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Neues Label für regionale Produkte 

Heimische Kreationen überzeugen: Teisendorfer Biere und Laufener Eissorte sind erste Biosphären-Produkte

(v.l.n.r.) Christian Wieninger, Bernhard Löw, Thomas Gasser, Bernhard Kern, Dr. Christian Barth, Luca Rizzardini, Klaus Bauer, Sabine Kahle-Sander, Dr. Peter Loreth, Hans Feil.
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(v.l.n.r.) Christian Wieninger, Bernhard Löw, Thomas Gasser, Bernhard Kern, Dr. Christian Barth, Luca Rizzardini, Klaus Bauer, Sabine Kahle-Sander, Dr. Peter Loreth, Hans Feil.

Regionalität und Nachhaltigkeit wird im Berchtesgadener Land gelebt. Das zeigten jetzt die Wieninger Brauerei und die Eisdiele Rizzardini. Beide wurden als Erste überhaupt für ihre Produkte mit dem Biosphären-Siegel ausgezeichnet.

Teisendorf - Mit einem Festakt in Anwesenheit hoher Gäste wurden drei „Hoamat“ Biere der Teisendorfer Brauerei Wieninger  sowie das „Biosphäreneis“ der Eisdiele Rizzardini aus Laufen als erste Biosphärenprodukte ausgezeichnet. Das Zertifikat überreichte der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Christian Barth. Anwesend waren auch die Regierungsvizepräsidentin von Oberbayern Sabine Kahle-Sander, der Landrat des Berchtesgadener Landes Bernhard Kern, die Bürgermeister von Laufen und Teisendorf, Hans Feil und Thomas Gasser, der Leiter der Biosphärenregion Berchtesgadener Land, Dr. Peter Loreth und seine Stellvertreterin Bernadette Gneis sowie die Produzenten der neu zertifizierten Produkte Bräu Christian Wieninger und Luca Rizzardini, Inhaber der Laufener Eisdiele gleichen Namens. Bürgermeister Hans Feil begrüßte die Gäste auf dem Gelände des Vereinsheims der Laufener Trachtler D‘Grenzlandler, weil dort die räumlichen Vorraussetzungen zur Einhaltung der pandemiebedingten Hygienevorgaben gegeben waren. 

Hohe regionale Ansprüche für Biosphären-Produkte

Die Auszeichnung „Biosphären-Produkte“ wurde von der Verwaltungsstelle der Biosphärenregion Berchtesgadener Land für Produkte aus dem Lebensmittelbereich geschaffen, die sich durch besondere Regionalität und Nachhaltigkeit auszeichnen. Die Kriterien für ein solches Produkt wurden in einem Projekt nach einem ganzheitlichen und zugleich pragmatisch-wissenschaftlichen Ansatz erarbeitet, so Dr. Christian Barth. So müssen die Rohstoffe für Biosphären-Produkte aus der Region kommen, die Herstellung geschieht in der Region, die Produktion muss nachhaltig sein. Mit diesem Ansatz sollen Wertschöpfungsketten in der Biosphärenregion gefördert oder neu aufgebaut werden, immer nach dem Motto „Aus der Region. In der Region. Für die Region.“

Die jetzt ausgezeichneten Produkte bezeichnete Amtschef Barth als „würdig, um die ersten Biosphären-Produkte in der Region  zu werden“. Sowohl die ausgezeichneten Biere der Brauerei Wieninger als auch das zertifizierte Eis der Eisdiele Rizzardini würden ohne chemische Hilfsmittel mit regionalen Rohstoffen von Betrieben im Landkreis hergestellt. „Ich hoffe, das ist ein Anfang, dem weitere Produkte folgen werden“, fuhr Barth fort. „Wer sich für Nachhaltigkeit und Regionalität einsetzt, sollte sich für Produkte wie die heute ausgezeichneten, entscheiden“, so das Statement der Regierungsvizepräsidentin Sabine Kahle-Sander. Sie bedankte sich bei den beiden Partnerbetrieben, die mit Tatendrang und Innovationsgeist bei dem Projekt dabei waren und bei den Zulieferern der Rohstoffe sowie allen Beratern auf dem Weg zum neuen Zertifikat. An die Verbraucher  appellierte sie, solche Produkte verstärkt nachzufragen und damit ein Zeichen für die Heimat zu setzen.

Auch Landrat Bernhard Kern gratulierte den beiden Betrieben, sowie dem Leiter der Biospärenregion Berchtesgadener Land Dr. Peter Loreth zu diesem Erfolg.  Er erinnerte an den Biosphärentag 2018 am Abtsdorfer, wo man schon gespürt habe, dass die Biosphärenregion Berchtesgadener Land etwas Besonderes sei, ein Alleinstellungsmerkmal des Landkreises, das man auch leben wolle. „Mit Produkten aus dem Berchtesgadener Land ein italienisches Eis zu zaubern, ist schon etwas Besonderes“.  Wenn  bayerisches Lebensgefühl und italienisches Flair zusammentreffen, sei das großartig.

Qualität aus dem Berchtesgadener Land

Die beiden ausgezeichneten Betriebe freuten sich über diese besondere Auszeichnung für ihre Produkte, von denen sie auch eine Kostprobe mitgebracht hatten.  „Die Idee passt in die Zeit“ meinte Brauereichef Christian Wieninger, dessen Betrieb den ökologischen  Gedanken und Umweltschutz schon seit vielen Jahren lebt. Der Weg zur Verwendung von Rohstoffen aus der Region sei anfangs holprig gewesen, die Zusammenarbeit mit der Biosphärenregion habe vieles einfacher gemacht. Rohstoffe aus der Region gepaart mit dem Fingerspitzengefühl des Braumeisters Bernhard Löw hätten zu den drei zertifizierten Hoamat-Bieren, Lager hell, Lager dunkel und Weißbier naturtrüb geführt, bei denen man den besonderen Geschmack der  Hoamat, durchaus auch mit Ecken und Kanten, spüren könnte. 

Luca Rizzardini hat sein „Biosphäreneis“ erstmals für den Biosphärentag am Abtsdorfer See kreiert.  Auf die Idee gebracht  hat ihn Klaus Bauer, Projektbearbeiter des „Biosphären_Produkte“ Projektes, das zu diesem Zertifikat geführt hat. Luca Rizzardini stammt aus Norditalien, seine Familie ist seit 130 Jahren im „Eisgeschäft“ tätig. Die Eisdiele in Laufen betreibt er seit 2011 und setzt dabei vor allem auf Produkte aus der Region. Milch, Eier, Sahne, Früchte, Blüten, Kräuter kommen aus der näheren Umgebung. Das „Biosphäreneis“ sei ein Joghurt-Honig-Eis mit essbaren Blüten und Kräutern, so Rizzardindi. Die Auszeichnung teile er mit der Kräuterpädagogin Michaela Schwarzbraun, mit der er seit langem zusammenarbeite und mit Klaus Bauer von der Biosphärenregion, der ihn immer wieder ermutigt und unterstützt habe. „Gemeinsam kann man viel erreichen“, so sein Fazit.

Wie es mit den „Biosphären-Produkten weiter gehen soll, erklärte  Dr. Peter Loreth zum Schluß der Veranstaltung. Man werde beobachten, wie sich die Produkte entwickeln, ob sie nachgefragt werden, ob es genügend Rohstoffe zur Herstellung gibt. Natürlich habe man bereits weitere Produkte im Visier wie beispielsweise bestimmte Brotsorten. Wenn alles gut läuft, würde man den Schritt in die Gastronomie überlegen. Er denke da an ein „Biosphärenfrühstück“ oder ein „Biosphärengericht“. Im Augenblick vielleicht noch Zukunftsmusik, aber wer hätte vor zehn Jahren an ein Biosphäreneis oder  -bier gedacht. Wie sagte Dr. Christian Barth in seiner Rede: „Die Biosphärenregion Berchtesgadener Land ist mehr als nur der Königssee“. 

kon

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