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Glasfaseranschluss für 385 Häuser in Teisendorfer Ortsteilen

Förderung ist da, Prognosen aber schwierig: Breitbandausbau als Thema im Gemeinderat

Die Fortsetzung des Breitbandausbaus in der Marktgemeinde beschäftigte den Gemeinderat Teisendorf zum wiederholten Male.

Teisendorf – Diesmal ging es um den Auf- und Ausbau eines gigabitfähigen Breitbandnetzes im Rahmen des 6. Internetausbauverfahren nach den bayerischen Förderrichtlinien (Gigabitrichtlinie). Hier arbeitet die Marktgemeinde Teisendorf eng mit der Gemeinde Anger zusammen, weil durch die Bildung gemeindegebietsübergreifender Erschließungsgebiete sich die Attraktivität zur Abgabe von Angeboten für die Netzbetreiber steigert.

Im Gigabitverfahren sollen vorwiegend alle Adressen ausgebaut werden, die eine technische Versorgung von unter 30 Mbit/s haben. Darüber hinaus sollen auch einige Adressen mit Glasfaser ausgebaut werden, die über Vectoring eine Downloadgeschwindigkeit zwischen 30 Mbit/s und 100 Mbit/s haben. Für dieses Ausbauverfahren erhält der Markt Teisendorf einen Fördersatz von neunzig Prozent. Für Adressen, die in sogenannten grauen NGA-Flecken liegen, wird eine Förderung von 5.000 Euro je Adresse gewährt. Die grauen NGA-Flecken beschreiben diejenigen Bereiche, in denen durch einen Telekommunikationsanbieter ein NGA-Netz mit Downloadbandbreiten von mindestens 30 Mbit/s bereits jetzt besteht.

Für Adressen in weißen NGA-Flecken stehen 14.000 Euro je Adresse zur Verfügung. Weiße Flecken sind Gebiete, in denen keine Breitbandinfrastruktur vorhanden ist. Es können maximal sechs Millionen Euro Förderung abgerufen werden. Zudem erhalten der Markt Teisendorf und die Gemeinde Anger jeweils 50.000 Euro für die Interkommunale Zusammenarbeit und jeweils 5000 Euro als Startgeld. Dieses Startgeld wurde bereits von der Regierung von Oberbayern an die Gemeinde ausgezahlt. Die endgültige Festlegung der Fördersumme erfolgt durch den Förderbescheid, der erst nach dem Markterkundungs- und Auswahlverfahren ausgestellt wird. Das Markterkundungsverfahren wurde von Januar bis März durchgeführt.

385 Häuser in Teisendorfer Ortsteilen sollen Glasfaseranschlüsse bekommen

Breitbandberater Peter Heider hat die Ergebnisse im Gemeinderat vorgestellt. Vorab sind die Ergebnisse in der Lenkungsgruppe „Breitbandausbau“ diskutiert worden. Heider betonte, dass mit diesem Ausbauverfahren vorrangig „unter- und unversorgte“ Adressen abgedeckt werden sollen. Insgesamt sollen in der Marktgemeinde 385 Häuser in unterschiedlichen Ortsteilen ausgebaut werden, mit Glasfaser bis ins Haus. Die Adressen sind nach Ortsteil, Straße und Hausnummer in einer Liste genau festgelegt. Der Ausbau soll nach dem Wirtschaftlichkeitslückenmodell erfolgen.

Die Gesamtwirtschaftlichkeitslücke ist mit 5,1 Millionen Euro festgelegt. Durch diese Preisdeckelung soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass der Markt Teisendorf bei einer Angebotslage, die diese Grenze übersteigt, aus dem Verfahren aussteigen und dieses zu einem anderen günstigeren Zeitpunkt durchführen kann. Der Gesamteigenanteil der Gemeinde würde in etwa 511.000 Euro betragen, Peter Heider wies darauf hin, dass aufgrund der unsicheren wirtschaftlichen Lage mit Ausführungszeiten von bis zu vier Jahren gerechnet werden muss. Die Engpässe liegen vor allem im Tiefbau. Eine Aufteilung in mehrere Lose würde seiner Meinung nach die Arbeiten nicht beschleunigen, so Heider auf Nachfrage von Gemeinderat Fritz Gasser.

Prognosen schwierig – Helminger: „Aus Sicht der Bürger ist diese ganze Vorgehensweise ein Wahnsinn“

Angesichts der steigenden Materialkosten wollte Rat Markus Putzhammer wissen, ob die Angebote als Festpreis oder mit einer Anpassungsklausel für Material abgegeben werden müssen. Die Angebote sind mit Festpreis, ohne Anpassungsklausel zu formulieren, so der Berater. Gemeinderat Alois Stadtler, betonte, dass sich die Lenkungsgruppe große Mühe gemacht habe, um die Versorgung der Adressen richtig zu erfassen. Es sei für die Bürger nicht immer einfach zu verstehen, dass in manchen Straßen Häuser, die bereits Koaxialkabel haben, nicht mehr gefördert werden, andere aber einen Glasfaseranschluss bekommen würden.

Rat Andreas Neumeier wollte wissen, wie die Förderung und Vorgehensweise zur Breitbandversorgung bei in Planung befindlichen Neubaugebieten in der Gemeinde sei. Hier seien Prognosen schwierig, so Heider. Mit Sicherheit würden weitere Förderprogramme aufgelegt, deren Ausgestaltung könne man aber nicht voraussagen. „Aus Sicht der Bürger ist diese ganze Vorgehensweise ein Wahnsinn“, so die Meinung von Gemeinderat Johann Helminger. Wann, wo, warum aufgegraben oder angeschlossen wird, weil die Förderung es ermöglicht, sei kaum noch zu vermitteln. Das Verlegen von Leerrohren ohne zu wissen, wo später Anschlüsse erfolgen, sei hinausgeworfenes Geld.

Ausschreibung soll im Mai erfolgen

Zuletzt beschloss der Marktgemeinderat, dass die 385 Adressen aus der Endauswahl der Markterkundung mit einem Eigenanteil von rund 511.000 Euro ausgebaut werden sollen und beauftragte die Verwaltung, die Ausschreibung in die Wege zu leiten. Die Ausschreibung soll im Mai erfolgen, die Abgabefrist für die Gebote ist Ende August. Nach Prüfung und Bewertung der Angebote soll der Gemeinderat im Oktober den Beschluss zum Zuschlag fassen, sodass der Förderantrag eingereicht werden kann.

kon

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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