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Einen letzten Wunsch erfüllen

Herzenswunsch-Hospizmobil macht Station in Teisendorf

Herzenswunsch-Hospizmobil: Marianne Schader (links) und Rosemarie Helliel erklären Bürgermeister Thomas Gasser das Projekt.
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Herzenswunsch-Hospizmobil: Marianne Schader (links) und Rosemarie Helliel erklären Bürgermeister Thomas Gasser das Projekt.

Das Herzenswunsch-Hospizmobil stand am Montagvormittag auf dem Rathausplatz in Teisendorf um Passanten über das Angebot zu informieren. Mit dem Mobil können sich behinderte, kranke oder ältere Menschen kostenlos einen Wunsch erfüllen. Wie zum Beispiel ein Besuch bei Verwandten oder ans Meer.

Teisendorf - Am Montagvormittag (9. August) staunten viele Passanten nicht schlecht über den weißen Transporter mit Rot-Kreuz-Symbol und einem großen, rot aufgemalten Herzen, der auf dem Rathausplatz stand. Rosemarie Helliel und Marianne Schader, zwei freundliche Damen, mit dunkelblauem Pulli und weißen Shorts einheitlich gekleidet, erklärten interessierten Passanten, dass es sich um das Herzenswunsch-Hospizmobil handele und nahmen sich viel Zeit, um die in der Marktgemeinde wenig bekannte Einrichtung vorzustellen.

Beide sind seit einiger Zeit ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des Projektes und begleiten behinderte, kranke oder ältere Menschen oft auch mit Angehörigen, auf Fahrten, die sie sich sehnlichst wünschen, aber ohne intensive Hilfe und Betreuung nicht bewältigen können. Für Marianne Schader ist es ein „Heimspiel“, denn sie kommt aus der Marktgemeinde, aus Neukirchen.

Neugierig geworden war auch Bürgermeister Thomas Gasser, der seine Amtsstube für ein längeres Gespräch mit den beiden Damen verließ und ihnen zum Schluß versprach, das Projekt auch in der örtlichen Marktrundschau vorzustellen. „Herzenswunsch-Hospizmobil“ ist ein eigenes Projekt des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), das 2017 von den Kreisverbänden Berchtesgadener Land und Traunstein ins Leben gerufen wurde.

Seit 2019 ist auch das Land Salzburg mit dabei. Projektleiter ist Florian Halter, Kreisbereitschaftsleiter der ehrenamtlichen BRK-Stelle im Berchtesgadener Land. Zwischen dreissig und vierzig ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ärzte, Sanitäter, Pflegepersonal und Betreuer, helfen in dem Team mit, alle arbeiten komplett freiwillig und unentgeltlich.

Innen: Der Sternenhimmel im Inneren läßt bereits beider Reise Urlaubsfeeling aufkommen. Im Bild Rosemarie Hellielc

Das Projekt finanziert sich über Spenden. „Wir wollen Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Schwerkranken oder Behinderten aber auch sozial Schwachen Wünsche erfüllen, die sonst für sie unerfüllbar wären – eine Fahrt in die Berge oder ans Meer, Besuche bei Verwandten oder an Erinnerungsorten, der Besuch eines Fussballspiels und vieles mehr“, erklären die Helferinnen und werden dann auch konkreter.

„Vor Kurzem wollte ein schwerkranker Fahrgast noch einmal in den Biergarten, um sich dort mit seinen Freunden zu treffen“ erzählt Marianne Schader, „das haben wir möglich gemacht“. Ein anderes Beispiel nennt Rosemarie Helliel: „Die Fahrt einer alleinerziehenden Mutter mit ihren zwei kranken Töchtern, die so gerne ans Meer wollten, hat diesen einen wahren Herzenswunsch erfüllt“.

Die Helferinnen betonen, dass es nicht nur um die Erfüllung letzter Wünsche für Todkranke geht, sondern dass der Kreis der Fahrgäste, die das Herzenswunsch-Hospizmobil benutzen können, viel weiter gedacht ist. So flexibel wie der Einsatzbereich ist auch die Ausgestaltung des Mobils.

Es kann zum Beispiel mit vier bequemen Tragestühlen, mit zwei Stühlen und einer Liege oder Stühlen und Rollstühlen ausgestattet werden. Klima- und Musikanlage, Blumenvase und Sternenhimmel bieten hohen Reisekomfort. Die Ausstattung mit Sauerstoffgerät, Absauger, Notfall-Rucksack oder Kühltaschen für Medikamente sorgt für die Sicherheit des Fahrgäste während der Reise.

„Wir haben mit unserer Vorstellung heute hier in Teisendorf viel erreicht“, zeigen sich die beiden Damen erfreut. Zwei Besucherinnen sind spontan gleich mehrere Personen aus Teisendorf eingefallen, die sie für das Herzenswunsch-Hospizmobil anmelden könnten. Genau das war das Ziel – ein Projekt vorzustellen, das völlig kostenlos Wünsche erfüllt, dort wo sie unerfüllbar scheinen.

kon

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