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Neues aus Teisendorf

Gemeinderat mit Jahresabschluss 2021 zufrieden – Schulden bleiben auf niedrigem Niveau

Kämmerin Maria Scheurl-Böhnlein aus dem Gemeinderat Teisendorf
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Die Kämmerin Maria Scheurl-Böhnlein braucht für die Berichtserstellung kaum noch Papier. Die beiden Computer ersetzen unter anderem viele Aktenordner

Grund zur Freude für die Gemeinde Teisendorf: Bei der Vorstellung des Jahresabschlusses aus dem Jahr 2021 wurden über drei Millionen Euro im Überschuss ausgewiesen und ein erfreulich geringerer Schuldenstand als im Vorjahr.

Teisendorf – Gute Nachrichten hatte die Kämmerin Maria Scheurl-Böhnlein bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2021 im Gemeinderat. Die Ergebnisrechnung, die die realisierten Aufwendungen und Erträge umfasst, zeigt ein plus von rund 3,3 Millionen Euro. Den rund 20,9 Millionen Erträgen (Einnahmen) stehen rund 17,6 Millionen Aufwendungen (Ausgaben) gegenüber. Das sind rund 1,75 Millionen mehr als ursprünglich geplant und elf Prozent oder rund 500.000 Euro mehr als in 2020. Der Jahresüberschuss wird den Rücklagen zugeführt und erhöht das Eigenkapital der Gemeinde auf rund 37 Millionen Euro.

Zugleich wies die Kämmerin aber darauf hin, dass dieser Überschuss nicht in Geld vorhanden ist, sondern sich darin auch nicht zahlungswirksame Größen wie beispielsweise Abschreibungen, Zuführungen oder Auflösungen von Rücklagen und der Aufbau von Sonderposten darstellen. Dennoch ist dieser Wert ein Indikator für eine solide Haushaltsführung in der Gemeinde.

Einkommenssteuer um 16,6 Prozent erhöht

Die Erträge insgesamt sind um rund 2,4 Millionen Euro höher als im Vorjahr und um rund 2,3 Millionen Euro höher als für 2021 geplant. Die Steuereinnahmen betrugen rund 10,2 Millionen und sind damit gegenüber 2020 um rund 960.000 Euro oder 10,5 Prozent angestiegen. Im Vergleich zu den Einnahmen vor Corona beträgt die Steigerung rund 830.000 Euro (oder 8,8 Prozent). Gegenüber der Planung für 2021 sind es Mehrerträge von rund 9,6 Prozent oder rund 890.000 Euro.

Erfreulich ist die Entwicklung bei der Gewerbesteuer, die um rund 26 Prozent oder 570.000 Euro höher ist als geplant. Insgesamt wurden rund 2,77 Millionen Euro an Gewerbesteuern eingenommen. Die stärkste Erhöhung ist beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer festzustellen. Hier konnte gegenüber 2020 eine Erhöhung von 16,6 Prozent, entspricht rund 740.000 Euro auf 5,5 Millionen verzeichnet werden. In Bezug auf die Haushaltsplanungen für 2021 gab es bei diesem Posten ein Plus von 227.000 Euro.

Der Anstieg bei der Grunderwerbststeuer auf jetzt rund 118.000 Euro, was einem Plus von rund 68.000 Euro gegenüber den Planungen entspricht, zeigt, dass der Grundstücksmarkt in Teisendorf aktiv ist und erhebliche Werte veräußert werden. Die Kämmerin geht davon aus, dass sich die Grunderwerbssteuer in den nächsten Jahren auf einen Betrag zwischen siebzig und fünfundachtzig Tausend Euro einpendeln wird. Die Steuerquote, die angibt, zu welchem Teil sich die Kommune „selbst“ finanzieren kann und nicht von staatlichen Zuwendungen abhängig ist, hat sich gegenüber dem Vorjahr nur wenig verändert und beträgt rund 49,5 Prozent.

Investitionen für knapp zwei Millionen Euro

Gegenüber dem Ansatz sind 2021 Mehraufwendungen (Mehrausgaben) in Höhe von rund 543.000 Euro angefallen. Mit rund 6,8 Millionen lagen die Transferaufwendungen (Kreisumlage, Gewerbesteuerumlage Zuweisungen), um 14,41 Prozent über den Planansätzen. Allein die Zuführung zur Rückstellung für die Kreisumlage beträgt 4,7 Millionen. Der Mehraufwand von rund 164.000 Euro bei den Personal- und Versorgungsaufwendungen ist vor allem auf die Aufstockung des Personals in den Kinderbetreuungseinrichtungen zurückzuführen. Die Investitionen konnten leider nicht wie geplant ausgeführt werden.

