Pfarrer Ellmann feiert runden Geburtstag

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Pfarrer Karl Ellmann (dritter von links) Feiert mit Freunden und der Gemeinde im Teisendorfer Poststall.

Teisendorf - Die ganze Gemeinde feierte den 70. Geburtstag ihres Pfarrers. Im vollbesetzten Teisendorfer Poststall empfing Karl Ellmann seine Gratulanten mit großem Programm.

Lang war die Einladungsliste, mit der geistliche Rat Pfarrer Monsignore Karl Ellmann zu seiner Geburtstagsfeier in den Poststall in Teisendorf einlud. Geistliche Würdenträger und weltliche Mandatsträger ebenso, wie die Mitarbeiter der Pfarrei mit Kindergarten, Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, die Vertreter der Ortsvereine von Teisendorf und Oberteisendorf, Freunde und Wegbegleiter des Jubilars, Kinderchor, Landfrauen- oder Männerchor und die den ganzen Abend immer wieder zur Freude des Jubilars mit klangkräftiger Blasmusik aufwartende Musikkapelle – sie alle gaben dem Jubilar die Ehre. Die Musikkapelle unter Leitung von Thomas Egger erwartete den blasmusikbegeisterten Karl Ellmann dann auch bereits am Eingang des Poststalles und brachte ihm dort ein Ständchen.

Pfarrgemeinderatsvorsitzender Alois Thannbichler übernahm es, die Gäste zu begrüßen und durch das reichhaltige, abwechslungsreiche Programm des Abends zu führen. Einem besonderen Anliegen und Wunsch des Pfarrers nachkommend, lud er ein, mitgebrachte Geldgeschenke der bereitstehenden, an diesem Abend als „Sparkasse“ dienenden Miniaturausgabe der geplanten Franziskuskapelle (Neubaugebiet Rückstetten) anzuvertrauen.

Pfarrer Ellmann feiert 70. Geburtstag

Den Reigen der Gratulanten eröffnete wortgewandt wie immer der bekannte Mundartdichter Karl Robel. In seinem mit viel Beifall bedachten Gedicht forderte er auf: „… und wenn die Jahrzahl rund ist, sollte man es nicht verschleiern und ein bißchen feiern.“

Mehr als 50 Kinder – Jungen und Mädchen bis zum Teenie-Alter – machten unter der Leitung der sich unermüdlich um das kirchliche und weltliche Liedgut in Teisendorf bemühenden Cäcilia Sommer in herzerfrischenden Art mit ihren Liedern ihre Aufwartung. „70 Jahre von Gott gegeben, 70 Jahre ein erfülltes Leben, 70 Jahre schaffen und Streben …“ ihn diesem Gedicht brachte die kleine Johanna in überzeugender Manier die Glückwünsche des Chores an den Jubilar mit und jedes Chormitglied überreichte eine Rose als kleines Geschenk.

„Muaß man des wissen, dearf ma des wissen, soil ma des wissen? ..“ Das Team des Teisendorfer Kindergartens hatte mit ihrem Sketch – ein bis auf Schulterhöhe hochgehaltenes Tuch, hinter dem je eine Person auftaucht und einen kurzen Satz bringt – die Lacher auf ihrer Seite. Sie stellten treffend-prägnat unbeantwortet bleibende Fragen, die immer näher an das Leben von Pfarrer Ellman vom kleinen Jungen bis hin zum Jungen Pfarrer hinführten. „I wissat des schon! Aba mi fragt ja koaner!“ – immer wieder Schwester Brigitte in ihrer Antwort.

„So könnte eine Stellenanzeige aussehen: Wir suchen einen überdurchschnittlich engagierten Mitarbeiter, der überzeugend und glaubwürdig und mit höchstem Einsatz zum Wohle der Menschen da ist!“ In seinem Dank und seinem Glückwunsch freute sich Landrat Georg Grabner - ein guter Freund des Pfarrers - über den Glücksfall, dass Karl Ellmann der „Ausschreibung“ in den 34 Jahren in Teisendorf voll und ganz gerecht geworden ist. „Viel hast du aufgebaut, viel bewirkt, viele geistliche Berufe gingen in deiner Zeit in Teisendorf aus deiner Pfarrei hervor. Du hast oft deine physischen Grenzen überschritten.“ Und weiter: „Seelsorge für Teisendorf im besten Sinn des Wortes – wie Pater Fabian in seiner Festpredigt so treffend formulierte!“ Es gebe kaum in einer Pfarrei so feierliche Festgottesdienste. „Du bist mir ein wichtiger Wegbegleiter. Danke für deine Freundschaft!“ Bei einem Besuch der Bürgermeister in Rom konnte der Landrat einige Worte mit Papst Benedikt XIV wechseln: „ Auf die Frage nach meiner Herkunft gab ich Teisendorf an. Darauf erkundigt sich der Papst ohne nachzudenken nach Pfarrer Ellmann und wortwörtlich: des is a ganz a braver!“

