Gemeinderat mit großem Interesse der Bevölkerung

Teisendorfer Schwimmbad soll saniert werden - Grundsatzbeschluß fiel einstimmig

Das große 50 Meter Becken soll Ausgangspunkt der Planungen zur Sanierung sein.
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Das große 50 Meter Becken soll Ausgangspunkt der Planungen zur Sanierung sein.

Teisendorf - Das Schwimmbad in Teisendorf soll saniert werden. Diesen Grundsatzbeschluß hat der Marktgemeinderat in einer Sondersitzung einstimmig gefasst.

Die Sanierung soll auf dem bestehenden 50 Meter Becken aufbauen und sich an einer der bereits 2014 ausgearbeiteten Planungsvarianten orientieren. Die Verwaltung wurde vom Rat beauftragt einen Planer für die Sanierung zu suchen. Die Gemeinde hofft auf neue Förderprogramme zur Sanierung von Schwimmbädern beziehungsweise auf die Fortsetzung des Sonderprogramms Schwimmbadförderung Bayern, das 2019 aufgelegt wurde, dessen Mittel zur Zeit aber vergeben sind. Mit dem Grundsatzbeschluß und einer konkreten Planung kann eine Förderung gleich nach Bekanntgabe von neuen Fördermöglichkeiten beantragt werden.


Das Schwimmbad Teisendorf ist bei der Bevölkerung der Marktgemeinde sehr beliebt. Wie sich ein Sommer ohne Schwimmbad anfühlt, haben die Teisendorfer schmerzlich erfahren können, denn in diesem Sommer blieb das Freibad aufgrund der Pandemie aber auch aufgrund bestehender Mängel geschlossen. Eine kostenlose Fahrt mit dem Gemeindebus ins neu sanierte Schwimmbad Neukirchen oder die Nutzung des Schwimmbadgeländes als Freizeitpark waren dafür nur ein kleiner Trost.

Entsprechend groß war das Interesse der Bevölkerung an der Sondersitzung, die diesmal im Saal der Alten Post stattfand, weil dort genügend Platz war, um die Vorgaben der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung einhalten zu können. Neben den Gemeinderäten und Verwaltungsangestellten konnte Bürgermeister Thomas Gasser rund 50 Zuhörer begrüßen, darunter auch Altbürgermeister Fritz Lindner.


Unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge und des Bildungsauftrages

Kommunale Schwimmbäder sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Daseinsvorsorge“ zitierte Bürgermeister Thomas Gasser einführend aus einem Positionspapier des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Viele Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde hätten ihm gegenüber und auch öffentlich, wie zum Beispiel mit einem Leserbrief in den Lokalzeitungen, zu erkennen gegeben, wie wichtig ihnen der Erhalt der Schwimmbades sei.

Die Kinder müssten eine Möglichkeit haben, richtig schwimmen zu lernen. Dies sei ein unverzichtbarer Bestandteil des Bildungsauftrages. Hier würde die DLRG Teisendorf hervorragende Arbeit leisten, aber „ohne Schwimmbad würde diesem Verein die Basis entzogen“. Deshalb plädiere er dafür, dass der Gemeinderat die Sanierung heute beschließt, damit die Planungen in Auftrag gegeben werden können. So sei man dann bestens vorbereitet, um bei der Bekanntgabe eines Förderprogramms schnell reagieren zu können.

Auch 3. Bürgermeister Georg Quentin forderte einen Grundsatzbeschluß für die Sanierung, hinter dem der Gemeinderat geschlossen stehen sollte. „Es wird ein Kraftakt werden, aber wir müssen das jetzt machen, für unsere Bürger und unsere Gäste“ so Quentin, der auch im Namen seiner Fraktionskollegen von der SPD sprach. Alois Stadler, Fraktionssprecher der CSU teilte diese Meinung und präzisierte „Wir wollen mit unserem Schwimmbad nicht in Konkurrenz treten mit anderen Bädern in der Umgebung“. Man brauche kein „Spaßbad“ sondern ein Bad zum Schwimmern, da könne man auf das 50 Meter Becken aufbauen, wie es eine der drei bereits 2014 geplanten Varianten vorsieht.

Viele Zuschauer waren zu der Sondersitzung in den Saal der Alten Post gekommen.

Das großzügige schöne Schwimmbadareal biete auch viele Gestaltungsmöglichkeiten für naturnahe Spielplätze für Kinder. Auch die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft, so deren Sprecher Bernhard Reitschuh, wolle das Schwimmbad erhalten. Es sei nun schon fast 200 Jahre alt und „gehört schon fast zu Teisendorf wie die Brauerei Wieninger“.

Dennoch würde seine Fraktion vor einem Grundsatzbeschluß lieber eine Variante beschließen, diese dann aufplanen lassen und je nach Kosten und Fördermöglichkeiten das weitere Vorgehen beschließen. Die Gemeinde habe viele Projekte , die sie in den nächsten Jahren stemmen müsse. Diese Position bekräftigte Gemeinderätin Anita Niederstrasser (FWG), die eine Prioritätenliste der in der Gemeinde zu realisierenden Projekte forderte. Für sie seien andere Projekte wichtiger als die Schwimmbadsanierung.

2. Bürgermeisterin Sabrina Stutz (FWG) zeigte sich offen für eine Grundsatzentscheidung, mahnte jedoch, die Finanzen der Gemeinde mit Maß und Ziel zu planen. Auch in der Fraktion der Grünen sei man sich einig, dass das Schwimmbad erhalten werden muss und man keine Zeit mehr bei der Sanierung verlieren dürfe, so Gemeinderat Matthias Spiegelsberger (Grüne). Bei der Planung müsse man aber alle Möglichkeiten der Kostensenkung nutzen und dabei auf die Erfahrungswerte aus der Sanierung des Schwimmbades Neukirchen zurückgreifen.

„In Neukirchen haben wir gelernt. Wasserfläche kostet Geld“ so Gemeinderat Johann Helminger (CSU) , Vorsitzender der Schwimmbadfreunde Neukirchen. Was er gerne sehen möchte, wäre eine starke Bürgerbeteiligung bei der Sanierung des Freibades in Teisendorf, so wie es in Neukirchen der Fall war. Rätin Elisabeth Aschauer schlug vor, eine Lenkungsgruppe „Schwimmbad Teisendorf“ ähnlich der „Lenkungsgruppe Marktstrasse“ einzurichten, mit Bürgern, Experten, Gemeinderäten,die die Sanierung beratend begleitet.

Die Idee fand auch bei Gemeinderat Alois Stadler (CSU) Zustimmung, der aber gleichzeitig betonte: „Irgendwann muss mal genug geplant sein“ und damit auf die lange „Sanierungsgeschichte“ anspielte. Rat Gernot Daxer (CSU) meinte dazu: „Das Schwimmbad ist in einem Zustand, wo wir nicht mehr warten können“.

Noch einen Schritt weiter gingen die Gemeinderäte „Georg Wetzelsperger (CSU) und Fritz Gasser (FWG). Sie verlangten eine sofortige Grundsatzentscheidung und anschließende Sanierung „mit oder ohne Förderung“. Auch die Gemeinderäte Johann Rauscher (SPD), Andreas Neumeier und Markus Putzhammer (beide CSU) sprachen sich für die Grundsatzentscheidung zur Sanierung aus. Dann aber müsse es so schnell wie möglich weiter gehen, denn geplant und aufgeschoben habe man bei dem Schwimmbad schon viel zu lange.

kon

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