Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

JHV der Bau-Innung Traunstein-Berchtesgadenener Land

Jede Krise bietet auch Chancen – und Nachwuchs dringend gesucht

Obermeister Bernhard Fuchs bei seinem Bericht
+
Obermeister Bernhard Fuchs bei seinem Bericht.

Teisendorf – Auch die Bauwirtschaft bekommt die schwierige und komplexe Weltlage mit Corona und Ukrainekrieg, einbrechenden Lieferketten und vielen Preissteigerungen zu spüren. Dies machte Obermeister Bernhard Fuchs bei der Mitgliederversammlung der Bau-Innung Traunstein-Berchtesgadener Land in Neukirchen klar.

Dennoch bleibt man verhalten optimistisch „Wir werden aus dieser Situation positiv nach vorne schauen und uns innovativ neu positionieren“. Die Auftragsbücher sind im Moment bei allen Betrieben noch gut gefüllt. Und noch etwas ist  Fuchs wichtig. Trotz Lieferschwierigkeiten gelinge es den Innungsbetrieben das zugesagte Material zu beschaffen und ihre Aufträge in der geforderten Qualität auszuführen. Auch sei es bisher immer gelungen, bei den Preissteigerungen, im Einvernehmen mit den Bauherren eine gute Lösung zu finden.  Trotz aller Schwierigkeiten ist der Umsatz und die Bruttolohnsumme bei etwa gleichbleibender Beschäftigungszahl gestiegen.

Die aktuelle Mitgliederzahl der Innung liegt bei 82. Vier Firmen sind ausgestiegen, die Firma Besan aus Schnaitsee konnte als neue Mitglied gewonnen werden. In der durch Pandemie und Ukrainekrieg geprägten Zeit seien wichtige Probleme wie Abfallentsorgung, Baugrundknappheit, überbordende Bürokratie oder Genehmigungsangelegenheiten in den Hintergrund getreten. Deshalb müsse man diese jetzt wieder angehen. Als ersten Schritt dazu nannte Fuchs das Inkrafttreten des neuen Baulandmobilisierungsgesetzes, durch das mit dem „Dörflichen Wohngebiet“ eine neue Art der baulichen Nutzung eingeführt wird. Der Obermeister kritisierte die Einstellung der KfW Förderprogramme, eine Maßnahme, die das Bauen für viele unmöglich macht und zu großer Verunsicherung bei den Bauherren geführt hat. Hier fordert die Innung dringend die Auflage neuer Förderprogramme und die Wiedereinführung zumindest der KfW40 Förderung. Zudem müsse der soziale Wohnungsbau umfassend gefördert werden, sonst seien die ehrgeizigen Ziele der  Bundesregierung von 400.000 Wohnungen pro Jahr nicht zu erreichen. Der öffentliche Bau hinke inzwischen sowieso hinterher, während die Geschäftslage im privaten Wohnungsbau noch positiv sei.    

Sorgenkind bleibt auch bei der Bau-Innung Traunstein-Berchtesgadenener Land der Nachwuchs, sowohl was die Anzahl der Lehrlinge als auch was die Übernahme von Verantwortung in der Vorstandschaft betrifft. Das zu dieser Versammlung auch viele junge Handwerker gekommen waren, stimme ihn zumindest im zweiten Punkt optimistisch, so Fuchs. 

Die in den letzten Jahren leicht steigenden Lehrlingszahlen seien in diesem Jahr wieder leicht zurückgegangen. Der Obermeister geht davon aus, dass dies auch ein Effekt der Corona-Pandemie sein könnte, weil Ausbildungsmessen oder ähnliche Informationsveranstaltungen nicht stattfinden konnten.“Wenn wir uns als Handwerk nicht präsentieren können, haben wir ein Problem mit der  Nachwuchsgewinnung“, so Fuchs. Erfreulich sei es, dass die Prüfungen 2021 alle wie geplant durchgeführt werden konnten. Lehrlingswart Andreas Di-Qual gab eine zusammenfassende Übersicht zu den Prüfungsergebnissen.  Erfreulich sei, dass der Prüfunsgausschuss jetzt wieder vollständig sei, so Di_Qual. Der Vorsitzende Josef Valentiner wird von Andy Grimm, Martin Kolbeck und Rudi Roider unterstützt. Zudem konnten sechs Meister- und vierzehn Gesellenbeisitzer aus elf Innungsbetrieben für die Mitarbeit im  Ausschuss gewonnen werden. 