Ebenso, wie Maria Lindner, Georg Wetzelsperger und Ludwig Paststötter mit einem Ständchen aufwarteten, gab auch der Landfrauenchor unter Leitung von Martina Jacob dem Pfarrer die Ehre und der Männerchor Teisendorf nahm auf der Bühne Aufstellung. Dabei erinnerte sich Toni Hoiß schmunzelnd in seiner Gratulation daran, mit welchen Schwierigkeiten er beim Abholen von Pfarrer Ellmann am Bahnhof in Traunstein vor 34 Jahren zu kämpfen hatte. „Um - jetzt beten wir noch ein Vater Unser - hatte der Pfarrer kurz vor Teisendorf gebeten. Ob das mit meiner damaligen Fahrweise zusammenhing, kann ich heute nicht mehr sagen.“

Bereits zu Lebzeiten eine Straße „Pfarrer Ellmann Straße“ gewidmet zu bekommen, überraschte den Jubilar sehr. Bürgermeister Franz Schießl überbrachte die Glückwünsche der Marktgemeinde und enthüllte gemeinsam mit dem Pfarrer das seinen Namen tragende Schild (siehe gesonderter Bericht).

Zu einem Höhepunkt des Abends lud Lisi Kaffei. In unzähligen Stunden hatte sie persönliche Fotoalben des Pfarrers gewälzt, das umfangreiche Pfarrarchiv gesichtet und wenn nötig sich noch um passende Fotos bemüht, eine Fotoserie zusammenzustellen, die das Leben von Karl Ellmann in den verschiedensten Stationen zeigte. Jeweils treffend hatte sie zu jedem Foto einen schriftlichen Kommentar platziert und das Ganze passend mit Musik untermalt. Der ganze Saal und besonders Pfarrer Ellmann dankte Lisi für ihre großartige Präsentation mit langanhaltendem Applaus.

In einer gespielten Sitzung zeigte der Pfarrgemeinderat, dass es bei ihnen nicht immer todernst zugehen muss. Sie besprachen unter anderem die Planung der Geburtstagsfeier und hofften dabei auf viele Geldgeschenke für die geplante Kapelle und sie machten sich Gedanken, wer die Nachfolge von Pfarrer Ellmann im Herbst antreten werde. „Aber koan Ellmann kriagn mia nimma!“ – das Resümee.

Für die Oberteisendorfer Ortsvereine übernahm es Sefan Fritzenwenger, die Glückwünsche zu überbringen. Für die Teisendorfer Ortsvereine ging Dr. Hans Seibert ans Rednerpult: „Vergangenheit ist Geschichte, Zukunft ist Geheimnis, Gegenwart ist ein Geschenk!“ Für ihn sei es eine große Ehre, zum Jubelfest im Namen der Teisendorfer Vereine gratulieren zu dürfen. „Der 19. April – ein denkwürdiges Datum. Zu diesem Datum wurde der Papst gewählt und zu diesem Datum hat unser Pfarrer Geburtstag.“

„Es bewegt mich, was ich heute Abend alles erleben durfte: die Zuneigung, die Dankbarkeit, die Freundschaft!“ Pfarrer Monisgnore Karl Ellmann dankte mit bewegenden, den Abend abschließenden Worten: „Je älter man wird, umso mehr wird bewußt, welch Geschenk das Leben ist!“ Er empfinde unbändige Dankbarkeit für das Geschenk der 70 Jahre. „ – Und ihr seid nicht unschuldig daran. In den schwierigen, teilweise aussichtslosen gesundheitlichen Situationen 1992, 1994, 1995 und besonders 2002 habt ihr mich durch euer Gebet getragen.“ Er wollte in seinem Pfarrersein auf das Land, und brachte diesen Wunsch bei Kardinal Ratzinger vor, obwohl damals das Ordinariat andere Pläne mit ihm hatte. „Jetzt geht die Zeit in Teisendorf zu Ende. Ich bin dankbar für diese Zeit, aber die Kraft des Körpers reicht nicht mehr!“ Er bedankte sich dabei bei seinen Eltern und Geschwistern, die im keine Steine in den Weg gelegt hatten auf seinem langen Weg der Berufung.

Den ganzen Abend über hing eine alle bewegende Frage im Raum: Wohin wird der Pfarrer in seinen wohlverdientem Ruhestand ab Herbst diesen Jahres gehen. Pfarrer Ellmann selbst lüftete das Geheimnis und begrüßte zwei Vertreterinnen der Schulschwestern von unserer Lieben Frau in Auerbach. Dort wird er nach seiner Zeit in Teisendorf als Seelsorger tätig.

Roha-Fotothek Fürmann

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