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Grenzüberschreitender Bio-Genuss

EuRegio-Projekt „BiOS erleben“ setzt in Teisendorf Meilenstein für nachhaltigen Urlaub 

Die Akteure des Pressegesprächs: (v.l.n.r.) 1. Reihe: Eva Bernauer, Marlene Berger-Stöckl, Monika Seidenfuß-Bauernschmid, Steffen Rubach, 2. Reihe: Thomas Gasser, Michael Steinmaßl, Michael Wahlich, Franz Keil, Theresa Hallinger.
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Die Akteure des Pressegesprächs: (v.l.n.r.) 1. Reihe: Eva Bernauer, Marlene Berger-Stöckl, Monika Seidenfuß-Bauernschmid, Steffen Rubach, 2. Reihe: Thomas Gasser, Michael Steinmaßl, Michael Wahlich, Franz Keil, Theresa Hallinger.

Der Bajuwarenradweg verbindet seit langem Urlaubslandschaften „drent und herent“ des Grenzflusses Salzach. Mit dem Abschluss des von der EU geförderten Projektes „BiOS erleben“ sind diese Regionen jetzt über eine weitere Klammer näher zusammengerückt.

Teisendorf – Ziel des gemeinsamen Projektes war es, einen erleichterten Zugang zum umfangreichen Bio-Angebot von Erzeugern, Gastronomie und Hotellerie in den drei touristischen Regionen „Waginger See“ aus Bayern, “Entdeckerviertel“ aus Oberösterreich und „Salzburger Seenland“ aus Salzburg zu schaffen. Auch die Einkaufsmöglichkeiten für Bio-Produkte in regionalen Hofläden sollten durch Vernetzung und eine professionelle und zielgruppengerichtete Kommunikationskampagne sichtbarer und erfahrbarer gemacht werden.

Sanfter Tourismus, nachhaltige Landwirtschaft und nachhaltiger Urlaub unter verstärkter Nutzung regionaler Bioprodukte, einfach Biogenuss über die Grenzen hinweg bildeten den gemeinsamen Nenner für die Initiative der drei Partner. Die Vorraussetzungen für ein solches Projekt waren in der Grenzregion Bayern-Österreich optimal: „In der Projektregion grenzen zwei Gebiete aneinander, bei denen der Schwerpunkt Bio schon länger erfolgreich gelebt wird: die staatlich anerkannte Ökomodellregion „Waginger See-Rupertiwinkel“ und die bereits mit mehreren Nachhaltigkeitspreisen ausgezeichnete Bio-Heu-Region „Trumer Seenland“ in Österreich“ so Projektleiterin Evi Bernauer, Geschäftsführerin der Tourist-Info Waging bei der Presseveranstaltung zum Projektabschluss im Hotel Gut Edermann in Teisendorf.

Eigentlich waren es die bereits seit längerem bestehenden intensiven Kontakte und die Zusammenarbeit zwischen den beiden Regionen und deren Leiter Marlene Berger-Stöckl in Waging und Franz Keil in der Trumer Bio-Heu-Region, die zu diesem Projekt geführt haben. Die grenzüberschreitende Plattform für die finanzielle Förderung dieses Kleinprojektes mit einem Förderrahen von 25.000 Euro bildete die EuRegio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein, deren Geschäftsführer Steffen Rubach auch nach Teisendorf gekommen war und sich über das in einer Laufzeit von nur zwölf Monaten erzielte Ergebnis sichtlich erfreut zeigte. Als strategischer Partner mit von der Partie war auch der Zweckverband Bergerlebnis Berchtesgaden. Theresa Hallinger, dort Abteilungsleiterin Destinationsmanagement erläuterte die Unterstützung des Projektes durch den Zweckverband im Bereich Social Media. Damit könne man ein junges, nachhaltig denkendes Publikum schnell, direkt und zielgerichtet erreichen, so Hallinger. 

