Mülltonnenbrand in Teisendorf

Galt der "hinterfotzige Brandanschlag" dem Grünen-Ortsvorsitzenden Ehrenlechner?

Mülltonnenbrand in Teisendorf - Zeugen gesucht
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Völlig zerstört sind die Mülltonnen vor Wolfgang Ehrenlechners Zuhause.

Teisendorf - Eigentlich sollte der Freitagabend (6. März) für Wolfgang Ehrenlechner ein gemütlicher werden. Gemeinsam mit seinen Grünen-Parteikollegen hatte er zur Veranstaltung mit den Wellbappn in den Poststall geladen. Doch der Abend sollte anders enden.

"Ein bis dato unbekannter Täter hat am Freitagabend (6. März) gegen 21 Uhr an einem Privatanwesen in der Sudetenlandstraße in Teisendorf drei Mülltonnen in Brand gesetzt, welche dadurch völlig zerstört wurden", heißt es in einer Presseaussendung der Polizei Freilassing. Die Grünen schildern es so: "Wolfgang Ehrenlechner, Vorsitzender des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen in Teisendorf, genoss, zusammen mit vielen Parteifreunden und zahlreichen anderen Besuchern, einen unterhaltsamen und witzigen Abend mit Hans Well und den Wellbappn. Doch kurz nachdem der Applaus (...) verklungen war, ereilte Ehrenlechner (...) die Nachricht, dass es bei ihm zuhause gebrannt hat."


Wolfgang Ehrenlechner ist Ortsvorsitzender der Teisendorfer Grünen und Mitglied im Grünen-Kreisvorstand. Doch nicht nur dieses Engagement rückt ihn ins Licht der Öffentlichkeit. "Ich war Bundesvorsitzender des Bundes der deutschen katholischen Jugend. Meine Ansichten über Homosexualität in der Kirche oder die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare haben schon früher für Ärger gesorgt", erklärt er gegenüber BGLand24.de.


Anzeige wegen Sachbeschädigung läuft

Drohanrufe, Windeln vor der Haustür - für den Geschäftsführer des Jugendhauses Düsseldorf nicht unbekannt. "Offenbar stört sich eine Person daran, dass ich jetzt in der Kommunalpolitik mitmischen will", so Ehrenlechners Vermutung. Denn ein paar Tage vor der Brandstiftung lag ein Flyer in seinem Briefkasten. Das Gesicht des Gemeinderatskandidaten war dabei klar verunstaltet. Bisher hat der Teisendorfer die Sachen nicht all zu ernst genommen, aber die Brandstiftung der Mülltonnen hat er angezeigt.

"Die Anzeige wegen Sachbeschädigung durch Brandlegung liegt uns vor", bestätigt die Polizei Freilassing. Sie kann Ehrenlechners Vermutung zwar nachvollziehen, gibt aber auch an, dass eine weggeworfene Zigarette verantwortlich sein könnte. "Das herauszufinden wird schwierig", so die Einschätzung.

"Täter hat Grenze überschritten"

Dem Betroffenen selbst geht es nur zweitrangig darum, dass der Täter bestraft wird. "Ich möchte den Täter erreichen, ihm mitteilen, dass er eine Grenze überschritten hat", beschreibt Ehrenlechner es. Der oder die Täter hätten wissentlich und willentlich in Kauf genommen, dass unbeteiligte Menschen bei dem Vorfall zu Schaden gekommen wären. Der Brand sei aber schnell entdeckt und somit ein Übergreifen der Flammen auf das unmittelbar neben den Mülltonnen liegende Brennholzlager und das Wohnhaus verhindert worden.

Der stellvertretende Grünen-Ortsvorsitzende Hans Eisenbichler sieht die Situation ähnlich. Dieser Brandschlag sei der bisherige negative Höhepunkt an unschönen Vorfällen im laufenden Wahlkampf. Wiederholt seien Plakatständer zerstört oder gestohlen worden. In einem Fall habe der Täter den entwendeten Plakatständer dann mit einem großen Nagel an einen Baum geschlagen. Eisenbichler nannte den Brandanschlag „hinterfotzig“.

"Ich lasse mich nicht einschüchtern", so Wolfgang Ehrenlechners klare Botschaft. Auch wenn nach den jüngsten Vorfällen Angst eine gewisse Rolle spielt.

cz

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