Säure-Unfall: Polizei und BRK ziehen Bilanz

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Teisendorf - Austretende Salpetersäure in einer Brauerei hat am Dienstag einen Großeinsatz der Rettungskräfte nach sich gezogen. Eine Bilanz von BRK und Polizei. *NEU: Video*

Der Bericht der Polizei:

Wie berichtet, war am Dienstagnachmittag, 23. Dezember, auf dem Betriebsgelände einer Brauerei in Teisendorf ein zunächst unbekannter Stoff ausgetreten und es hatte sich über dem Ort eine Chemikalienwolke gebildet. Fünf Personen, die über Beschwerden wie Atemwegsreizungen klagten, wurden untersucht. Bei keiner der Personen stellten die Ärzte gesundheitliche Folgen fest. Die Ermittlungen zur Ursache wurden von Beamten der Polizeiinspektion Freilassing übernommen.

Mitarbeiter der betroffenen Brauerei hatten gegen 16 Uhr sofort die Rettungsdienste verständigt, als bemerkt worden war, dass aus einem Behälter im Gebäude eine Chemikalie ausgetreten war und sich in der Folge eine Chemikalienwolke gebildet hatte, die ins Freie gelangt war. Auch Anwohner meldeten zur selben Zeit die gelbe Wolke über Teisendorf und stellten einen beißenden Geruch fest.

Insgesamt rund 300 Einsatzkräfte, darunter auch die Gefahrgutspezialisten der Feuerwehr und der Polizei, waren danach im Einsatz. Fünf Personen, drei Anwohner und zwei Polizeibeamte, die über Atemwegsbeschwerden geklagt hatten, wurden untersucht. Nach Auskunft der Ärzte muss aber keiner der Betroffenen gesundheitliche Folgen befürchten.

Gegen 21 Uhr konnte von der Einsatzleitung Entwarnung gegeben werden, nachdem der betroffene Bereich im Brauereigebäude gereinigt worden war und zuvor auch bei Messungen sowohl im und rund um das Gebäude, als auch im Ortsbereich Teisendorfs keine Luftbelastung mehr festgestellt werden konnte. Beamte der Polizeiinspektion Freilassing übernahmen die Ermittlungen zur Ursache des Betriebsunfalls. Nach jetzigem Stand steht fest, dass wohl in Folge einer chemischen Reaktion aus einem Kunststoffbehälter eine bislang unbekannte Menge Salpetersäure ausgetreten war und zu der genannten Wolke geführt hatte. Die Chemikalie wird in Brauereien als Reinigungsmittel benutzt, um die Rohrleitungen und Behältnisse von Rückständen aus dem Produktionsprozess zu säubern. Warum es zum Austritt der Chemikalie kam, steht noch nicht fest, das ist weiter Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen.

Anm. der Red.: Das Interview mit Polizeisprecher Sonntag wurde am Dienstagabend aufgenommen!

Der Bericht des BRK:

Am Dienstagnachmittag wurde gegen 16.30 Uhr über Notruf gemeldet, dass in der Brauerei in Teisendorf eine gelbe Wolke aus dem Sudhaus austreten würde. Die Leitstelle Traunstein alarmierte daraufhin ein Großaufgebot von Feuerwehr, Rotem Kreuz, Technischem Hilfswerk (THW) und Malteser Hilfsdienst (THW) aus den Landkreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Altötting (Werkfeuerwehr Gendorf).

Die Führungsgruppe Katastrophenschutz wurde informiert, ein Örtlicher Einsatzleiter (ÖEL) eingesetzt und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) mit ihrem Abrollbehälter losgeschickt. Umgehend wurden durch die örtlichen Feuerwehren Messungen der Atemluft durchgeführt, die Bevölkerung mittels Rundfunk- und Lautsprecherdurchsagen gewarnt, Fenster und Türen geschlossen zu halten und ein größerer Bereich um die Einsatzstelle abgesperrt. Der Gefahrgut-Zug des Landkreises (Feuerwehren Bad Reichenhall, Freilassing und Piding) schickte mit personeller und materieller Unterstützung der Feuewehren Ainring, Traunstein, Waging und Gendorf mehrere Einsatzkräfte in Schutzanzügen ins Gebäude und baute einen Dekontaminationsplatz auf.

Großeinsatz der Feuerwehr

Spezialisten der Werkfeuerwehr Gendorf sowie der Polizei waren zwischenzeitlich an der Einsatzstelle eingetroffen und konnten den ausgetretenen Stoff als Salpetersäure, die zur Reinigung von Produktionsrückständen benutzt wird, identifizieren. Der Behälter wurde abgedichtet; eine direkte Gefahr für die Bevölkerung habe nach Informationen der Spezialisten zu keiner Zeit bestanden.

User-Bilder von der gelben Wolke:

Hier dringt gelber Rauch aus der Brauerei

Drei Anwohner, davon ein Säugling sowie ein Kleinkind, klagten über Atemnot beziehungsweise Übelkeit und wurden nach medizinischer Erstversorgung zur weiteren Behandlung in die Kreisklinik Traunstein gebracht. Zwei Polizeibeamte, die die Einsatzstelle absperrten, klagten über ein Kratzen im Hals. Nach ambulanter Behandlung konnten beide Beamte wieder ihren Dienst aufnehmen.

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) war mit 45 Sanitätern, drei Ärzten und elf Fahrzeugen im Einsatz, darunter die Sanitätseinsatzleitung (SanEL) mit Unterstützungsgruppe (UG-SanEL) und die Schnell-Einsatz-Gruppen (SEG´n) der BRK-Bereitschaften aus Ainring, Bad Reichenhall,Berchtesgaden, Freilassing und Teisendorf. Sie richteten im Feuerwehrhaus in Oberteisendorf einen Behandlungs- und Verpflegungsplatz ein, um Betroffene im Fall einer Evakuierung versorgen zu können. Der Betreuungsdienst des BRK und des MHD Berchtesgadener Land bereitete die Verpflegung für die über 300 Einsatzkräfte und eventuelle Betroffene vor. Mitarbeiter des BRK-Kriseninterventionsdienstes (KID) waren zur psychischen Betreuung vor Ort.

Chemieunfall in Teisendorf

Chemieunfall in Teisendorf: Große Alarmierung

Wie es zu dem Austritt der Chemikalie gekommen war, ist nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Gegen 21 Uhr konnte die Einsatzleitung Entwarnung geben und die großräumigen Sperrungen aufheben. Bis 23 Uhr rückte ein großer Teil der alarmierten Einheiten wieder ein.

Pressemeldung BRK BGL/regbgl24/Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

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