Neu: „BiOS – Bio Genuss über die Grenzen“

Für die im Projekt gestartete, breit angelegte Kommunikationskampagne wurde umfangreiches Bildmaterial erstellt. Zudem wurden vier Videoclips zu dem Thema produziert, die zur Bewerbung bioaffiner Gäste, vor allem aus dem liberal intellektuellen Millieu, auf verschiedenen Social-Media Kanälen in München, Regensburg, Nürnberg und Wien verwendet werden sollen. „Wir möchten, dass das Bio-Angebot zum Urlaubserlebnis wird“, so Eva Bernauer, die die Kommunikationskampagne näher erläuterte. Ein wichtiger Projektoutput ist die neue zwölfseitige Broschüre „BiOS- Bio Genuss über die Grenzen“. Dort werden stellvertretend für die über siebzig Hofläden und Erzeuger, Weiterverarbeiter und Produzenten sowie Genussorte und Hotelbetriebe im Projektgebiet, die auf „bio und regional“ setzen, jeweils drei Betriebe pro Region mit unterhaltsamen Kurzporträts vorgestellt.  

Aus der „Genussregion Waging“ sind das der Bio-Michi aus Kirchanschöring, das Wellness Natur Resort Gut Edermann aus Teisendorf und die Bäckerei Wahlich aus Surheim. Die Inhaber der drei Betriebe waren ebenfalls anwesend und stellten ihre Betriebe und ihre Geschäftsidee kurz vor, immer betonend, dass sie stellvertretend für alle gleichagierenden sind. Michael Steimaßl, besser bekannt als Bio-Michi, produziert Bio-Obst und Gemüse, dass er im eigenen Hofladen verkauft oder an Unternehmen, Lebensmitteleinzelhändler oder Gastbetriebe liefert. „Wir versuchen die Produktvielfalt auszubauen. Auch die Betriebsvielfalt muss noch größer werden. Das Netzwerk wird durch Projekte wie BiOS stärker“, so Steinmaßl.

Eine Spezialität der Bäckerei Wahlich sind Backwaren mit Mehl aus Laufener Landweizen, einer historischen, robusten Sorte, deren Anbau in der Region stetig zunimmt. Inzwischen ist die Spezialität gut in regionale Wirtschaftskreisläufe integriert: Landwirte, Mühlen und Bäcker arbeiten eng zusammen. „Das Netzwerk funktioniert“, so Michael Wahlich, „die Produkte aus regionalem Bio-Landweizen passen in unser Sortiment und werden gut angenommen“.

Im Wellness Natur Resort Gut Edermann setzt Inhaberin Monika Seidenfuß-Bauernschmid auf den „Königsweg – Regionalität und Bio unter einen Hut zu bringen“. Kulinarik, Erholungs- und Entspannungsangebote sind auf Nachhaltigkeit und Traditionsbewußtsein ausgerichtet. Im Netzwerk und im engen Austausch mit regionalen Produzenten ist die Umsetzung dieser Betriebsphilosophie erleichtert, betonte die Rednerin. Ein Satz zog sich durch die Präsentationen aller drei Akteure: „Für uns gibt es keinen anderen Weg!“ 

Die sehr ansprechend gestaltete Projektbroschüre wurde über das Biomagazin „BIORAMA“ sowohl in Deutschland als auch in Österreich in über 55.000 Exemplaren verteilt. Weitere 10.000 Exemplare werden in den drei Projektregionen an Interessierte weitergegeben. 

Zufrieden mit dem Projekt zeigte sich auch Franz Keil, Obmann der Bio-Heu-Region Trumer Seenland. Es sei immer noch schwierig, regionale Produzenten zu finden, obwohl die Nachfrage steige. Umso wichtiger sei ein grenzüberschreitendes Netzwerk, das vor allem auf Transparenz setzen muss.  

Moderiert wurde die Veranstaltung von dem Teisendorfer Bürgermeister Thomas Gasser, Vorstandsmitglied der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel und Vorsitzender des Tourismusverein „Erlebnisregion Rupertiwinkel“. „Von dem Projekt werden Einheimische wie Gäste in unseren Regionen gleichermaßen profitieren“, zeigte er sich überzeugt. „denn bio und regional ist ein Zukunftsthema für alle“. An die Projektpartner gerichtet meinte Gasser abschließend „Jetzt geht die Arbeit erst richtig los!“

Monika Konnert

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