundsätzlich eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h vor. Nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung, sind Verkehrszeichen und Verkehrseinrichtungen nur dort anzuordnen, wo dies aufgrund der besonderen Umstände zwingend geboten ist. Die Notwendigkeit zur Anordnung einer Geschwindigkeitsbeschränkung lässt sich im vorliegenden Fall nicht zwingend ableiten. Nach den gesetzlichen Vorgaben ist eine entsprechende Geschwindigkeitsbeschränkung daher derzeit rechtlich nicht möglich. Bei Verabschiedung einer entsprechenden Gesetzesänderung soll der Antrag von der Unteren Verkehrsbehörde jedoch nochmals geprüft werden. Bezüglich der Fußgängerdurchlässe an den Stadttoren wird festgestellt, dass hier grundsätzlich für jedermann erkennbar ist, dass es sich hier um reine Fußwege handelt. Ein widerrechtliche Benutzung durch Radfahrer ließe sich daher in der Praxis auch durch eine zusätzliche Fußwegbeschilderung nicht wirksam verhindern. Im historischen Altstadtbereich sollte darüber hinaus so weit als möglich auf zusätzliche Beschilderungen verzichtet werden. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © Stadt Tittmoning/Screenshot Google Maps

Zurück zur Übersicht: Tittmoning

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser