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Ausstellung in der Teisendorfer Franz-von Agliardis-Schule

Wenn Essstörungen zum Problem werden

Ausstellung in Schule Teisendorf: So war die Ausstellung in der Franz von
Agliardis Schule aufgebaut.
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Ausstellung in Schule Teisendorf: So war die Ausstellung in der Franz von Agliardis Schule aufgebaut.

Essstörungen sind ernsthafte Erkrankungen, die unbedingt behandelt werden müssen. Schulstress, Leistungsdruck, Liebeskummer, das Gefühl nicht zu genügen, Konflikte in der Familie, Mobbing sind nur einige Faktoren, die bei Jugendlichen zu solchen Erkrankungen führen können.

Teisendorf – Signale, die darauf hindeuten könnten, wie häufige Diäten, Rückzug von den Mitmenschen, Abmagerung und Verleugnung des Körpergewichts, Perfektionismus oder extreme sportliche Aktivitäten, werden oft nicht oder zu spät erkannt. Mit der Ausstellung „Klang meines Körpers“ hat die Franz-von-Agliardis Mittelschule Teisendorf einen Beitrag zur Erkennung und Prävention von Essstörungen bei den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule und auch den Eltern geleistet. Die Jugendlichen sollten gerade in der herausfordernden Phase der Pubertät für diese Thematik sensibilisiert werden, um achtsam mit dem eigenen Körper und den eigenen Gefühlen umzugehen, aber auch in der Wahrnehmung für andere geschärft werden.

Die Wanderausstellung „Klang meines Körpers“ war von betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Köln gemeinsam mit ihrer Musiktherapeutin und einer Grafikerin gestaltet worden. Das Bayerische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung hat sie kostenlos für einen Monat an die Schule ausgeliehen, so sie in einem großen Raum aufgestellt wurde. Frau Beate Siodlaczek von der psychologischen Beratungsstelle der Caritas in Bad Reichenhall, die an der Mittelschule Teisendorf als Jugendsozialarbeiterin tätig ist, hatte die Aktion initiiert.

Persönliche Geschichten zeigen Wege aus der Essstörung

Auf großen, bunt gestalteten Infotafeln wird das Thema Essstörungen mit Schlagwörtern beleuchtet. Auf anderen Tafeln geben Betroffenen Einblicke in ihre ganz persönliche Geschichte in Bildern und Collagen. Die Bilder stammen aus der Kunst- und Musiktherapie der Betroffenen und sind selbst gemalt oder fotografiert. Es geht um die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper, die Angst zu versagen, nicht zu genügen, aber auch um Wünsche, Sehnsüchte und darum, was Jugendliche stark und „satt“ macht. Wer will, kann sich an den Hörstationen „einhören“ und so auch einen emotionalen Zugang zu dem Dargestellten bekommen. Vor den Tafeln aufgestellte Schatzkisten schließlich zeigen Wege aus der Essstörung.

An der Teisendorfer Mittelschule wurden dazu Workshops in den Jahrgangsstufen 5 bis 10 durchgeführt, bei denen den Schülerinnen und Schülern ein Einblick in die Gefühlswelt der Betroffenen gewährt wurde. Ursachen, Symptome, Bedürfnisse und Hilfsmöglichkeiten wurden zu den einzelnen Fällen diskutiert. Die Workshops wurden von außerschulischem Fachpersonal der Caritas (Erziehungsberatungsstelle/Präventionsteam) und des Landratsamtes (Mitarbeiter der Kommunalen Jugendsozialarbeit an Schulen) unterstützt. 

„Wenn Essen zum Problem wird“

Neben Beate Siodlaczek (Jugendsozialarbeit an der Schule) waren die Lehrkräfte Markus Schraml (Präventionsbeauftragter der Schule) und Michael Kern (Biologielehrer) für die Durchführung verantwortlich. Begleitend zur Ausstellung fand ein Online-Elternabend zum Thema Essstörungen unter dem Motto „Wenn Essen zum Problem wird“ statt. Hierzu erhielten Eltern und Lehrkräfte von der Referentin Nicola Hümpfner von ANAD München, fachlich fundierte und praxisorientierte Informationen. ANAD ist ein Verein, der unter anderem Menschen mit Essstörungen durch kompetente Beratung und multidisziplinäre Therapie Hilfe anbietet.

Schulrektorin Michaela Märzendorfer bewertete die Ausstellung als Erfolg.  Die großen zusätzlichen Unsicherheiten und Ängste unserer Zeit seien für die Schülerinnen und Schüler sehr belastend, so Märzendorfer. Deshalb ist jede Unterstützung dieser Art als Vorbereitung fürs Leben in einer komplexen Welt wichtig. Mit Aktionen wie dieser könne die Schule dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

kon

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