Staatsministerin Michaela Kaniber informiert sich in Teisendorf

Landwirte leisten bedeutenden Beitrag zum Trinkwasserschutz

Kaniber trifft sich mit Landwirten
+
Beim vor Ort Termin. (v.l.n.r.): Johann Helminger (Landwirt), Marcus Kinzel (Stadtwerke Freilassing), Johann Schuhbeck, Ingrid Brekalo ((Stadtwerke Freilassing), Stmin Michaela Kaniber, Alfons Leitenbacher (Leiter AELF Traunstein), Franz Gmaindl, Markus Hiebl (Bürgermeister Freilassing), Thomas Gasser (Bürgermeister Teisendorf)

Teisendorf/Weildorf - Einen großen Beitrag zum Trinkwasserschutz leisten die Landwirte im Einzugsgebiet des gemeinsamen Wasserschutzgebiets Tiefenthal der Stadtwerke Freilassing und der Surgruppe bei Weildorf. Insgesamt sind im laufenden Jahr 82 Hektar vertragsfreie Ackerflächen, auf denen normalerweise Mais oder Getreide angebaut werden, in diesem geologisch sensiblen Gebiet nicht unter den Pflug gekommen.

Das haben der Wasserberater Franz Gmaindl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und der Wasserschutzbeauftragte der Surgruppe Johann Schuhbeck in intensiven Beratungen und Verhandlungen mit den Landwirten erreicht. Staatsministerin Michaela Kaniber machte sich bei einem vor Ort Termin bei Hörafing mit Vertretern der Wasserversorger, der Landwirte und des AELF Traunstein sowie den Bürgermeistern Thomas Gasser (Teisendorf) und Markus Hiebl (Freilassing) ein Bild von der Lage und dankte den Landwirten für ihre Bereitschaft, zum Trinkwasserschutz beizutragen.


Gekommen waren auch die Landwirte Ruppert Helminger und Christian Wolfgruber, die sich auch mit eigenen Flächen im Schutzgebiet an der Initiative beteiligen. „Maximales Lob für die Bauern. Das ist Umweltschutz per excellence“, so die Ministerin. Reines Trinkwasser sei ein hohes Gut. Es sei unser wichtigstes Lebensmittel und könne durch nichts ersetzt werden. Deshalb könne man alle Bemühungen für reines Trinkwasser nicht hoch genug einschätzen. Der Staatsministerin war es gelungen, eine Regelung zu finden, um den drohenden Umbruch eines großen Teils der eingesäten Fläche im Wasserschutzgebiet zu verhindern. Zur Stickstofffixierung ist Grünland nämlich die beste Form der Bodenbewirtschaftung. 

Trinkwasserverordnung gibt Schwellenwert vor


Die Trinkwasserverordnung gibt einen Schwellenwert von 50 Milligramm Nitrat je Liter vor, der nicht überschritten werden darf. Nitrat, dass von den Pflanzen nicht aufgenommen wird, kann aufgrund der sensiblen Geologie ins Grundwasser gelangen. Eine Ursache für hohe Nitratgehalte kann zum Beispiel die stickstoffhaltige Düngung in der Landwirtschaft sein. Auch bei einigen Brunnen des Wasserschutzgebietes Tiefenthal sind die Nitratwerte hoch. Da Grünland zur Stickstofffixierung am günstigen ist, sind die Versorger bemüht, die Grünlandfläche im Schutzgebiet auszudehnen. 

Von 360 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche im Wasserschutzgebiet sind hier 180 Hektar nicht mehr umbruchfähiges Dauergrünland und 180 Hektar Ackerfläche, von denen bis dato nun bereits gut sechzig Prozent als Grünland eingesät wurden. Für 53 Hektar, die durch eine entsprechende Fördermaßnahme des Kulturlandschaftsprogramm (Kulap) bereits vorübergehend in Grünland umgewandelt waren, drohte nun aber aufgrund einer EU-Verordnung der Umbruch, damit der rechtliche Ackerstatus nicht endgültig verlorengeht.

Bereits 2019 Bitte um Hilfe bei Trinkwasserschutz

Dies hätte für die Bauern einen großen Wertverlust bedeutet. Beim Umbruch dieser Flächen hätte man aber mit einem starken Nitratschub in das Grundwasser rechnen müssen. Bereits im November 2019 war daher eine Delegation der Wasserwerke Stadt Freilassing und der Surgruppe Teisendorf, des Landratsamtes Berchtesgadener Land und des AELF Traunstein unter der Führung des damaligen Bürgermeisters von Freilassing Josef Flatscher und des Teisendorfer Bürgermeisters Thomas Gasser bei Kaniber vorstellig geworden und hatte um dringende Hilfe beim Trinkwasserschutz gebeten. Kaniber hat sich für die Lösung des Problems intensiv eingesetzt.

Dass der Umbruch abgewendet werden konnte, sei ihr zu verdanken, betonte AELF-Leiter Alfons Leitenbacher denn sie hat es möglich gemacht, die Kulap Förderung weitere fünf Jahre zu verlängern. Auch die Untere Naturschutzbehörde beim Landratsamt Berchtesgadener Land hat die Bemühungen, einen „Zwangsumbruch“ dieser Ackerflächen zu verhindern, intensiv unterstützt.  

Weitere 22 Hektar werden gesät

Im kommenden Jahr werden dank der zusätzlichen intensiven Überzeugungsarbeit des Wasserberaters Franz Gmaindl weitere 22 Hektar neu eingesät werden. Das haben die Landwirte zugesagt und sich so bereit erklärt, zum Schutz des Trinkwassers auf potentiell höhere Ertragsmöglichkeiten auf diesen Flächen zu verzichten. Damit wären dann schon 133 Hektar der Ackerfläche im Wasserschutzgebiet als Grünland eingesät. Die Wasserversorger zahlen den betroffenen Landwirten einen angemessenen Ertragsausfall. Das Ziel, letztlich alles landwirtschaftlichen Flächen im Wasserschutzgebiet dauerhaft zu begrünen, ist damit näher gerückt und könnte bald Realität werden.

kon

Kommentare