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Neukirchner feuern den Kohlenmeiler an

Köhlerwochen am Teisenberg werden am 27. Juli eröffnet

Der Kohlenmeiler am Teisenberg wird am kommenden Mittwoch (27. Juli) um 17 Uhr angezündet.
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Der Kohlenmeiler am Teisenberg wird am kommenden Mittwoch (27. Juli) um 17 Uhr angezündet.

Bald wird es am Teisenberg wieder rauchen. Zwar nicht an so vielen Stellen wie bis vor gut 100 Jahren, aber mit Sicherheit auf dem Köhlergelände des Köhlervereins Neukirchen. Dort wartet ein neu errichteter Kohlenmeiler auf die Lunte.

Teisendorf – Holzkohle war früher für viele Betriebe wichtig, die hohe Temperaturen benötigten, wie zum Beispiel die Eisenverhüttung im Achthal. Die Köhler aus der Umgebung verkohlten das Holz vom Teisenberg und produzierten so den unverzichtbaren Rohstoff für die Erhitzung der Hochöfen. Um gute Kohlen bei hoher Ausbeute zu brennen, bedurfte es entsprechender Kenntnisse und Erfahrungen.

Damit diese nicht in Vergessenheit geraten, wird das alte Handwerk der Köhlerei von den Mitgliedern des Köhlervereins Neukirchen schon seit über 30 Jahren hochgehalten. 1990 wurde in Verbindung mit der 1200-Jahr-Feier des Marktes Teisendorf der erste Meiler durch einige junge Burschen aus der näheren Umgebung verkohlt. Seit 1994 wurde mit wenigen Ausnahmen jährlich ein Kohlenmeiler entzündet und nach gut zwei Wochen die Kohle geerntet. In den letzten zwei Jahren konnte dies wegen Corona nur in kleinem Kreis und mit wenig Begleitprogramm geschehen. In diesem Jahr aber sollen die Köhlerwochen in Neukirchen am Teisenberg vom 17. Juli bis zum 14. August wieder in gewohnter Weise mit vollem Rahmenprogramm ablaufen, wie viele Jahre zuvor.

50 Ster Holz aufgestapelt

Bei der Errichtung des Meilers haben Jung und Alt zusammengeholfen, weiß die erst im Frühjahr diesen Jahres neu gewählte Vorsitzende des Köhlervereins Stephanie Enzinger zu berichten. Sie hat das Amt von ihrem Vater Alois Prechtl übernommen und ist wie dieser von der Köhlerei begeistert. 50 Ster Holz – überwiegend Buche und Fichte – wurden für den Meiler aufgestapelt. Über die Holzscheite wurden Fichtendaxen geschichtet, darauf eine Schicht aus Koilesch (Kohllösche) aufgetragen und mit Schaufeln festgeklopft.

Koilesch besteht aus kleinsten Kohleabfällen, die mit Erde vermischt werden und dient zum luftdichten Abdecken des Meilers. Angezündet wird der Meiler am Mittwoch (17. Juli) um 17 Uhr durch Bräu Christian Wieninger und Köhlerliesl Theresa. Die gebürtige Achthalerin Theresa Zolhauser repräsentiert den Verein als Köhlerliesl nach außen bereits im dritten Jahr. Zuest wird Pfarrer Martin Klein den Meiler segnen, dann wird ein Stab mit einer brennenden Lunte durch einen frei gelassenen Kanal in die Mitte des Meilers geschoben, damit dieser langsam von innen her verkohlt. Da sind wird auch Bürgermeister Thomas Gasser. Ab 19 Uhr gibt die Musikkapelle Neukirchen ein Standkonzert. Auch eine Gruppe Alphornbläser wird zu hören sein.

Meiler Tag und Nacht überwacht

Sobald der Meiler brennt, beginnt für die Neukirchner Köhler eine spannende Zeit. Denn der brennende Meiler muss Tag und Nacht überwacht werden. Das „wochtn“ oder Aufpassen auf den Meiler mit Befeuchten, Löcher stechen, Löcher schließen, Klopfen, ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Denn nur wenn das Holz richtig verkohlt wird die Ausbeute an qualitativ hochwertiger Kohle den Erwartungen entsprechen. „Wochtakönig“ wird der Köhler, der am Ende der Köhlerzeit den Meiler am häufigsten überwacht hat.

Etwa zweieinhalb Wochen braucht es, bis die Kohle erntereif ist. Am Sonntag (14. August) wird der Meiler geöffnet. Das dann ab 10 Uhr stattfindende Köhlerfest ist der krönende Abschluss der Neukirchner Köhlerwochen, die nicht nur spannend sondern auch gesellig sein wollen. Denn während der Kohlenmeiler zweieinhalb Wochen lang seine Arbeit tut, wird in seiner Nähe einiges geboten. So finden täglich gemütliche Hüttenabende auf dem Köhlergelände statt, in diesem Jahr erstmals auch mit historischem Tontaubenschießen.

Buntes Rahmenprogramm

Am Samstag (30. Juli) findet eine Kräuterwanderung mit Kräuterpädagogin Bianca Ertl statt mit. Anschließend wird mit Wildkräutern gekocht und eine Heiltinktur hergestellt. Anmeldung ist erbeten bei Stephanie Enzinger, Tel. 0160/6118745. Am Sonntag (31. Juli) lädt der Köhlerverein ab 11 Uhr zu einem Musi-Hoagart mit der Musikkapelle Neukirchen, der Viaschupfmusi, den Ruhpoldingern Tanzl 6er und der Stoißberg Musi.

Das Mannschaftshufeisenwerfen wird am Samstagn (6. August) ab 14 Uhr ausgetragen. Anmeldung ist ab 13 Uhr. Das große Köhlerfest am Sonntag (14. August) steht unter dem Thema „Heilkräfte der Natur“ Es beginnt um 10 Uhr mit dem Öffnen des Kohlenmeiers mit Frühschoppen. Der Kräuterwastl, Bianca Ertl, der Bienenzuchtverein werden Interessantes zum Thema erzählen. Ab 11 Uhr wird die Ruhpoldinger Tanzl 6er aufspielen, ab 16 Uhr sorgt die Musikkapelle Teisendorf für zünftige Feierabendstimmung. Ein Kramerladen und das Brotbacken im historischen Brotbackofen komplettieren das Angebot.

Brot gebacken wird auch an den Freitagen (29. Juli und 12. August) sowie an den Dienstagen (2. und 9. August) jeweils ab 18 Uhr. Und wer Lust auf Dampfnudel hat, kann diese an den Donnerstagen (28. Juli und 11. August) ab 18 Uhr genießen. Voranmeldung ist bei Maria Maier unter 0151/46307020. Die Veranstaltungen, mit Ausnahme des Musi Hoagarts, finden bei jeder Witterung statt.

kon

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