Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

+++ Eilmeldung +++

Protestaktion von Klimaaktivsten

Klimakleber blockieren Nordbahn des Münchner Flughafens

Klimakleber blockieren Nordbahn des Münchner Flughafens

Strom aus Photovoltaik – produzieren, verbrauchen vermarkten

Herbstversammlung des Maschinenrings Laufen im Schatten der Energiekrise

Geschäftsführer Stefan Huber bedankte sich bei Raphael Haug für den interessanten Vortrag mit einem kleinen Präsent.
+
Huber-Haugg.jpg

Bei der Hauptversammlung des Maschinen- und Betriebshilferings Laufen gab Energieexperte Raphael Haug Einblicke in die Welt der Strombörse und einen Energiemarkt im Aufruhr.

Teisendorf - Der Energiemarkt ist im Aufruhr. Immer neue Höchststände bei den Strompreisen, ein neu gefasstes Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG), das ab 1. Januar in Kraft tritt, der Auslauf der Förderung bei vielen Photovoltaikanlagen, eine für den Laien kaum begreifbare Preisbildung an der Strombörse, dies und noch viel mehr bewegt auch die Landwirte in hohem Maße.

Der Maschinen- und Betriebshilfering (MR) Laufen hat deshalb zu seiner Herbstversammlung im Sall der Alten Post in Teisendorf Raphael Haug eingeladen, Energieexperte bei LandEnergie Maschinenring, dem einzigen Energieversorger in Deutschland, der sich für die Landwirtschaft spezialisiert hat.

Die Strompreise sind seit Mitte 2021 stetig angestiegen auf Rekordniveau, führte Haug aus. Von den gestiegenen Börsenpreisen profitieren Anlagen deren Strom direkt vermarktet wird. Daher stelle sich die Frage, ob sich ein Wechsel in die Direktvermarktung lohnt. Das käme nur für PV-Analgen mit mindestens 30 KW Leistung und für Biogas-Anlagen mit mindestens 200 KW in Betracht.

Kleine Anlagen sind dafür nicht ausgerüstet und müssen teuer mit einem speziellen Stromzähler nachgerüstet werden. Damit es sich der Umstieg in die Direktvermarktung lohnt müssen die Börsenerlöse langfristig mindestens 3 Cent pro Kilowattstunde über dem EEG-Vergütungssatz liegen.

Haug ging auch auf die wichtigsten Änderungen ein, die sich aus der Novellierung des Erneuerbare Energien-Gesetzes (EEG) ergeben.

Dazu gehören die Beschleunigung der Genehmigungs- und Planungsverfahren, Verbesserungen beim Netzanschluss für Anlagen mit weniger als 30 Kilowatt oder die Verbreiterung der Randstreifen entlang von Autobahnen und Schienenwegen, die zum Bau von Freiflächenanlagen genutzt werden, von 200 auf 500 Meter. Die EEG-Umlage auf den selbstverbrauchten Strom fällt weg, die Vergütungssätze für PV-Anlagen. Werden angepasst. Ausgeförderte PV-, Wind- und Biogasanlage mit einer Leistung bis 100 KW werden nach Ablauf des Förderzeitraums automatisch der neuen Vergütungsform zugeordnet. Der Netzbetreiber ist weiterhin verpflichtet, den eingespeisten Strom abzunehmen. Der Anlagenbetreiber erhält den technologiespezifischen Jahresmarktwert abzüglich der Vermarktungspauschale des Netzbetreibers. Für Solar lag dieser Wert 2021 bei 7,55 Cent/Kwh. Die Einspeisevergütung ist befristet bis Ende 2027.

Für den Weiterbetrieb einer Photovoltaikanlage wurden drei Optionen mit ihren Vor- und Nachteilen aufgezeigt und zwar Volleinspeisung, Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung sowie Direktvermarktung. Nach Abwägung von Kosten und Nutzen sei der Eigenverbrauch mit Einspeisung der Stromüberschusses ins Netz aktuell die sinnvollste Alternative.

Haug regte an, den Eigenverbrauch im Betrieb zu optimieren und Lastspitzen außerhalb der Produktionszeit der PV-Anlage zu vermeiden. Dafür sei der Einbau eines intelligenten Zählers angebracht, der den Stromverbrauch ermittelt, speichert und die Daten verarbeitet. Für kleine Anlagen zum Beispiel bis 10 KW und wenn kein Eigenverbrauch möglich ist, ist es am besten den Strom weiter einzuspeisen. 

Ob und wann sich die Anschaffung eines Batteriespeischers lohnt, zeigte der Experte anhand eines eines Rechenbeispiels. Damit er sich lohne, müsse ein Batteriespeicher richtig dimensioniert und gut ausgelastet sein, die Strompreise weiterhin steigen bei gleichzeitig sinkender Einspeiseevergütung. Zudem sollte der Speicher länger als zehn Jahre genutzt werden. Bei der Bewertung müsse man auch den Wert der Notstromversorgung berücksichtigen, den eine solche Einrichtung bietet und alle möglichen Förderoptionen nutzen.

Stefan Huber, Geschäftsführer des MR Laufen, informierte die Versammlung über aktuelle Themen der Selbsthilfeinrichtung für Landwirte. So ist das neue Bürogebäude des MR in Niedervillern bei Laufen kurz vor der Fertigstellung und soll noch in diesem Jahr bezogen werden. Die Kosten für den Bau betrugen nach derzeitigem Stand rund 1,4 Millionen Euro. Die offizielle Einweihung wird am 24. April 2023 stattfinden.

Zusätzlich zu dem Gebäude wurde ein 40 Meter langer Carport gebaut, auf dessen Dach eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 90 Kilowatt peak installiert wurde. Der Strom soll unter anderem zur Betreibung der Grundwasserwärmepumpe zur Gebäudeheizung genutzt werden. In dem Gebäude sind auch Büroräume mit einer Fläche von 163 Quadratmetern zu vermieten. Desgleichen kann ein Tagungsraum für 40 bis 50 Personen tageweise angemietet werden. Die Mietersuche läuft.

Mit der Gründung der Familienservice GmbH als Tochtergesellschaft ist es dem MR jetzt möglich Betriebshelfer fest anzustellen. Damit erhofft man sich die Überwindung von Engpässen und bessere Möglichkeiten für Hilfsangebote in Privathaushalten. Laut Huber sucht der MR Helfer vor allem im nördlichen Ringgebiet.

Zudem hat Huber darauf hingewiesen, dass die Abrechnung von durch den MR erbrachten Leistungen spätestens sechs Monate nach dem Leistungsdatum erfolgen muss. Bei den Leistungen sei eine Preisanpassung notwendig, um die Steigerungen zum Beispiel bei Kraftstoffen aber auch bei anderen Produkten abzufangen. Huber rechnet in Kürze mit einer Preissteigerung von 20 bis 25 Prozent für die erbrachten Leistungen.

kon

Kommentare