24 Fenster werden adventlich dekoriert

Besonderer Adventskalender als Zeichen des Zusammenhalts in Karlsbach bei Teisendorf

Besonderer Adventskalender in Karlsbach bei Teisendorf
+
Nicht nur Fenster werden dekoriert, auch ein Hühnerstall ist Teil des Adventskalenders.

Teisendorf - Die Bewohner des Ortsteils Karlsbach wollten sich in dieser besonderen Vorweihnachtszeit, wo Begegnungen und Abstand wegen der Pandemie auf ein Minimum reduziert werden mußten, gegenseitig eine kleine Freude machen. Gemeinsam haben sie einen besonderen Adventskalender gestaltet.

In 24 Häusern oder Wohnungen werden jeweils ein Fenster, eine Tür, eine Hauswand adventlich dekoriert und werden so Teil des Adventskalenders, der sich über den ganzen Ortsteil erstreckt und den man bei einem Spaziergang durch Karlsbach entdecken und auf sich wirken lassen kann. Vor allem in der Dunkelheit, wenn die Fenstern leuchten, wird man verzaubert von der Vielfalt der adventlichen Kreationen und freut sich schon auf den nächsten Tag und das nächste Fenster.


Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Filigrane Sterne aus Holz und Papier, Kerzen, von Kindern aus Buntpapier gebastelt, eine Stadt im Scherenschnitt gefertigt, Weihnachtspyramiden aus dem Erzgebirge, Perchten aus Berchtesgaden oder ein richtiger Weihnachtszug von einer früheren Modelleisenbahn sind zu sehen. An eine Hauswand hat die Bewohnerin rote Weihnachtsglocken gemalt, ein in blau und weiß gehaltenes winterliches Arrangement steht vor einem blauen Fensterladen.

Fenster Nummer vier ist passend zum 4. Dezember mit einem Bild der Heiligen Barbara geschmückt. Bei Nummer sechs schaut der Nikolaus aus dem Fenster, bei Nummer acht (Fest Maria Empfängnis) wurde ein Marterl mit einem Marienbild festlich geschmückt. In einem anderen Fenster haben die Kinder eine Spielzeuglandschaft aufgebaut, ein weiteres ist als „lebendiges Fenster mit Krippe“ gestaltet, wo die Kinder immer wieder etwas ändern können und zeitweise selbst Teil des Ganzen werden.


Auch Hühnerstall ist Teil des Adventskalenders

Etwas ganz besonderes hat sich ein weiterer Karlsbacher einfallen lassen. Er hat seinen Hühnerstall beleuchtet und mit Stern und Tanne geschmückt. Die Kinder haben ihre Freude nicht nur an dem originellen „Adventsfenster“, sondern auch an den Hühnern. Und auch diese fühlen sich in der adventliche Umgebung sichtlich wohl.

Wo das nächste Fenster dekoriert wird, kann man dem Plan entnehmen, den die beiden Initiatorinnen Elisabeth Nitzinger und Corinna Zeidler angefertigt und an die Nachbarn verteilt haben. In einigen noch nicht dekorierten Fenstern fallen dem aufmerksamen Betrachter Ziffern auf, die den Tag angeben, an dem sich dort das Türchen des Adventskalenders öffnen wird. „Wir waren selbst überrascht, dass sich so viele an der Aktion beteiligen. Es ist für uns ein Zeichen des Zusammenrückens und der Gemeinschaft hier in Karlsbach“ erzählt Elisabeth Nitzinger. „Wir haben einfach nur einen Zettel in die Postkästen verteilt. Der Rücklauf war unerwartet hoch, Überzeugungsarbeit nicht notwendig“ ergänzt Corinna Zeidler.

Nun freuen sich die Karlsbacher schon auf die nächsten Fenster, die bis zum 24. Dezember noch gestaltet werden müssen. Am 24. Dezember, zum Heilig Abend, wird der Karlsbacher Adventskalender mit einer Überraschung enden, die bis jetzt nur Elisabeth Nitzinger kennt. Verraten will sie sie auch im engsten Kreise nicht. Nur so viel: Leider wird man sich nicht treffen können, um den Abschluss mit allen Nachbarn gemeinsam zu feiern. Doch dass es gelungen ist, mit dieser Aktion auch auf Abstand Gemeinschaft zu pflegen und sich gemeinsam auf Weihnachten zu freuen, daran zweifelt in Karlsbach nun niemand mehr.

kon

Kommentare