Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Entwicklungen im Nachbarland machen der Teisendorferin Sorgen

Neue Wolfsbeauftragte Thanbichler warnt: „Das Thema wird rasant Fahrt aufnehmen“

Gabi Thanbichler, neue „Wolfsbeauftragte“ beim Bayerischen Bauernverband für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land.
+
Gabi Thanbichler, neue „Wolfsbeauftragte“ beim Bayerischen Bauernverband für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land.

Das Thema brennt: Der Bayerische Bauernverband hat mit Gabi Thanbichler nun eigens eine „Wolfsbeauftragte“ ernannt - und die sieht unsere Region beim Thema Wolfsrisse erst am Anfang.

Teisendorf - Es sind bange Blicke, die Gabi Thanbichler auf ihr Handy wirft. Denn tagtäglich checkt die Teisendorferin die offizielle „Wolfs-App“ des Landes Tirol: Eine Karte zeigt alle Risse oder Sichtungen von Wölfen - und Thanbichler sieht die „Einschläge“ näher kommen. „17 Wölfe sind allein heuer in Tirol nachgewiesen worden. Und sie haben über 300 Schafe getötet“, erklärt sie im Gespräch mit BGLand24.de. Tendenz steigend. „Und ich befürchte, das schwappt nächstes Jahr massiv zu uns herüber.“

Wolfsbeauftragte des BBV: „Thema wird rasant Fahrt aufnehmen“

Ja, eine Prognose sei natürlich schwierig, aber letztlich sei es nur eine Frage der Zeit, bis das Problem mit dem großen Beutegreifer auch am oberbayerischen Alpenrand wieder größer werde, glaubt Gabi Thanbichler. „Wenn‘s rundherum schon so zugeht, wird das Thema auch bei uns rasant an Fahrt aufnehmen.“ Schließlich verdopple sich der Wolfsbestand alle drei Jahre. Für den Bayerischen Bauernverband in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land hat das Thema ein solches Gewicht, dass er mit Thanbichler vor zwei Monaten erstmals eine „Wolfsbeauftragte“ ernannte.

Der Kadaver der gerissenen Hirschkuh von Anfang Oktober bei Schneizlreuth.

Die Ansprechpartnerin vor Ort für die Landwirte und Tierhalter in Sachen Wolf war Thanbichler auch davor schon. „Der Job ist wichtig und anstrengend zugleich, auch mental. Fotos von gerissenen Tieren zu sehen, ist alles andere als schön.“ Auf ihrem Hof in der Nähe von Teisendorf hat sie auch selbst Kühe. Dass auch die schweren Vierbeiner zum Opfer des Wolfes werden können, habe das Beispiel Schleching im Juni gezeigt: Neun Jungkühe stürzten, mutmaßlich auf der Flucht vor einem Wolf, über eine Felswand in den Tod.

Schneizlreuther Wolf stammt sogar aus Niedersachsen

Und der jüngste Wolfsriss in der Region ist erst wenige Wochen alt: Die DNA-Analyse des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) ergab, dass die gerissene Hirschkuh bei Schneizlreuth Opfer eines Wolfes wurde. Das elterliche Rudel stammt laut LfU gar aus Niedersachsen. Zum Grund für eine „Entnahme“ des Wolfes wird der Vorfall aber nicht: „Das wäre nur bei einem Nutztier der Fall und dazu zählt Rotwild ja nicht“, so Gabi Thanbichler. Schon als das tote Tier am 3. Oktober gefunden wurde, habe man mit den Bauern in Schneizlreuth telefoniert. Die einzig mögliche Ad-hoc-Maßnahme: Die Tiere nachts einsperren.

Die Forderung der Bauernverband-Wolfsbeauftragten: Das LfU soll mehr zäunbare Gebiete ausweisen. Denn nur dort bekommen Landwirte Zuschüsse für die über 90 Zentimeter hohen Anti-Wolfs-Zäune. Die Zäune und deren Instandsetzung sollten vom Freistaat am besten komplett bezahlt werden, meint Thanbichler. „Und der Schutzstatus für den Wolf muss herabgesetzt werden.“ Um dann ans „Bestandsmanagement“ zu gehen, bräuchte es aber noch eine Gesetzesänderung. Dann dürfte ein festzusetzendes Kontingent an Wölfen geschossen werden.

Eingesperrte Tiere, „verbarrikadierte“ Höfe, Bauern im Ausnahmezustand. Für die Teisendorferin steht fest: „Bei dem Thema muss was vorwärtsgehen.“

xe

Kommentare