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Bewegung an der Krateröffnung bei Neukirchen: Motorräder stürzen ab

Wie sicher sind die Bergwerks-Stollen am Teisenberg - und wie geht es jetzt weiter?

Die Karte zeigt die alten Stollen des Erzbergbaus rund um Neukirchen an.
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Die Karte zeigt die alten Stollen des Erzbergbaus rund um Neukirchen an.

Ein VW Golf, zwei Motorräder: Die Krateröffnung über einem alten Bergwerksstollen am Teisenberg bei Neukirchen ist zuletzt größer geworden. Die Staatsregierung gibt Auskunft, ob weitere Einstürze zu befürchten sind und wann die betroffene Familie wieder in ihr Haus ziehen kann.

Neukirchen/Teisendorf - „Das Fundament des Stadels, in dem sich die beiden Motorräder befanden, war bereits instabil und hing teilweise in der Luft. Deshalb ist es allein aus baustatischen Gründen abgerutscht“, erklärt Wolfgang Rupp, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, gegenüber BGLand24.de. Die Motorräder vor einem Absturz zu sichern, hätte die Einsatzkräfte in Gefahr gebracht. Jetzt liegen insgesamt drei Gefährte in dem Krater - und warten auf eine Bergung.

Krater bei Neukirchen: Einsturzstelle soll dauerhaft gesichert werden

„Der Krater selbst hat sich nicht weiter vergrößert, auch wenn nach dem statisch bedingten Abrutschen des Stadels die Öffnung sich leicht vergrößert hat“, so Rupp weiter. Die Einsturzstelle ist rund 15 bis 20 Meter tief. Einsatzkräfte haben den Schacht mittlerweile mit einer Kamerabefahrung begutachtet und eine messtechnische Überwachung durchgeführt. „Fachleute werten aktuell die daraus gewonnenen Ergebnisse aus“, so Rupp. Mit den Erkenntnissen soll dann entschieden werden, welche weiteren Maßnahmen getroffen werden, um den Schaden zu beheben und die Einsturzstelle dauerhaft zu sichern.

Für die betroffene Familie heißt es derzeit noch: warten. Das Haus am Krater können sie voraussichtlich erst wieder beziehen, wenn die Sicherungen der Einsturzstelle abgeschlossen sind. Die Nachbarn ein paar Meter weiter durften ihr Haus hingegen bereits wieder beziehen. Wie das Grundstück gesichert werden kann, überprüft das Bergamt Südbayern zusammen mit einem externen Gutachter, erklärt Dieter Knauer, Geschäftsführer der Bergwerksverwaltung Immobilien Bayern (IMBY). Auch die Bergung des Autos und der Motorräder wird dabei geprüft.

Fünf Stollen, vier Schächte: Sicherungsmaßnahmen am Teisenberg

Die IMBY hatte 2020 eine Gefährdungsbeurteilung für die seit 1925 still gelegten Bergwerke am Teisenberg, Matthäuszeche und Kressenberg, in Auftrag gegeben. Diese stand kurz vor dem Abschluss und „muss nunmehr um die aktuellen Ereignisse erweitert bzw. überarbeitet werden“, so Knauer.

Die Untersuchungen sollten feststellen, welche Stollen oder Schächte gesichert werden müssen. Doch die finale Gefährdungsbeurteilung liegt bis jetzt noch nicht vor. „Nach den vorläufigen Erkenntnissen gibt es allerdings außerhalb der derzeit abgesperrten Bereiche keine Hinweise auf weitere einsturzgefährdete Flächen in Bereichen von Wohnbebauung“, so Knauer. Die rund 20 Häuser, die am Teisenberg über den alten Stollen gebaut wurden, dürften also gesichert sein.

In den letzten fünf Jahren hat die Bergrechteverwaltung der IMBY bei insgesamt fünf Stollen und vier Schächten in den Bergwerken Matthäuszeche und Kressenberg Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, erzählt der Geschäftsführer weiter. „Aktuell wird der Max-II-Erbstollen saniert.“ Außerdem seien zahlreiche Gefahrenbereiche eingezäunt und mit Warnschildern versehen worden.

Keine weiteren Senkungen am Krater

Laut Knauer war der Tagesbruch in der Schwarzenberger Straße nicht absehbar. Der Grund für den Einsturz dürfte wohl ein Verbruch gewesen sein, der Einsturz unterirdischer Hohlräume, die durch den Erzabbau entstanden sind. „Weitere Senkungen im Erdreich gab es seit Sonntag (1. Mai) nicht mehr und mit weiteren Senkungen im Erdreich wird aktuell auch nicht gerechnet“, so Rupp. Dennoch „wird die Gesamtsituation durch Monitoringmaßnahmen fortlaufend weiter beobachtet.“

ce

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