Anna Schiel aus Neukirchen am Teisenberg hat ein Faible für Alpakas

„Heilsam für die Seele“: Auf Wanderschaft mit Andino und Cariño

Anna Schiel und ihre beiden Alpakas Cariño und Andino
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Cariño (links) und Andino sind der ganze Stolz von Anna Schiel.

Scharren, den wuschigen Kopf schütteln, neugierige Blicke und ungeduldige Laute. Freudig begrüßt wird Anna Schiel, wenn sie sich zu den Stallungen ihrer beiden Schützlinge aufmacht: Andino und Cariño sind ihr ganzer Stolz. Wie sie sich in die Tiere verliebt hat, erklärt sie bgland24.de während einer exklusiven Alpaka-Wanderung.

Teisendorf/Neukirchen am Teisenberg - Vor acht Jahren hat sie sich die zwei angeschafft, erzählt Anna, während sie den beiden Tieren das Halfter anlegt, was sich die Alpakas geduldig gefallen lassen. Da waren Andino und Cariño erst ein Jahr alt.

Sie sind Halbbrüder, haben den gleichen Vater, aber unterschiedliche Mütter und harmonieren sehr gut miteinander. Viele Kurse hat die gebürtige Teisendorferin belegt, um sich ausreichend Wissen zu Haltung und den Eigenschaften von Alpakas anzueignen.

Die gelernte Krankenschwester verschlug es nach vielen arbeitsreichen Jahren unter anderem in einer Unfallklinik in Murnau und auf einer Intensivstation in München wieder in ihre Heimat. Anna entschied sich dazu, ihren Ruhestand im Berchtesgadener Land zu verbringen - allerdings nicht allein.

„Ich bin hier aufgewachsen und kenne das Leben mit Tieren“, erläutert sie. Nach Hühnern und Ziegen wollte sie höher hinaus: „Ich war schon immer fasziniert von den in Südamerika beheimateten Tieren und bin bei den Alpakas hängen geblieben.“

Seit 2019 regelmäßige Alpaka-Wanderungen

Kurze Zeit später zogen Andino und Cariño bei ihr ein - wenige Meter entfernt von ihrem Elternhaus auf der Wiese, die ihrem Bruder gehört. Dort leben sie in einem Offenstall und können ganzjährig auf ihre Weide. Einmal im Jahr werden sie geschoren, aus der Wolle lässt Anna Bettdecken machen, die sie dann an Bekannte verschenkt.

Anna Schiel und ihre beiden Alpakas Andino und Cariño

Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
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Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
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Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
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Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
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Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
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Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
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Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb
Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg
Anna Schiel und ihre Alpakas aus Neukirchen am Teisenberg.  © mb

Zubrot bekommt sie lediglich durch Wanderungen, die sie seit 2019 regelmäßig unternimmt. Zu Beginn kamen sehr viele Besucher aus München, da eine Bekannte von Anna, die das Lamaland Loher in Aying besitzt, Andino und Cariño aus Neukirchen am Teisenberg auf ihrer Homepage verlinkt hatte. „Die waren ganz begeistert von der Landschaft mit Blick auf Salzburg“, unterstreicht Anna. „Mit der Zeit sprach sich das herum und es kamen immer mehr Anfragen.“

Wanderungen für zwei bis vier Personen „eher einzigartig“

Viele Halter unternehmen Wanderungen in Gruppen mit bis zu 15 Tieren. Anna hingegen bietet Spaziergänge nur für maximal vier Personen an. „Das ist eher einzigartig.“ Das ganze Jahr über können Besucher mit Andino und Cariño wandern - allerdings nur bei schönem Wetter.

Für zwei Personen kostet eine zweistündige Wanderung 60 Euro. Die Route führt über flaches Gelände, auch kleinere Anstiege sind dabei. Das Tempo wird angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse. Fresspausen für die Alpakas sowie Streicheleinheiten sind freilich inbegriffen.

Bgland24.de-Reporterin Marina Birkhof mit Alpaka Andino.

An diesem Tag Ende April lacht die Sonne und es weht ein leichter Wind, der Andino und Cariño wenig auszumachen scheint. Sie laben sich genüsslich an den saftig grünen Wiesen, die nun nach dem langen kalten Winter zu sprießen beginnen. Andino hat sich sogleich ein paar frische Löwenzahn-Blüten geschnappt und gibt noch während er kaut einen Schrei von sich.

„Er redet immer mit uns und teilt so sein Wohlbefinden mit“, erklärt Anna lachend. „Cariño hingegen ist eher der staade, geht dafür aber häufig als ‚Anführer‘ voran und Andino trottet hinterher. Beide allerdings stehen sehr gerne für Erinnerungsfotos vor der Kamera.“

Kurzbesuch während der Wanderung bei den Lama-„Freunden“

Weiter geht es zu den „Freunden“ Andino und Cariño: Die Lamas Jori und Snow vom Nachbarhof recken schon neugierig ihre Köpfe in die Luft, als sie die zwei Alpakas entdecken. Die Begrüßung unter den Tieren beginnt zwar mit angelegten Ohren, endet aber dann in herzliche Bussis. „Sie kennen und mögen sich“, unterstreicht Anna, während sie Andino am Kopf streichelt. Cariño schnuppert derweil interessiert an dem schneeweißen Lama Snow.

Begrüßung von Lama Snow: Auf ihrer Wanderung kommt Anna Schiel bei den Lamas vom Nachbarhof vorbei.

Pflege muss auch für Alpakas sein: Zehen-Schneiden und Bürsten gehören zur Routine

Spucken können auch die Alpakas“, fährt Anna fort. Doch das komme eher selten vor. Auch wenn sie sich bei den Wanderungen vorbildlich verhalten und brav am Halfter mittrotten, Andino und Cariño können durchaus auch mal bockig sein. Das kommt beispielsweise vor, wenn Pflege ansteht: Die Zehen der Tiere aus der Familie der Kamele müssen regelmäßig geschnitten werden, Anna bürstet ihre zwei Schützlinge auch.

Darüber hinaus sind sie gegen Parasiten geimpft und beim Veterinäramt gemeldet. Für die Wanderungen hat Anna darüber hinaus eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Alpakas können auch hoch hinaus, wenn es sein muss. Damit sie nicht ausbüxen, ist der Zaun ihres Geheges 1,60 Meter hoch, sodass sie nicht drüber springen können.

„Alpaka-Müsli“ als Belohnung

Die teilweise strengen Winter im Berchtesgadener Land machen ihnen nichts aus. „In den Anden leben sie auch in Höhen, in denen es nachts sehr kalt werden kann, da sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sehr hoch. Dagegen muss es hier im Berchtesgadener Land für sie wie Urlaub anfühlen“, schließt Anna ihre Erklärungen lachend.

Am Ende der Führung, und das wissen die beiden, denn auf dem Rückweg tippeln sie schneller, gibt es eine Belohnung: „Alpaka-Müsli“, in das Andino und Cariño gierig ihre Köpfe halten. In Nullkommanix ist die Box leer gefuttert. Nun haben sich die beiden eine Pause auf ihrer Weide verdient - bis zum nächsten Spaziergang.  

mb

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