Sowohl bei der Zwischenprüfung als auch bei der Gesellenprüfung haben 34 Auszubildende  teilgenommen. Man habe sehr gute Ergebnisse erzielt, mit einer Erfolgsquote von 97,2 Prozent. Bei der Gesellenprüfung haben drei Prüflinge die Bestnote 1,0  in  Theorie und Praxis erreicht. Es sind dies Matthias Xaver Gruber (Ausbildungsbetrieb Kanz Bau,  Saaldorf-Surheim), Markus Ponn (Ausbildungsbetrieb Hölzl Bau, Ramsau) und Florian Schönsmaul (Ausbildungsbetrieb Josef Fuchs Bauunternehmen, Teisendorf). 

In seinem Bericht ging Bernhard Fuchs auch auf das Innungsleben ein, das  2021 immer noch auf Sparflamme lief. Mit einer Schweigeminute gedachte man dem langjährigen Johann Schuhegger aus Traunreut, der vor Kurzem verstorben ist. Auch 2021 hätten nur wenige gemeinsame Veranstaltungen stattfinden können. Ein Highlight sei die Wanderung zur Brachtalalm und Hinteralm gewesen. Auch die Begrüßung der Azubis in der Berufsschule mit anschließendem Weißwurstfrühstück sei gut angekommen. Ein Highlight sei wieder die Freisprechungsfeier im Poststall Teisendorf gewesen. Nun freue man sich auf den gemeinsamen Ausflug nach Stockholm, der bereits im Juni stattfinden wird. 

Die Jahresrechnungen 2021 der Innung und des Berufsförderungswerkes des Baugewerbes wurden von  Kassenwart Ludwig Kaiser vorgetragen. Die Rechnungsprüfer Ferdinand Brandl, Thomas Maier und Robert Sax hatten die Kasse geprüft und bescheinigten  eine ordentliche Kassenführung. Thomas Maier bat die Versammlung  um die Entlastung der Vorstandschaft und des Kassiers. Diese wurde ohne Gegenstimmen gewährt. Auch der Haushaltsplan 2021 fand die Zustimmung der Mitglieder und wurde einstimmig verabschiedet. Alle drei  Rechnungsprüfer hatten sich wieder für dieses Amt zur Verfügung gestellt  und wurden einstimmig wiedergewählt. 

Zu aktuellen Themen der Bauwirtschaft informierte der Geschäftsführer des Landesverbands der Bayerischen Bau-Innung (LBB) Thomas Schmid die Mitglieder. Unter anderem ging es dabei um die Nachwuchsförderung, Digitalisierung  und die Einflüsse, die sich aus dem Green Deal der EU für die Bauwirtschaft ergeben. Zudem präsentierte schmid zwei Initiativen, die den Massivbau vorwärts bringen sollen. In dem Netzwerk „Solid-Unit“ haben sich  Partner aus den Bereichen Bauplanung, Bauwirtschaft, Baustoffindustrie sowie Forschung und Lehre zusammengeschlossen, um einen einnovativen Massivbau voranzubringen. Die  Initiative „Massiv/ mein Haus“ wendet sich vor allem an Bauherren, die man mit Planungshilfen, Broschüren, Bautipps und Hintergrundinformationen umfassend über das Bauen in Massivbauweise informieren möchte. „Es geht um Endkundenwerbung für den Massivbau“, so Schmid, und plädierte für eine  aktive Teilnahme der Innungsbetriebe.  

kon   

Kommentare