Einige Projekte, wie beispielsweise der Kindergarten Mehring mussten aufgrund der wirtschaftlichen Lage verschoben werden. Da die Investitionen nicht getätigt werden konnten, konnten auch die Zuwendungen nicht wie veranschlagt abgerufen werden. Insgesamt wurden Investitionen für knapp zwei Millionen Euro getätigt. Vorgesehen waren im Haushaltsplan 7,3 Millionen. Dennoch sei man nicht untätig gewesen, so Bürgermeister Thomas Gasser und nannte eine Reihe von Maßnahmen, die 2021 umgesetzt worden sind. Dazu gehören unter anderem die Übergangslösungen mit Contianern für die Kinderbetreuung in Neukirchen und Mehring, die Breitbandanbindung der Schulen und die Fortführung des Breitbandausbaus in der Gemeinde, die Verbesserung der EDV-Ausstattung an den Schulen und die Beschaffung neuer Fahrzeuge für die Freiwilligen Feuerwehren.

Die geplanten Darlehen in Höhe von sechs Millionen Euro wurden nicht in Anspruch genommen. Es wurde nur ein kurzfristiges Liquiditätskredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro gebraucht, der aber sofort zurückgezahlt wurde, als sich die finanzielle Situation der Gemeinde verbessert hat. Neben der Rückzahlung wurde eine Sondertilgung eines Darlehens in Höhe von rund 54.000 Euro getätigt. Der Schuldenstand der Gemeinde lag Ende 2021 bei knapp 2,1 Millionen, die Pro-Kopf Verschuldung bei 223 Euro. Im Landkreisdurchschnitt liegt dieser bei 670 Euro.

Trotz Corona höhere Steuereinnahmen

Zufrieden mit dem Bericht zeigten sich alle Diskussionsteilnemer, darunter die Fraktionsvorsitzenden Georg Quentin (SPD), Alois Stadler (CSU), Elisabeth Aschauer (Grüne) sowie die 2. Bürgermeisterin Sabrina Stutz (FW). Sie alle dankten der Kämmerin und ihrem Team für die gute Arbeit und die übersichtliche Aufbereitung der Finanzdaten. Georg Quentin sprach von erfreulich höheren Steuereinnahmen trotz Corona, der Schuldenstand habe sich verringert, dennoch müsse man auf die steigenden Zinsen vorbereitet sein. Auch Rat Alois Stadler zeigte sich sehr zufrieden und sprach von einem „Top Haushalt trotz der Pandemie“. Gemeinderat Gernot Daxer (CSU) sprach von einer funktionierenden Finanzverwaltung, die dem Gemeinderat die Arbeit erleichtere. Der Weg, den die Gemeinde seit einigen Jahren fährt, müsse fortgesetzt werden.In den letzten zehn Jahren habe sich das Eigenkapital der Gemeinde verdoppelt.

Auch wenn in Zukunft Schulden gemacht werden müssten, damit Investitionen getätigt werden können, würden die Schulden noch weit unter dem Eigenkapital bleiben. Daxer dankte auch dem Freistaat Bayern und dem Bund, die mit ihren Förderungen dazu beitragen, dass die Gemeinde gut funktionieren kann. Gemeinderätin Ute Hogger meinte, dass die Gewerbesteuereinnahmen die Situation von 2019 wiedergeben würden, man habe noch keinen richtigen Überblick, was Corona gemacht hat. Für die Zukunft befürchtet sie eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage, wenn Aufträge wegbrechen sollten.

Insgesamt zeigte sich der Gemeinderat mit der Abwicklung der Finanzwirtschaft im Haushaltsjahr 2021 einverstanden. Die Entlastung zum Jahresabschluss wurde ohne Gegenstimmen gewährt. Geleitet wurde der Vorgang wegen persönlicher Beteiligung des Ersten Bürgermeisters Thomas Gasser von der Zweiten Bürgermeisterin Sabrina Stutz. Bürgermeister Gasser bedankte sich für dieses Vertrauensvotum und die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat und mit der Verwaltung.

kon

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