Gemeinsamer Antrag der FWG- und SPD-Fraktionen findet keine Mehrheit

Neue Diskussionen zur Ampel an Ortsdurchfahrt Oberteisendorf

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Teisendorf - Das Thema Bedarfsampel und die befürchtete Schließung der Aus - und Zufahrt von der B304 zur Strasse „An der Ache“ lassen Oberteisendorf nicht zur Ruhe kommen. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Gemeinderat mit einem neuen Antrag der FWG Teisendorf und der SPD Teisendorf befasst, indem verlangt wird, „die verkehrliche Situation der Ortsdurchfaht in Oberteisendorf (B304) anhand der neuen Trassenführung der Geh- und Radwegeverbindungen im Gemeinderat neu zu beurteilen“.

Im Einzelnen wird gefordert, für die geplante Bedarfsampel an der B304 nur das Provisorium einzubauen, die Ampel aber nicht zu errichten beziehungsweise nicht in Betrieb zu nehmen. Die kleine Brücke am Behindertenwohnheim soll rollstuhlgerecht ausgebaut und der Weg ab der Brücke bis zur B304 instandgesetzt werden. Zudem soll eine dauerhafte Fußwegeverbindung vom Weidacherfeld zum Sportplatz geschaffen werden.


Wenn diese Verbindung bestehen würde, so die Argumentation des Antrags, wäre eine sichere Querung der B304 ohne Umweg mittels der in diesem Bereich vorhandenen Querungshilfe möglich, um den Gehweg entlang der Dorfstrasse zu erreichen. Zudem würde man mittels der geplanten Ampel den Fußgänger- und Radfahrverkehr nach Ansicht der Antragsteller in die Anliegergasse „An der Ache“ ziehen, während der sichere beiderseitige Gehweg entlang der Dorfstrasse weniger benutzt würde.

Bei der Einmündung der Strasse „An der Ache“ in die Dorfstrasse (ST1202) wiederum bestünde dann ein erhebliches Gefahrenpotential aufgrund der kurvenreichen Strassenführung, dass auch durch die geplante Querungshilfe an dieser Stelle nicht entschärft werde, da die Strassenverhältnisse beengt sind und durch den landwirtschaftlichen Verkehr noch schwieriger werden.


Desgleichen fordert der Antrag eine erneute Behandlung des Themas Aus - und Zufahrt von der B304 zur Strasse „An der Ache“ aufgrund der jüngsten Entwicklung, nach der das Landratsamt Berchtesgadener Land eine bauliche Sperrung der Strasse veranlasst habe. Aus Sicht der Verwaltung, so Marianna Baumgartner vom Bauamt in ihrer Stellungnahme, würden sich aus dem Antrag der beiden Fraktionen keine wesentlichen nachgewiesenen neuen Erkenntnisse ergeben, die eine Wiederholung der Behandlung im Marktgemeinderat notwendig machen würden.

Die im Antrag beschriebenen Maßnahmen beziehungsweise Varianten seien bereits im Verkehrsgutachten des Büro Ingevost geprüft worden. Im Ergebnis wurde dann die beschlossene Variante, als die sicherste im Gutachten vorgeschlagen und auch so im Marktgemeinderat beschlossen. Ein Sicherheitsaudit habe dies so bestätigt. Ebenso hätten die Polizeiinspektion Freilassing sowie die Verkehrsbehörde des Landratsamtes dem Verkehrsgutachten entsprochen. Die baulichen Vorarbeiten für die Installation einer Bedarfsampel werden bei der Sanierung der Strasse eingebaut.

Ob die Anlage tatsächlich in Betrieb genommen werde, würde die Untere Verkehrsbehörde im Landratsamt Berchtesgadener Land entscheiden und nicht die Gemeinde, do Bürgermeister Gasser in seiner Stellungnahme. Die Brücke über die Ache sei bereits barrierefrei ausgebaut. Eine Verbreiterung sei nur mit enormem Aufwand möglich. Die Arbeiten zur Sanierung des Weges ab der Brücke bis zur B304 seien bereits vergeben und sollen noch in diesem Jahr durchgeführt werden. Eine Fußverbindung vom Weidacherfeld sei bereits über einen öffentlichen Feld- und Waldweg vorhanden.

Die Notwendigkeit zur Sperrung der Strasse „An der Ache“ habe sich aus dem Gutachten des Verkehrsplaners ergeben. Der Gemeinderat habe aber bereits in der Juli-Sitzung des Vorjahres beschlossen, dass der landwirtschaftliche Verkehr davon ausgenommen werden solle. Deshalb habe man auch gleich nach Bekanntwerden der Pläne zur baulichen Sperrung der Strasse „An der Ache“ in Gesprächen mit dem Landratsamt und dem Verkehrsplaner nach einer anderen Lösung gesucht.

Nach kürzlicher Rückmeldung des Verkehrsplaners könnte die Sperrung mit einer Vorampel und Haltebalken kompensiert werden. In einer ersten Einschätzung des Fachbereichs Straßenverkehrswesen habe dieser neue Vorschlag der Verkehrsregelung mit Vorampel Zuspruch gefunden, so der Rathauschef. Sobald das Ergebnis der Prüfung der Verkehrsbehörde vorliegt, wird es dem Gemeinderat erneut vorgelegt.

Mit diesem Ergebnis waren zwölf von zwanzig Gemeinderäten einverstanden, das gesamte Thema der verkehrssituation in Oberteisendorf nicht neu zu behandeln, sondern wie beschlossen umzusetzen. Die gilt nicht für die Zufahrt zur Strasse „An der Ache“, wo mandas Ergebnis der prüfungb abwartet.

In einer regen Diskussion vor der Abstimmung zeigte sich, dass alle Gemeinderäte ebenso wie die Verwaltung gegen eine Sperrung der Strasse „An der Ache“ für die Anlieger sind. Die Vorampel-Lösung könnte Zustimmung finden, wenn es zu einer neuen Behandlung dieses Themas im Gemeinderat kommen wird.

Bei der Ampel konnten nicht alle Befürchtungen zu einer zunehmenden Lärmbelastung für die Anlieger beseitigt werden, ebenso blieben Zweifel bestehen, ob diese Einrichtung nach Fertigstellung der neuen Geh- und Radwege sowie der neuen Querungshilfen überhaupt noch notwendig sein wird. Die Mehrheit sprach sich aber dafür auch, das „Ampelpaket“ nicht wieder aufzuschnüren.

Monika Konnert

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