Kritik aus Bevölkerung - Das sagt der Bürgermeister

Zu hoch, zu groß: Unmut über Neubauprojekt in Teisendorf

Neubauprojekt in Teisendorf sorgt für Kritik
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Die neue Baufläche grenzt an die Lindenstrasse in Ufering an.

Teisendorf - Unmut herrscht in Teisendorf über den Bebauungsplan Ufering-Linden II. Aus der Bevölkerung kommen kritische Stimmen.

In Ufering soll das Bebauungsgebiet Linden II erweitert werden. Die Entwurfsplanung sieht die Ausweisung von dreizehn Bauparzellen für zwölf Einfamilien- oder Doppelhaushälften und ein Mehrfamilienhaus vor. Nach Billigung der Planung durch den  Bau- und Umweltausschuss im Mai diesen Jahres, erfolgte im Juni die öffentliche Auslegung, bei der sich die Öffentlichkeit, die Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange zu dem Vorhaben äußern konnten. Der Bau- und Umweltausschuss hat die eingegangenen Stellungnahmen in seiner jüngsten Sitzung abgewogen und beschlossen die Planung dahingehend zu ändern, dass ein am Eingang des Baugebietes vorgesehener Kreisverkehr nicht gebaut werden soll. Im Anschluss an die Änderung erfolgt eine nochmalige, verkürzte Auslegung. Die zahlreichen Einwendungen der Bewohner der südlichen Straßenhälfte der an das Baugebiet angrenzenden Lindenstraße wurden im Ausschuss erörtert. Dieser war aber der Ansicht, dass sich daraus keine wesentlichen Punkte ergeben, die eine Änderung der Planung erfordern würden. 


Folgende Bürger haben sich mit schriftlichen Eingaben am Verfahren beteiligt: Franz und Gertraud Lindner, Helga Zeiler, Leni und Albert Eglseer, Klaus Eglseer, Christa Weiß, Dr. Johann Krammer (alle Bewohner der Lindenstrasse) sowie Christine Rehrl, Untersbergstrasse. Letztere schlug vor, das geplante Mehrfamilienhaus nicht an das Ende des Baugebietes zu platzieren und so den Durchgangsverkehr durch das Gebiet zu reduzieren. Zugleich regte sie an, auf den Kreisverkehr am Anfang der Strasse zu verzichten, damit bei den  vier daran angrenzenden Grundstücken nicht zuviel Gartenfläche verloren geht. Diese Anregung fand auch bei den meisten Ausschussmitglieder Zustimmung, so dass es zur bereits erwähnten Änderung der Planung kam.

Bürger befürchten Nachteile


Die Bewohner der Lindenstrasse befürchten durch die neue Bebauung Nachteile und Beeinträchtigungen für ihre Grundstücke. Bemängelt wurde unter anderem die Höhe, Größe, Giebelrichtung oder Lage der geplanten Neubauten, die zu einer starken Beschattung der Bestandsgrundstücke mit entsprechenden Folgen zum Beispiel für die Nutzung als Gemüsegarten führen könnten. Auch eine Einschränkung der Sicht oder eine Einengung wird befürchtet. Kritisiert wurden auch die Abstände zur bestehenden Bebauung, die bei den einzelnen Parzellen nicht einheitlich sind, sowie die dichte Bebauung, die einengend wirken würde.  Ein großes Thema war die Ableitung des Oberflächenwassers und die befürchteten Lärmemissionen durch den zusätzlichen Siedlungsverkehr. Die Oberflächenwasserentsorgung müsse vor Baubeginn geregelt werden, denn bei starkem Niederschlag komme es schon jetzt zu großer Wasseransammlung in dem Bereich, wo zukünftig das Regenrückhaltebecken geplant sei, so eine Stellungnahme. Es müsse ein Kanal zur Ableitung mit deutlich größerer Kapazität geschaffen werden. Laut Stellungnahme der Gemeinde wird vor Beginn der Bebauung die gesamte Oberflächenwasserentwässerung von Ufering überprüft und gegebenenfalls angepasst. Bevor die erforderliche wasserrechtliche Genehmigung des Landratsamtes nicht vorliegt, werde nicht mit den Arbeiten zur Erschließung begonnen, so Bauamtsleiter Theo Steinbacher.

Zur Reduzierung der Lärmbelastung solle man geeignete Alternativen unter Berücksichtigung des ansteigenden Geländes suchen, wie zum Beispiel eine abgesenkte Bauweise der Stellplätze, so eine andere Eingabe. Die Lärmemissionen sind laut Stellungnahme des Marktes Teisendorf in einem Schallschutzgutachten untersucht worden. Dieses kam zu dem Schluss, dass im Neubaugebiet durch geeignete Maßnahmen wie zum Beispiel eine grundrissorientierte Bebauung, die Lärmschutzwerte eingehalten werden. Trotzdem empfiehlt das Gutachten die Errichtung einer zwei Meter hohen Lärmschutzwand zum Schutz der Nachbarbebauung. Die Ausführung wird mit den betroffenen abgesprochen werden, sichert die Gemeinde zu. Da die einschlägigen Fachbehörden die Planungen hinsichtlich dieser Regelungen nicht beanstandet haben, wird seitens der Verwaltung kein Änderungsbedarf gesehen.

Seitens der Behörden gab es nur wenige Stellungnahmen, Die Notwendigkeit einer Planungsänderung ließ sich daraus nicht ableiten. Anregungen für redaktionelle Änderungen oder ergänzende Präzisierungen wurden in den Satzungstext aufgenommen.

Das sagt der Bürgermeister

In der Diskussion stellte Bürgermeister Thomas Gasser fest: „Wir müssen bei der Ausweisung von neuen Wohnbaugebieten immer Kompromisse schließen und die Belange der Grundstücksbesitzer, der Bewohner der bereits bebauten Grundstücke und der Bauwerber berücksichtigen. Wir sind immer bemüht, die Situation für bestehende Gebäude nicht zu verschlechtern“. Zudem sei die Gemeinde, in Übereinstimmung mit dem Landesentwicklungsprogramm angehalten, möglichst flächensparend zu planen und die Vorgaben der Flächensparoffensive einzuhalten. 

Monika Konnert

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