Bei Schnelltests wie schon bei Desinfektionsmitteln und Masken

Sprecher der Apotheken im Kreis BGL, Dr. Seibert: „Wir möchten unterstützen“

Apotheken werden in die Pflicht genommen werden, Corona-Schnelltests anzubieten. Eine Chance, sich im Kampf gegen die Pandemie einzubringen, wir Dr. Seibert von der Markt-Apotheke Teisendorf findet.
+
Apotheken werden in die Pflicht genommen werden, Corona-Schnelltests anzubieten. Eine Chance, sich im Kampf gegen die Pandemie einzubringen, wir Dr. Seibert von der Markt-Apotheke Teisendorf findet.

Eine Chance, sich erneut als Unterstützer der Bevölkerung im Kampf gegen die Pandemie zu bewähren, sieht Dr. Fabian Seibert, Sprecher der Apotheken BGL, bei dem Thema Schnelltests. Dass die Apotheken in die Pflicht genommen werden mit zu testen, ist für ihn eine zu bewältigende Herausforderung, wie er im Gespräch mit BGLand24.de mitteilt.

Teisendorf - Zu Beginn weist Dr. Seibert darauf hin, dass es jeder Apotheke selbst überlassen ist, ob sie die Mühen auf sich nimmt, ein Schnelltestangebot auf die Beine zu stellen. Schließlich sei die Umsetzung an diverse aufwendige Schritte gebunden, wie die Suche nach einem geeigneten Raum, in dem die Tests durchgeführt werden können und auch die Bereitstellung von geschultem Personal.

Auch interessant: Für Schnelltests eingespannt: Apotheken im Landkreis Traunstein unter hoher Belastung

„Das ist jedem selber überlassen“, erklärt Dr. Seibert. In seiner Apotheke in Teisendorf sind die entsprechenden Weichen aber schon gestellt: „Wir werden voraussichtlich nächste Woche kostenlos testen können.“ Grund dafür ist, dass die Beauftragung zur Durchführung von Tests allgemein an alle Apotheken ausgesprochen worden sei. Damit fällt dieser Schritt weg, erklärt Dr. Seibert.

Dr. Seibert über die geplante Durchführung von Tests und Vergabe von Termin

Bei der Personalplanung gibt sich Dr. Seibert pragmatisch und flexibel: „Der Personalaufwand wird abhängig davon sein, wie gut die Tests angenommen werden.“ Das ließe sich aktuell aber noch nicht abschätzen. Mit den ersten Terminen und wenn klar ist, für welche Anlässe man einen bestätigten Schnelltest braucht, ließen sich hier genauere Einschätzungen treffen.

Für die Terminvergabe gebe es allgemein zwei Optionen, erklärt Dr. Seibert: „Wir machen unser Testangebot ausschließlich mit Terminvergabe. Es gibt Apotheken, die das mit Online-Anmeldung machen, wir haben uns aber entschlossen, das nur telefonisch zu machen.“

Kurzfristigkeit der Regelung zur Durchführung von Schnelltests durch Apotheken: „Sind das gewohnt“

Auf die Frage, ob die kurzfristige Entscheidung, die Schnelltestungen an die Apotheken zu delegieren, ein Problem darstelle, gibt sich Dr. Seibert amüsiert: „Mittlerweile sind wir gewohnt, dass so etwas kurzfristig angesagt wird.“ Er erkennt einen sehr positiven Aspekt an der neuen Herausforderung: „Wir können so einen guten Beitrag leisten gegen die Pandemie.“ Seiner Meinung nach ist das eine Stärke der Apotheken: „Wir waren von Anfang an da. Bei Desinfektionsmitteln, bei Handschuhen, bei Masken und jetzt bei Schnelltests. Wir haben schon immer schnell reagiert.“

Auch wenn die Aufforderung der Regierung an die Apotheken kurzfristig kam, bestehe laut Dr. Seibert aktuell kein Grund zur Sorge, dass die Versorgung mit Schnelltests zu knapp werden könnte: „Die Verfügbarkeit ist momentan gut. Wir haben verschiedene Zulieferer. Im Moment mache ich mir da keine Sorgen.“ Er verweist dabei aber auch auf die Tatsache, dass die Versorgung in Zukunft stark davon abhängen werde, wie vielfältig die Anlässe sind, für die ein offiziell bestätigter Schnelltest vonnöten sein wird.

Darüber hinaus sieht Dr. Seibert noch die Chance der Entlastung durch die sogenannten „Laientests“. Diese habe die Apotheke, laut seiner Aussage, bereits vor Ort. Mit ihnen sei zwar keine offizielle Bestätigung gegeben und bei einem positiven Ergebnis sei die sofortige Quarantäne mit klärendem PCR-Test nötig, jedoch stellen sie auch eine Möglichkeit der eigenen Beruhigung dar, wenn etwa ein Besuch ansteht.

mda

Kommentare