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Stellplätze und massive Bebauung erregen die Gemüter

Neubauvorhaben in Oberwurzen stößt auf Widerstand der Anwohner

Die geplanten Stellplätzesollen an diese Straße (links im Bild) direkt angrenzen.
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Die geplanten Stellplätzesollen an diese Straße (links im Bild) direkt angrenzen.

Nach dem Verkauf und Rückbau eines ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesens südlich der Strasse Oberwurzen, soll der Bereich neu parzelliert und dichter bebaut werden. Dazu soll der Bebauungsplan Oberwurzen auf einer Fläche von ungefähr 0,47 Hektar geändert werden. Zukünftig sind in dem Bereich vier Baufenster vorgesehen.

Teisendorf – Ein Baufenster ist bereits mit einem Einfamilienhaus bebaut. In den drei anderen Baufenstern sollen nach derzeitiger Planung eine Doppelhaushälfte und zwei Mehrfamilienhäuser inklusiv Stellplätze errichtet werden.  Zwischen dem 9. Mai und 9. Juni fand die öffentliche Auslegung sowie die Beteiligung der Behörden statt.

In zwei schriftlichen Stellungnahmen haben Anwohner ihre massiven Bedenken gegen das Vorhaben geäussert. Auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) sowie der Bauernverband äusserten sich kritisch. Aufgrund der Einwände sind die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses nach eingehender Diskussion zu dem Schluss gelangt, dass die Planung überarbeitet werden muss. Dies betrifft vor allem die Platzierung der Stellplätze sowie die massive Bebauung, die zurückgenommen werden soll. Für jedes Gebäude soll eine klare Höhenlage festgesetzt werden, die sich der Höhe der Nachbargebäude der Hochhorner Strasse anpasst. 

Weiterentwicklung des landwirtschaftlichen Betriebs gefährdet?

In ihrer Stellungnahme weisen Heinrich und Veronika Schmid, die mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb direkt an das beabsichtige, Baugebiet angrenzen, darauf hin, dass sie durch die geplante Bebauung eine Weiterentwicklung des Betriebs gefährdet sehen. Für ihren Sohn, der den Betrieb 2023 übernehmen soll, wäre das fatal. Auch befürchten sie durch die vielen neuen Bewohner Probleme im zwischenmenschlichen Bereich, wegen unvermeidbarer Ruhestörung durch notwendige landwirtschaftliche Arbeiten auch am Wochenende. Um Gefahren für Kinder oder Anwohner durch die Pferdehaltung in unmittelbarer Nähe der neu geplanten Wohnbebauung zu vermeiden, fordern sie eine Einfriedung des Nachbargrundstückes, welche die Belange beider Seiten berücksichtigt. 

Das Fahrtrecht, das sie von der Hochhorner Straße aus über einen Teil des geplanten Grundstücks haben, müsse erhalten bleiben. Sie befürchten zudem, dass ihr Grundstück aufgrund der engen Platzverhältnisse als Parkplatz benutzt werde. Der Bau- und Umweltausschuss hat aufgrund des Schreibens beschlossen, dass das bestehende Geh- und Fahrtrecht zugunsten der Landwirtschaft in der geänderten Planfassung dargestellt werden muss. Nach Absprache mit dem Landwirt soll an der südlichen Grundstücksgrenze eine geeignete schützende Einfriedung errichtet werden.

Anwohner sind von geplanten Stellplätzen gestört

Die direkt angrenzenden Anwohner aus Oberwurzen, ein Gebiet, das vor rund 20 Jahren neu bebaut wurde, stören sich vor allem an den geplanten Stellplätzen direkt an der Straße Oberwurzen. Und an der Massivität der Bebauung, durch die die bestehenden Häuser in ihrer Lebensqualität und dem Einfall des Sonnenlichts deutlich betroffen sind. Vor allem die dort erbauten Niedrigenergiehäuser dürften mit der Wärmeversorgung aufgrund reduzierter Sonneneinstrahlung Schwierigkeiten bekommen.

Ein ständiges Ein- und Ausparken vor allen Dingen zu den Stoßzeiten sei für die enge, verkehrsberuhigte Straße eine starke Behinderung und eine Gefährdung für die Kinder auf dem Weg zu Schule und Kindergarten, so das Schreiben. Besonders kritisch wird die Situation im Winter gesehen, wegen der Schneeräumung und der Schneeablagerungen, für die bei der geplante Bebauung schlichtweg der Platz fehle.  Es sei unverständlich, warum der Bau von Mehrfamilienhäusern ohne Tiefgarage heutzutage noch genehmigt werde, so die Anwohner. Man sei grundsätzlich nicht gegen die Bebauung des Grundstückes, aber eine solche massive Nachverdichtung passe keineswegs in das Ortsbild von Neukirchen.

Auch Gemeinderat nicht zufrieden

Das Thema Schneeräumung und Schneeablagerungen wurde seit Beginn der Planungen kontrovers diskutiert. Darauf wiesen  in der Diskussion unter anderen die 2. Bürgermeisterin Sabrina Stutz und Gemeinderat Johann Rauscher hin. Er werde der Planung so nicht zustimmen, wegen der Stellplätze und der massiven Bebauung, so Rauscher. Zu den direkt an der Straße liegenden Stellplätzen äusserten sich alle Ausschussmitglieder kritisch. Der Eindruck hatte sich durch die vor Ort Besichtigung vor der Ausschusssitzung noch verstärkt, so der Tenor der Diskussion. Ausschussmitglied Bernhard Reitschuh wies darauf hin, dass man die Stellplätze, wenn sie oberirdisch zu liegen kommen, vom Grundstück aus anfahren müsse und nicht von der Straße aus.

Der gemeindliche Schneepflugfahrer habe ihm bestätigt, dass bei der Schneeräumung Probleme zu erwarten seien, berichtete Gemeinderat Johann Helminger. Auch Ausschussmitglied Markus Putzhammer teilte diese Bedenken und riet zu einer Tiefgarage oder zu einer anderen Lösung durch den Planer. Rat Bernhard Reitschuh könnte sich vorstellen, dass das südliche Doppelhaus weggelassen wird, um an dieser Stelle die Stellplätze unterzubringen. Das würde auch die Probleme mit der Landwirtschaft lösen. Sabrina Stutz und Bernhard Reitschuh forderten zudem, dass die Höhenlage der Gebäude zweifelsfrei festgesetzt werden soll.  

Das AELF Traunstein sieht mit der Planung den Grundsatz der Raumordnung „eine bäuerliche Landwirtschaft ist zu erhaltenmassiv missachtet und bezweifelt das Ergebnis des Immissionsgutachtens, nach dem die Grenzwerte für die Immission aus der Landwirtschaft (Geruch, Lärm) für das geplante Wohngebiet nicht überschritten werden. Spätestens bei einer Erweiterung der Landwirtschaft und einem tierwohlgerechten Umbau des Stalls würden diese Grenzen überschritten werden. Auch der Bauernverband teilt diese Ansicht und fordert einen schriftlichen Hinweis in der Planung, zur Duldung der landwirtschaftlichen Immissionen und zum Verkehrslärm, der aus dem landwirtschaftlichen Betrieb entsteht.   

kon

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